Joan Colom i Augustí
Joan Colom i Augustí (* 1879 in Arenys de Mar; † 1969 ebendort) war ein katalanischer Maler, Zeichner und Graveur. Als Maler ging er einen ganz eigenen Weg: Vom französischen Impressionismus wandte er sich dem spanischen Realismus zu und schuf schließlich Landschaftsgemälde, die tief in der katalanischen Tradition verwurzelt waren.[1]
Leben und Werk
Als Sohn eines Karabinieris lebte Joan Colom zunächst in Montréjeau (Midi-Pyrénées), Figueres, Barcelona und Puigcerdà. Er verdiente an diesen Orten sein Geld als Verkäufer. 1899 reiste er mit einer katalanischen Handelsexpedition nach Sierra Leone und Fernando Póo, heute bekannt als Insel Bioko im Golf von Guinea, wo er zwar Geld verdiente, aber auch erkrankte.[1]
Nach seiner Rückkehr arbeitete er sich im Wesentlichen autodidaktisch in die Malerei ein und absolvierte schließlich eine Ausbildung bei dem Maler Ramon Alsina i Amills in Barcelona. Ab 1906 zählten Ansichten auf Mallorca zu seinen bevorzugten Motiven, ab 1909 festigte er vor allem in Paris seinen vom Impressionismus beeinflussten Plain-air-Stil. Von 1909 bis 1912 arbeitete er unermüdlich unter dem Pseudonym Michel Adam als humoristischer Karikaturist für die Wochenzeitschriften „Papitu“ und später für „Picarol“, „Revista Nova“, „Iberia“, „La Mainada“ und „Jordi“. Er war seit der Gründung 1910 Mitglied der Künstlergruppe „Les Arts i els Artistes“. Nach langen Reisen und zahlreichen Rückschlägen erlangte Joan Colom schließlich bedeutenden Ruhm als impressionistischer Maler und Zeichner. 1924 malte er noch Bilder, die deutlich von Camille Pissarro beeinflusst waren, später wandte er sich dem Realismus zu und schilderte schließlich in seinen Landschaften volkstümliche und typische Szenen Kataloniens.[1]
Besonders hervorzuheben sind seine in Öl gemalten und seine radierten Landschaften. Er berücksichtigte die jeweilige Umgebung und das spezifische Licht und gruppierte häufig menschliche Elemente wie Personengruppen und -ansammlungen, wobei er die Figuren mit großem Geschick in das Gesamtbild integrierte.[1]
Er stellte in renommierten Galerien in Paris, London, Venedig, Pittsburgh, Barcelona und Arenys de Mar aus. Zahlreiche seiner Werke befinden sich im Museu d’Art Contemporani de Barcelona, im Museo Reina Sofía in Madrid und einige im Museu de Montserrat. Joan Colom war einer der gefragtesten katalanischen Landschaftsmaler des zweiten Viertels des 20. Jahrhunderts.[1] Er war Mitglied der Reial Acadèmia Catalana de Belles Arts de Sant Jordi (Königlich Katalanische Akademie der Schönen Künste von Sant Jordi) in Barcelona.[2]
Joan Colom starb mit 90 Jahren in seinem Haus in Arenys de Mar. Seine sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof von Arenys de Mar, den der katalanische Schriftsteller Salvador Espriu mit seinem Gedicht „Cementiri de Sinera“ zu einem literarischen Mythos machte.[1]
Weblinks
- Universitat de Barcelona: Joan Colom i Agustí (Arenys de Mar, 1879–1969). Abgerufen am 26. Dezember 2025 (katalanisch).
- Enciclopèdia Catalana: Joan Colom i Augustí. In: Gran Enciclopèdia Catalana. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (katalanisch).