Joachim Steffens

Joachim Steffens
Personalia
Geburtstag 24. Juli 1950
Geburtsort LeipzigDDR
Junioren
Jahre Station
SC Lok Leipzig
1964–1968 BSG Chemie Leipzig
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1968–1969 BSG Chemie Leipzig
1969–1970 ASG Vorwärts Weißenfels
1970–1971 BSG Chemie Leipzig II 5 (1)
1971–1977 BSG Chemie Böhlen 59 (6)
1971–1977 BSG Chemie Böhlen II
1977–1983 TSG Chemie Markkleeberg
1977–1983 TSG Chemie Markkleeberg II
Stationen als Trainer
Jahre Station
1983–1985 TSG Chemie Markkleeberg II
1985–1987 BSG Chemie Böhlen II
1987 BSG Chemie Böhlen (Co-Trainer)
1988 BSG Chemie Böhlen
1988–1989 BSG Chemie Böhlen (Co-Trainer)
1990 BSG Chemie Böhlen
1990–1994 FC Sachsen Leipzig (Co-Trainer)
1994–1996 FC Sachsen Leipzig
1997–1999 VfB Leipzig (Co-Trainer)
1997–1999 VfB Leipzig Amateure
1999–2001 VfB Leipzig
2001–2002 1. FC Magdeburg
2002–2004 FC Carl Zeiss Jena
2004–2006 SV 1919 Grimma
2006–2008 FC Eilenburg
2009–2010 1. FC Gera 03
2010 1. FC Lok Leipzig
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Joachim „Achim“ Steffens (* 24. Juli 1950 in Leipzig) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Als Spieler war er in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse, bei der BSG Chemie Böhlen und der TSG Chemie Markkleeberg aktiv. Als Trainer war er bei mitteldeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem 1. FC Magdeburg oder dem FC Carl Zeiss Jena tätig.

Spielerkarriere

Steffens begann das Fußballspielen mit neun Jahren beim damaligen SC Lok Leipzig. Nach der Zusammenführung der Fußballsektionen von Rotation und des SC Lok Leipzig im Sommer 1963 wechselte er in den Nachwuchsbereich der BSG Chemie Leipzig und erlebte als Nachwuchsspieler hautnah die Meisterschaft der Chemiker in der Saison 1963/64 mit. Im Herbst 1969 trat Steffens seinen Grundwehrdienst bei der NVA an, den er am Standort Weißenfels ableistete. Bei der dortigen ASG Vorwärts Weißenfels konnte er weiterhin Fußball spielen und übernahm nach eigenen Angaben auch schon erste Trainertätigkeiten. Im Frühjahr 1971 beendete Steffens den Grundwehrdienst und kam noch zu fünf Einsätzen bei der II. Mannschaft von Chemie Leipzig in der DDR-Liga, bei denen er ein Tor schoss. Durch den Abstieg der I. Mannschaft aus der Oberliga musste die Zweitvertretung allerdings in die Bezirksliga absteigen. Daraufhin wechselte Steffens zum DDR-Liga-Vertreter BSG Chemie Böhlen.

Die Randleipziger waren 1966 erstmals in die zweithöchste Spielklasse, die DDR-Liga, aufgestiegen, konnten aber die Klasse nicht halten. Nach einer Saison in der Bezirksliga konnten sich die Böhlener, nicht zuletzt auch durch einen Trägerbetriebswechsel dauerhaft in der Liga etablieren. Steffens entwickelte sich neben Spielern wie Zanirato, Kunath, Zerbe oder Havenstein in der Folge zunächst zu einer Stammkraft im Mittelfeld und Angriff. Nach zwei Spielzeiten mit Mittelfeldplätzen klopfte die Mannschaft unter Trainer Dieter Sommer und dem umtriebigen FIFA-Schiedsrichter und Fußballfunktionär Günter Männig als Staffelsieger erstmals an die DDR-Oberliga an. In der Aufstiegsrunde reichte es allerdings gegen Mannschaften wie den HFC Chemie, die ASG Vorwärts Stralsund oder den 1. FC Union Berlin nicht für den Aufstieg. Nachdem in der Folgesaison 1974/75 die Böhlener nur einen fünften Platz erreichten, löste Wolfgang Müller Dieter Sommer als Trainer ab. Unter dem neuen Trainer hatte aber Steffens nicht mehr die besten Karten. Als mit Eberhard Köditz und Manfred Zaspel zur Saison 1976/77 noch zwei Offensivspieler vom 1. FC Lok Leipzig nach Böhlen wechselten, blieb für Steffens nur noch ein Platz in der zweiten Böhlener Vertretung, die in der Leipziger Bezirksliga spielte. Bei der I. Mannschaft hingegen nahm die Aufstiegshoffnung mehr und mehr Formen an. Souverän gewannen die Randleipziger ihre Ligastaffel und beendeten die Aufstiegsrunde zur Oberliga als Erster. Höhepunkt waren dabei die beiden Siege gegen den Lokalrivalen Chemie Leipzig. Das Abenteuer Oberliga fand jedoch ohne Steffens statt. Nach eigener Aussage erhielt er, bedingt durch seinen Vater, der in der Bundesrepublik lebte, keine Spielgenehmigung für die höchste Spielklasse in der DDR. Damit war das Kapitel Böhlen für den Spieler Steffens beendet. Insgesamt hatte er für Chemie Böhlen 59 von 128 möglichen Ligaspielen absolviert.

