Joanna Cariño

Joanna Patricia Kintanar Cariño (geboren am 2. Mai 1951 in Baguio) ist eine philippinische Menschenrechtsaktivistin. Für ihre Arbeit wurde sie 2019 mit dem Gwangju-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Herkunft und Ausbildung

Joanna Cariño kam 1951 in Baguio, einer Stadt im Norden der philippinischen Hauptinsel Luzon als Tochter des Rechtsanwalts Jose Cortes Cariño Jr. und seiner Ehefrau Josefina Kintanar Cariño als zweitälteste von acht Geschwistern zur Welt. Sie ist Nachfahrin des Ibaloi-Häuptlings Mateo Cariño (1841–1908).[1]

Sie besuchte die Baguio Central School and Baguio City High School. 1970 brach sie ihr Studium an der Universität der Philippinen Baguio (UPB) ab und wurde Aktivistin gegen das diktatorische Regime von Ferdinand Marcos (1917–1989). Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Joji wurde sie unter Kriegsrecht ohne Anklage verhaftet und im Camp Olivas in San Fernando von 1974 bis 1976 eingesperrt, wo sie auch gefoltert wurde.[2][3] 1978 nahm sie ihr Studium in Anthropologie und Wirtschaftswissenschaften an der UPB wieder auf und schloss es ab. Später nahm sie ein Aufbaustudium an derselben Universität auf, führte es jedoch nicht zu Ende, um ihre Karriere als Aktivistin voranzutreiben.

Menschenrechtsarbeit

Cariño engagierte sich im Kampf der indigenen Völker der Philippinen zum Schutz ihres angestammten Landes und der Umwelt. Cariño widersetzte sich Bergbau-, Holzeinschlags- und Staudammprojekten, die das angestammte Land auf den Philippinen zu zerstören drohen.[4]

Sie war 1984 Mitbegründerin der Cordillera Peoples Alliance for the Defense of Ancestral Domain and Self–Determination (auch kurz Cordillera People's Alliance) und ist seitdem Funktionärin dieser Organisation.[5]

Sie engagiert sich bei SELDA Northern Luzon, einer Vereinigung ehemaliger politischer Gefangener, die sich für Menschen und Bürgerrechte einsetzt. Außerdem ist sie im Vorstand von SANDUGO, einer Allianz von Organisationen, die sich in Bangsamoro für das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Bevölkerung einsetzt.[2][6]

Auszeichnungen

Commons: Joanna Cariño – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Now You Know PH (Hrsg.): Martial Law survivor Joanna Cariño recalls her experiences during the Martial Law period. 19. September 2019 (englisch, youtube.com).
  • 518기념재단 The May 18 Foundation (Hrsg.): 광주인권상 수상자 정상회담(2020) - 조안나 까리뇨 2020 Laureates' Summit - Joanna K. Carino's Speech. 25. Mai 2020 (englisch, youtube.com).
  • Calix TV (Hrsg.): IGOROT EDUCATOR JOANNA CARINO MULING SINARIWA ANG KASAYSAYAN NG CORDILLERA REGION TAKDER KORDI. 2. Mai 2022 (Tagalog, youtube.com).

Einzelnachweise

  1. Prince Turtogo: Indigenous women and their stories: The Cariño family (Memento des Originals vom 22. April 2023 im Internet Archive) In: Rappler, 22. April 2023. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch). 
  2. a b Gianna Francesca Catolico: Joanna Cariño: Soldiering On in the Struggle for Indigenous People’s Rights. In: Gwangju News. 2. Juni 2019, abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  3. Kimberlie Quitasol: Panaglagip: The North Remembers, Martial Law anthology to cure historical amnesia In: Northern Dispatch, 23. September 2022. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch). 
  4. Joanna K. Cariño. In: Human Rights Defenders World Summit 2018. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  5. Cordillera Peoples Alliance. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  6. Jodesz Gavilan: Long-time indigenous peoples' rights activist wins international award. In: Rappler. 20. Mai 2019, abgerufen am 21. August 2025 (englisch).
  7. Nordis Staff: Joanna Cariño, an Ibaloi activist. 31. Dezember 2017; (englisch).
  8. Cordillera Peoples Alliance. In: cpaphils.org. Abgerufen am 21. August 2025 (englisch).