Johann Britten
Johann Peter „Hans“ Britten (* 21. Februar 1904 bei Trier; † 3. Mai 1945 in der Lübecker Bucht) war ein deutscher kommunistischer Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er wurde mehrfach verhaftet, inhaftiert und starb kurz vor Kriegsende nachdem er aus dem KZ Neuengamme auf ein Flüchtlingsschiff verbracht wurde. Für ihn wurde in Uetersen ein Stolperstein verlegt.[1]
Leben
Johann Peter Britten wurde am 21. Februar 1904 in Onsdorf im Kreis Saarburg geboren. Nach der Volksschule half er zwei Jahre auf dem elterlichen Bauernhof und begann anschließend eine Verwaltungslehre. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem in der Verwaltung in Konz und als Fabrikarbeiter, ließ er sich 1930 in Uetersen (Schleswig-Holstein) nieder.
Britten trat 1931 der KPD bei und engagierte sich in der lokalen Parteiarbeit, unter anderem in der „Roten Hilfe“. Bei der Stadtverordnetenwahl am 12. März 1933 kandidierte er als Spitzenkandidat der KPD und wurde offiziell gewählt, konnte sein Mandat jedoch aufgrund der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten nicht wahrnehmen, nachdem er von einer bevorstehenden Versammlung ausgeladen wurde.
Widerstand und Verfolgung
Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Britten bereits im Frühjahr 1933 mehrfach Ziel polizeilicher Maßnahmen:
- Im April 1933 wurde er erstmals verhaftet und als Schutzhäftling in das Konzentrationslager Glückstadt eingewiesen.
- Wegen seiner illegalen politischen Aktivitäten, unter anderem bei der Herstellung und Verbreitung antifaschistischer Flugblätter sowie der Zusammenarbeit mit lokalen Widerstandsgruppen, wurde Britten am 19. Dezember 1934 erneut festgenommen und später in verschiedene Haftanstalten überstellt, darunter das KZ Fuhlsbüttel, das KZ Esterwegen und das Untersuchungsgefängnis Hamburg.
Am 13. Dezember 1935 verurteilte ihn das Kammergericht Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte; die Haft verbüßte er in Rendsburg, Fuhlsbüttel und dem Strafgefangenenlager Aschendorfermoor.
Nach seiner Haftentlassung war er als Arbeiter bei der Firma Nordmark Werke GmbH beschäftigt. Am 21. November 1942 heiratete Britten die Textilarbeiterin Käthe Kaufmann; 1944 wurde ihr gemeinsamer Sohn Helmut geboren.
Deportation und Tod
Im Rahmen der „Aktion Gewitter“ nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Britten am 22. August 1944 erneut verhaftet und in das KZ Neuengamme deportiert.[2] Zwischen September 1944 und März 1945 sind zahlreiche Briefe von ihm aus dem Lager an seine Ehefrau überliefert.
Britten kehrte nicht aus der Haft zurück. Nach übereinstimmender Forschungslage dürfte er am 3. Mai 1945 bei der Bombardierung der Häftlingsschiffe Cap Arcona und Thielbek in der Lübecker Bucht durch britische Luftangriffe ums Leben gekommen sein, kurz vor der Kapitulation Deutschlands.[3]
Gedenken
In Uetersen wurde am 2. März 2012 vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Lohe 44 ein Stolperstein für Johann Peter (Hans) Britten verlegt, der an sein Leben, sein politisches Engagement und sein tragisches Schicksal erinnert. Die Stadt verlegt diese Gedenksteine im Rahmen des Projekts von Gunter Demnig zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus.
Auf dem Neuen Friedhof in Uetersen erinnert ein Gedenkstein an Britten und weitere heimische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.[4]
Siehe auch
- Liste der Stolpersteine in Uetersen (enthält den Eintrag zu Hans Britten)
Einzelnachweise
- ↑ „Johann Peter Britten (1904–1945) – von den Nazis verfolgt und in der Haft umgekommen“, Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung. Abgerufen 2025.
- ↑ „Aktion Gewitter … Britten kehrte nicht mehr zurück“, Bericht zu Namensverurteilten und Cap Arcona/Thielbek 1945, Spurensuche Kreis Pinneberg. Abgerufen 2025.
- ↑ KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Totenbuch-Liste: Johann Peter Britten, erschient als Todesdatum 03.05.1945 bei Cap Arcona/Thielbek. Abgerufen 2025.
- ↑ „Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem (Neuen) Friedhof in Uetersen“, Spurensuche Kreis Pinneberg und Umgebung. Abgerufen 2025.