Steffens schloss sich daraufhin der aufstrebenden TSG Chemie Markkleeberg um den oberligaerfahrenen Wilfried Erler an, die just im gleichen Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga Leipzig schaffte und damit auf gleichem Niveau wie die Zweitvertretungen von Chemie Leipzig und Chemie Böhlen spielte. In der spielstarken dritthöchsten Spielklasse, wo man zeitweise gegen ligaerfahrene Mannschaften wie Motor Altenburg, Stahl Nordwest Leipzig oder die TSG MAB Schkeuditz spielte, brauchte die TSG einige Spielzeiten, um sich an das Niveau zu gewöhnen. Bereits 1978/79 spielte die Mannschaft um den Staffelsieg mit, in der Saison 1981/82 gelang dann der Aufstieg in die DDR-Liga. Dies war vor allem dem umtriebigen Trainer Karl Bühler zu verdanken, der durch seine Beziehungen und sein Netzwerk professionelle Bedingungen in Markkleeberg schuf. So bekam Steffens nach eigener Aussage einen Teile seiner Entlohnung vertragsgemäß in D-Mark, die Mannschaft spielte in Trikots westeuropäischer Anbieter. Für die Markkleeberger absolvierte er zirka 250 Pflichtspieleinsätze und gehörte zu den Stammkräften in der Bezirksliga. Just zum Ende der Aufstiegssaison erlitt Steffens einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch. So gehörte er zwar offiziell noch zum Kader der Ligamannschaft, er absolvierte aber kein Ligaspiel für die Markkleeberger. Letztlich leitete die Verletzung Steffens Karriereende als Spieler ein.

