Johann Baptist von Altermatt
Johann Baptist von Altermatt (* 13. Mai 1764 in Ammerschwihr; † 10. September 1849 in Solothurn) war ein solothurnischer Offizier, Politiker und Kartograf. Er gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des Kantons Solothurn an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert und erlangte besondere Bedeutung durch seine frühen kartografischen Arbeiten.
Leben
Johann Baptist von Altermatt entstammte der solothurnischen Patrizierfamilie Altermatt, die seit dem 17. Jahrhundert in Solothurn ansässig war und über Generationen hinweg militärische und politische Ämter bekleidete. Die Familie geht ursprünglich auf aus dem Alpenraum zugewanderte Steinmetzen und Baumeister zurück, bevor sie in den Staatsdienst des Kantons Solothurn eintrat.[1]
Altermatt trat bereits 1777 in französische Militärdienste ein. Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders kehrte er 1784 nach Solothurn zurück, wo er seine militärische Laufbahn im kantonalen Dienst fortsetzte. In den folgenden Jahrzehnten bekleidete er verschiedene militärische Führungsfunktionen, unter anderem als Kommandant der solothurnischen Artillerie (1804) und als Bataillonskommandant. 1822 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.[2]
Parallel dazu war Altermatt politisch tätig. Er wurde bereits 1784 Mitglied des Grossen Rates des Kantons Solothurn und nahm während der Umbruchszeit um 1798 verschiedene Verwaltungs- und Justizämter wahr, darunter als Grossweibel sowie später als Kantonsrichter. Nach der Mediationszeit gehörte er dem Kleinen Rat (Petit Conseil) an und blieb bis 1837 politisch aktiv.[2]
Kartografisches Werk
Besondere Bedeutung kommt Johann Baptist von Altermatts kartografischer Tätigkeit zu. Zwischen 1796 und 1798 erarbeitete er auf eigene Initiative die erste moderne topographische Karte des Kantons Solothurn (Carte topographique du Canton de Soleure). Diese Karte stellt einen frühen Versuch dar, das Kantonsgebiet systematisch zu vermessen und darzustellen, und gilt als wichtiger Schritt in der Entwicklung der schweizerischen Kantonskartografie.[3]
In den folgenden Jahrzehnten fertigte Altermatt weitere Pläne und Ansichten der Stadt Solothurn sowie ihres Umlandes an, die sowohl militärischen als auch administrativen Zwecken dienten. Seine Arbeiten fanden regionale Verbreitung und wurden später von staatlichen Vermessungsprojekten abgelöst, bildeten jedoch eine wichtige Grundlage für diese.[3]
Der Astronom Rudolf Wolf beklagte, dass Schriften Altermatts aus den 1870er Jahren, in denen ein Druckbogen mit „44 vollständige[n] Dreieke[n] aufgezählt [wären], die sich über den grössten Teil des Kantons ausbreiteten“, innerhalb der Familie nicht mehr aufgetaucht sei. In diesen Dreiecken wären die Dreieckswinkel bis auf Sekunden genau ermittelt. Zum Zeitpunkt dieser Notiz, 1947, gäbe es keine annähernd genaue, trigonometrische Vermessung innerhalb des Kantons. Diese Karte gelangte in den Wirren der Mediation nach Paris, wurde 1819 dank der guten Zusammenarbeit im Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern 1819 zurückerstattet und nach dem Tod Altermatts, von einem seiner Nachfahren, Oberst von Glutz von Blotzheim „pietätvoll aufbewahrt“.[4]
Besitz und Nachlass
Johann Baptist von Altermatt war Eigentümer mehrerer Liegenschaften im Raum Solothurn, darunter landwirtschaftliche Güter und Herrschaftssitze. Sein Besitz und seine gesellschaftlichen Verbindungen unterstreichen seine Stellung innerhalb des solothurnischen Patriziats des frühen 19. Jahrhunderts.[5]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Urs Altermatt: Altermatt (Geschlecht). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. Juni 2002.
- ↑ a b Urs Altermatt: Altermatt, Johann Baptist von. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Mai 2001.
- ↑ a b Johann Baptist von Altermatt, Erste Ingenieure der Schweiz.
- ↑ Hans Zölly: Geschichte der geodätischen Grundlagen für Karten und Vermessungen in der Schweiz. Eidgenössische Landestopographie, 1948, S. 32–33.
- ↑ Albert Ruppersberger: Das Bürgerhaus in der Schweiz. Kanton Solothurn, Band 21, Zürich 1929.