Johann Carl Gotthelf Werdermann

Johann Carl (auch Karl) Gotthelf Werdermann (* 1755 in Jauer; † 12. April 1833 in Liegnitz, Fürstentum Liegnitz) war ein deutscher Philosoph und Schulrektor.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Lateinschule in Jauer und dem Studium der Fächer Rechtswissenschaft, Philosophie und Mathematik bis 1776 ging Johann Carl Gotthelf Werdemann zunächst in den Militärdienst in Schweidnitz. Im Jahre 1788 wurde er Professor für Philosophie an der Liegnitzer Ritterakademie. Diese Professur für Philosophie und Mathematik an der Ritterakademie behielt er auch, als er 1798 deren Rektor wurde. Die Akademie wurde 1811 in ein Humanistisches Gymnasium umgewandelt und auch für Schüler aus dem Bürgertum geöffnet. Im Jahre 1824 erhielt Werdermann außerdem noch bis zum Eintritt in den Ruhestand 1830 die Stelle des Direktors eines zweiten in Liegnitz vorhandenen Gymnasiums.

Neben der Veröffentlichung mehrerer Schriften aus dem Bereich der Philosophie und Theologie betätigte sich Werdermann auch im kommunalpolitischen und kulturellen Leben der Stadt Liegnitz.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Neuer Versuch zur Theodicee oder Über Freyheit, Schicksal, Gut, Uebel und Moralität menschlicher Handlungen. Erster Teil. Buchhandlung der Gelehrten. Dessau/Leipzig 1784 (Volltext).
  • Versuch einer Geschichte der Meinungen über Schicksal und menschliche Freiheit von den ältesten Zeiten an bis auf die neuesten Denker. Zweiter Teil. Crusius, Leipzig 1793 (Volltext).
  • Neuer Versuch zur Theodicee. Dritter Teil.Crusius, Leipzig 1793 (Volltext).
  • Kurze Darstellung der Philosophie in ihrer neuesten Gestalt. Crusius, Leipzig 1793 (Volltext).
  • Einleitung in das Gemeine Recht der Königl. Preussischen Staaten. Zwei Bände. Crusius, Leipzig 1797 (Volltext, Bd. 1; Volltext, Bd. 2).
  • Principia Iurisprudentiae Naturalis Secundum Ordinem Corporis Iuris Borussici Communis. Crusius, Leipzig 1798 (Volltext).
  • Wovon hängt der wahre innre und äusre Flor einer öffentlichen Schule ab? Pappäsche, Liegnitz 1798 (Volltext).
  • Brauchbarkeit fürs Leben der Probirstein des Jugend-Unterrichtes. Pappäsche, Liegnitz 1799 (Volltext).
  • Ueber die Wahl der Lebensart. Doench, Liegnitz 1829.

Einzelnachweise

  1. Werdermann, Johann Karl Gotthelf. In: Albrecht Dieckmann (Hrsg.): Liegnitzer Lebensbilder des Stadt- und Landkreises. Bd. 3 (= Beiträge zur Liegnitzer Geschichte, Bd. 31). Henske-Neumann, Hofheim/Taunus 2004, S. 214–216, ISBN 3-9806640-4-X (mit allen biografischen Daten u. Porträt).