Trainerkarriere

Anfänge in der DDR

Im Sommer 1983 erhielt der genesene Steffens das Angebot, die gerade in die Bezirksklasse aufgestiegene II. Mannschaft der TSG Markkleeberg als Trainer zu übernehmen. Gleich in der ersten Saison als Trainer gelang ihm dabei mit seiner Mannschaft der Durchmarsch als Staffelsieger in die drittklassige Bezirksliga. In der Saison 1984/85 erreichte der Neuling unter 18 Mannschaften einen guten achten Platz. Auf diesen Erfolg wurde man auch in Böhlen aufmerksam. Trainer Hans Welwarsky, ein Mitstreiter aus gemeinsamen Böhlener Zeiten, lotste Steffens wieder an die Jahnbaude, wo er für zwei Spielzeiten die zweite Vertretung der BSG Chemie trainierte, die ebenfalls in der Leipziger Bezirksliga spielte. In der Ligasaison 1987/88 trainierte Steffens weiterhin die II., wirkte aber zusätzlich als Assistenztrainer der ersten Böhlener Vertretung unter Trainer Olaf Keller. Als die Böhlener zur Winterpause mit Platz 14 nur zwei Plätze von den Abstiegsrängen entfernt waren, wurde Keller von der BSG-Leitung von seinen Aufgaben entbunden und Steffens übernahm als Cheftrainer die Mission, den Abstieg zu verhindern. Dies gelang ihm mit Platz 13 dann auch. Zur Folgesaison rückte Steffens jedoch wieder ins zweite Glied als Assistenztrainer, da die Böhlener Gerd Struppert als neuen Trainer verpflichteten, der die Mannschaft schon in der Saison 1981/82 trainiert hatte. Zwar hatten die Böhlener diesmal mit dem Abstieg nichts zu tun, aber zur Folgesaison 1989/90 sollte nun Cheftrainer Frank Engel die Rückkehr in die DDR-Oberliga schaffen. Dafür konnten die Randleipziger mit dem Ex-Nationalspieler Frank Baum nach Dieter Kühn den zweiten bekannten ehemaligen Spieler von Lok Leipzig an die Jahnbaude holen. In der turbulenten Wendesaison drückten die Böhlener der Ligastaffel B ihren Stempel auf. Allerdings folgte Cheftrainer Engel zum Jahresende 1989 den Verlockungen des südkoreanischen Werksklubs Daewoo Royals, so dass Steffens zu Jahresbeginn 1990 als Cheftrainer die Böhlener Mannschaft führte. Am Ende belegte die Mannschaft mit Spielern wie Frank Baum, Dieter Kühn, Uwe Ferl, Jörg Kirsten oder dem jungen Jens Härtel souverän den ersten Platz in der Ligastaffel B und war somit für die nächste, noch vereinbarte Oberligasaison teilnahmeberechtigt. Eine Oberligamannschaft zu führen traute man Steffens von Seiten der Vereinsführung des nunmehr in FSV Böhlen umbenannten Vereins offensichtlich nicht zu und verpflichtete schon im Mai 1990 den bundesdeutschen Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig als neuen Cheftrainer in Böhlen. Steffens rückte erneut in die zweite Reihe als Assistenztrainer.

Die Zeit beim FC Sachsen Leipzig

Nachdem die Böhlener durch ausbleibende Zahlungen des bisherigen Trägerbetriebes in Zahlungsschwierigkeiten gekommen waren, bot der mittlerweile in Grün-Weiß Leipzig umbenannte Nachfolger der traditionsreichen BSG Chemie Leipzig, abgeschlagener Staffelzweiter hinter Böhlen in der vorherigen Saison, die Fusion an. Daraus entstand der FC Sachsen Leipzig. Trainer Hartwig wurde bereits im November nach einer längeren Spielsperre wegen Schiedsrichterbeleidigung entlassen, neuer Trainer wurde aber nicht etwa Steffens, der Hartwig zwischen Ende September und Ende November 1990 vertrat, sondern wiederum Frank Engel. Das Duo Engel/Steffens schaffte das fast Unmögliche und belegte schlussendlich in der letzten Oberligasaison einen Nichtabstiegsplatz, der die Sachsen zu Qualifikationsspielen für die zweite Bundesliga berechtigte. Dort wurden die Sachsen aber sang- und klanglos Letzter in ihrer Qualifikationsgruppe und starteten nun zur Saison 1991/92 in der Amateuroberliga Nordost. Nach einem eher enttäuschenden 5. Platz wurde zwar der Vertrag mit Cheftrainer Engel zum 30. Juni 1992 nicht mehr verlängert, Joachim Steffens blieb aber unter dem neuen Cheftrainer Eduard Geyer weiterhin Co-Trainer und verantwortlicher Trainer für die 2. Vertretung der Sachsen. Unter dem Duo Geyer/Steffens erreichten die Sachsen in der Saison 1992/93 den Staffelsieg, der eigentlich für die Qualifikationsspiele zur 2. Bundesliga berechtigte. Da der DFB dem FC Sachsen aber schon im Voraus die Lizenz für die 2. Bundesliga verweigerte, spielten die Sachsen 1993/94 erneut drittklassig. Da zur Saison 1994/95 die drittklassige Regionalliga eingeführt wurde, qualifizierten sich nur die ersten sechs Mannschaften je Staffel der Oberliga Nordost für die neue Spielklasse. Da die Qualifikation erklärtes Ziel der Sachsen war, stand Trainer Geyer besonders im Focus. Obwohl der ehemalige DDR-Nationaltrainer mit seinem Team immer einen der Qualifikationsplätze belegte, wurde er dennoch am 6. April 1994 entlassen. Das Training übernahm nun zunächst interimsweise Steffens, wenig später wurde er zum Cheftrainer ernannt. Unter Steffens qualifizierten sich die Sachsen für die neue Regionalliga Nordost, verpassten aber, mit großen Ambitionen gestartet, in der ersten Saison 1994/95 nur knapp hinter dem FC Carl Zeiss Jena den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Die Entscheidung fiel dabei erst am letzten Spieltag, als die Leutzscher mit einem Punkt Rückstand auf die Thüringer in Jena sang- und klanglos 1:4 verloren. Steffens stellte danach seinen Trainerposten zur Verfügung, konnte aber noch zu einem Weitermachen überredet werden. Als die Leutzscher in der Folgesaison 1995/96 den Aufstieg deutlich verpassten, wurde Steffens Vertrag nicht mehr verlängert, so dass das Kapitel Sachsen Leipzig nach sechs Jahren zum 30. Juni 1996 endete.

