Johann Anton Kaiser

Johann Anton Kaiser oder Josef Anton Andreas Kaiser (* 27. September 1792 in Gams; † 19. Februar 1853 in Chur) war ein Schweizer Balneologe und Arzt.

Leben

Kaiser besuchte ab 1809 das neugegründete Katholische Gymnasium St. Gallen. Nach Abschluss des Gymnasiums wurde er 1811 zum Studium der Medizin an der Universität Freiburg im Breisgau eingeschrieben. Sein weiteres Studium führte ihn über Wien an die Universität Landshut, an der er am 17. Juni 1816 mit der Dissertation De medicina populari zum Doktor der Medizin promoviert wurde. Anschliessend liess er sich als praktischer Arzt in Gams nieder.

Kaiser wurde 1818 durch den Abt von Pfäfers zum Badearzt und Stiftsarzt ernannt. Er liess sich deshalb in Chur nieder und praktizierte dort sowie in Pfäfers und Hof Ragaz. Er machte sich um die Bäder dort verdient und gilt als Promotor des Kurorts Ragaz. Er war ausserdem Initiator einer Badeanstalt für Unbemittelte in der Taminaschlucht.

Kaiser war ab 1827 Mitglied des Bündner Sanitätsrats und ab 1848 dessen Präsident sowie Mitglied des Erziehungsrats und ab 1839 Mitglied der Armenkommission des Kantons, der er von 1845 bis 1848 als Präsident vorstand. In dieser Zeit machte er sich um die Verbesserung der Medizinalorganisation und des Impfwesens, ebenso wie um das Volksschulwesen und das Armenwesen des Kantons verdient.

Kaiser galt als angesehener Bade- und Allgemeinarzt, wurde 1825 Ehrenbürger des Kantons Graubünden und 1830 von Disentis. Er war Mitbegründer der Sektion Graubünden der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft.

Werke (Auswahl)

  • Die Heilquelle zu Pfäfers. Ein historisch-topographischer und heilkundiger Versuch. Otto, Chur 1822.
    • 4. Auflage als: Die Heilquelle zu Pfäfers und Hof Ragaz. Sammt Umgebungen historisch-topographisch, physikalisch und medicinisch dargestellt. Scheitlin und Zollikofer, St. Gallen 1859.
  • mit Georg Wilhelm Capeller: Sauerquellen in Graubünden. Zollikofer, St. Gallen 1824.
  • mit Georg Wilhelm Capeller: Die Mineralquellen zu St. Moritz, Schuls, Tarasp, Fideris, St. Bernhardin, Peiden, Vals und Belvedere. Otto, Chur 1826.
  • Die Mineralquelle zu Tarasp im Unter-Engadin. Hitz, Chur 1847.

Literatur