Joachim von Schwerin

Joachim Graf von Schwerin (* 21. März 1922 in Frankfurt/Oder; † 14. Dezember 2012 in Wassenach) war ein Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Graf von Schwerin wurde als Sohn des späteren Generalleutnants Manfred von Schwerin in die Familie des ehemaligen mecklenburgisch-pommerschen Adelsgeschlechts Schwerin geboren. Nach dem Notabitur an einem evangelischen humanistischen Gymnasium trat er am 25. Oktober 1940 als Offizieranwärter beim Schützen-Ersatz-Regiment 83 in Eberswalde in die Wehrmacht ein. Im März 1941 wurde er zum Kradschützen-Bataillon 3 nach Bad Freienwalde versetzt. Nach Beginn des Unternehmens Barbarossa war er mit seinem Verband der 3. Panzerdivision zugeteilt und wurde als Spähtrupp-Führer an der Ostfront eingesetzt. Ab Mai 1942 war er Zugführer und Kompanieführer in der Panzer-Aufklärungs-Abteilung 3, die aus dem Kradschützen-Bataillon 3 entstanden war und wurde am 1. Juni 1942 zum Leutnant befördert. Von Juli bis Dezember 1943 war er Begleitoffizier des Kommandierenden Generals des III. Panzerkorps unter General der Panzertruppen Hermann Breith, General der Artillerie Heinz Ziegler und General der Infanterie Friedrich Schulz. Von Februar bis Mai 1944 war er Kompanieführer der Panzer-Lehr-Kompanie bei der ungarischen 2. Panzerdivision und von Mai 1944 bis Mai 1945 Adjutant und Kompanieführer in der Panzer-Aufklärungs-Abteilung 19 der 19. Panzerdivision. Am 31. Januar 1945 wurde er zum Oberleutnant ernannt.

Von Mai 1945 bis November 1949 war Graf von Schwerin in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Ab April 1950 war er als Kraftfahrzeugmechaniker sowie Tankwart tätig und nahm von April 1950 bis Mai 1951 an einer baufachlichen Ausbildung als Maurer teil. Im Juni 1951 trat er in den Bundesgrenzschutz ein, wo er Zugführer, Ordonnanzoffizier und Sachbearbeiter war und den Dienstgrad Hauptmann im Bundesgrenzschutz erreichte.

Am 1. Juli 1956 wurde Graf von Schwerin als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen. Seine erste Verwendung war als Kompaniechef der 2. Kompanie des Panzerbataillons 2 in Bonn und Hemer. Im September 1957 wurde aus dieser Kompanie die 3. Kompanie des Panzerbataillons 25 in Koblenz, die er bis Mai 1959 weiter führte. Von Juni bis September 1959 durchlief er eine Vorbereitung für die Generalstabsausbildung und absolvierte von Oktober 1959 bis Dezember 1960 den 3. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Anschließend war er bis Juni 1962 Referent im Führungsstab des Heeres II 2 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, bevor er Generalstabsoffizier für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) der Panzerbrigade 12 in Amberg wurde. Im Oktober 1964 wechselte er als Bataillonskommandeur zum Panzerbataillon 153 nach Koblenz und kehrte im April 1967 ins Bundesministerium als Referent und Referatsleiter in der Stabsabteilung III des Führungsstabes des Heeres zurück. Am 26. Januar 1974 wurde er Brigadekommandeur der Panzerbrigade 8 in Lüneburg und am 1. Oktober 1977 zum Brigadegeneral ernannt. Im April 1978 übernahm er die Führung über die Kampftruppenschule II in Munster und wurde mit Ablauf des März 1982 in den Ruhestand versetzt.

Graf von Schwerin war verheiratet und hatte drei Kinder. Er wurde auf dem Friedhof Wassenach bestattet.[1]

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 479.
  • Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie. Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1979, ISBN 3-8033-0293-5, S. 138.
  • Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Klaus Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8, S. 45, 59.

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige Joachim von Schwerin. In: General-Anzeiger Bonn. 19. Dezember 2012, abgerufen am 1. November 2025.