Joachim Volkmann

Joachim Volkmann (* 1. April 1931 in Osnabrück; † 3. März 2024 in Kronberg im Taunus) war ein deutscher Pianist, Klavierpädagoge und Hochschullehrer. Er gilt als prägende Figur der Klavierausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) und als einflussreicher Mentor zahlreicher Pianisten und Pädagogen des deutschen Klavierwesens.[1]

Leben und Ausbildung

Volkmann wurde 1931 in Osnabrück als Sohn des Dirigenten Otto Volkmann geboren. Er studierte zunächst in Köln bei der Lehrerin Else Schmitz-Gohr und setzte seine Ausbildung in Frankfurt am Main bei August Leopolder fort. Bereits als 19-Jähriger trat er öffentlich auf, unter anderem mit dem Klavierkonzert e-Moll von Frédéric Chopin unter der Leitung seines Vaters als Dirigent.

Künstlerische Tätigkeit

Volkmann war als Konzertpianist aktiv, wobei sein Repertoire stark im deutschen und romantischen Klavierkanon verwurzelt war. Er widmete sich intensiv Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Robert Schumann und erweiterte sein Repertoire um französische Komponisten wie Claude Debussy und Igor Strawinsky.[2]

Pädagogische Tätigkeit

Der Schwerpunkt Joachim Volkmanns lag auf der Klavierpädagogik. Über Jahrzehnte wirkte er als Klavierprofessor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (1964–1996) und blieb weit über den offiziellen Dienst hinaus bis 2015 der Hochschule als Lehrender verbunden. Sein pädagogischer Ansatz war geprägt von tiefer musikalischer Substanz sowie einem persönlichen Interesse an der künstlerischen Entwicklung seiner Studierenden. Er galt als engagierter Mentor und Vermittler musikalischer Traditionen und prägte durch seine Arbeit mehrere Pianistengenerationen.[1]

Viele seiner Studierenden entwickelten sich zu Pianisten und Lehrkräften mit nationaler und internationaler Karriere, darunter Uwe Berkemer, Julian Evans, Ekaterina Kitaeva, Christopher Park, Claudia Schellenberger, Tom Schlüter, Wigbert Traxler, Franz Vorraber, Bernhard Wetz. Sein letzter Meisterschüler war Xi Zhai.[3]

Kompositionen

Volkmanns kompositorische Arbeiten umfassen kleinere Klavierwerke und kreative pädagogische Skizzen, etwa die Erweiterung J. S. Bachs Zweistimmiger Inventionen um eine dritte und vierte Stimme, spielbar auf zwei Klavieren.[2] Humorvolle Stilkopien, wie etwa die beiden Hefte Komponisten auf Abwegen[4] sind bei Breitkopf & Härtel erschienen, wurden aufgeführt und eingespielt.[5]

Einzelnachweise

  1. a b HfMDK Frankfurt. Abgerufen am 8. Januar 2026.
  2. a b Prof. Joachim Volkmann wird 85 Unermüdlicher Klavierpädagoge | nmz - neue musikzeitung. 12. Juni 2016, abgerufen am 8. Januar 2026.
  3. Zwei Meisterwerke der Klavierliteratur von Pianist Xi Zhai interpretiert im Altkönig-Stift. Abgerufen am 8. Januar 2026.
  4. Volkmann: Komponisten auf Abwegen. Abgerufen am 8. Januar 2026.
  5. Was machst du mit dem Knie, lieber Brahms? Abgerufen am 8. Januar 2026.