Beim Stadtrivalen VfB Leipzig

Steffens fand daraufhin mit Jahresbeginn 1997 wieder einen Job, diesmal beim Stadtrivalen VfB Leipzig. Dort agierte er unter den Trainern Held, Thomale, Halata und Dragoslav Stepanović als Co-Trainer. Darüber hinaus übernahm er zum Saisonbeginn 1997/98 die II. VfB-Vertretung, die zu dem Zeitpunkt in der Landesliga Sachsen spielte. Die Probstheidaer Profis spielten in dieser Zeit bis zur Saison 1997/98, in der sie abstiegen, in der zweiten Bundesliga. Steffens konnte hingegen mit den VfB-Amateuren schon nach einer Saison den Aufstieg in die Amateur-Oberliga Nordost feiern. In der Saison 1998/99 verpassten die Leipziger unter den Trainern Thomale und danach Stepanovic den direkten Wiederaufstieg. Steffens sorgte unterdessen mit den Amateuren wieder für Furore, die fast ausschließlich aus jungen Eigengewächsen bestehende Mannschaft wurde als Aufsteiger Vizemeister. Als der VfB in der Saison 1999/2000 nach 5 Spieltagen nur sieben Punkte erreicht hatte, wurde der ehemalige Bundesligatrainer entlassen und Steffens zum Cheftrainer des VfB Leipzig ernannt. Am Ende konnte aber auch er nicht den Abstieg in die viertklassige Oberliga Nordost abwenden, da die Regionalliga von vier auf zwei Staffeln reduziert wurde und der VfB immer wieder kurz vor der Insolvenz stand. Nach dem Weggang vieler hochbezahlter Spieler setzte Steffens verstärkt auf Eigengewächse und zog in der Folgesaison 2000/2001 fast alle Spieler aus der II. Mannschaft in den Kader der I. Mannschaft hoch. Dennoch spielte der VfB unter Steffens lange Zeit um den Aufstieg mit und wurde am Ende hinter dem 1. FC Magdeburg Vizemeister, ein Platz, der so von Fachleuten nicht erwartet worden war. Dennoch wurde Steffens Vertrag zum Unmut der Fans nicht mehr verlängert und stattdessen die Dynamo-Legende Hans-Jürgen Dörner als neuer Trainer präsentiert.

Traditionsclubs

Die Arbeitslosigkeit von Steffens währte jedoch nicht lange. Nachdem der Regionalligaaufsteiger 1. FC Magdeburg Trainer Matz Vogel am 30. Oktober 2001 entlassen hatte, verpflichteten die Elbestädter am 4. November 2001 Steffens. In der damals zweigleisigen dritthöchsten Spielklasse konnte er zwar sportlich die Magdeburger mit Platz 12 in der Liga halten, durch ein Insolvenzverfahren erhielt der Verein aber keine Lizenz für die nächste Regionalligasaison und musste absteigen. Dadurch verließ auch Steffens zum Saisonende wieder den Verein.

Nach dem Weggang aus Magdeburg dauerte es nicht lange, bis Steffens im Oktober 2002 ein Angebot aus Jena bekam. Der Thüringer Traditionsclub FC Carl Zeiss Jena spielte zu diesem Zeitpunkt in der viertklassigen Amateuroberliga und wollte nach dem verpassten Regionalligaaufstieg nun erneut den Versuch wagen, in die dritthöchste Spielklasse aufzusteigen. Nachdem Trainer Frank Eulberg nach 5 Spielen nur 3 Siege vermelden konnte, wurde er durch Interimstrainer Thomas Vogel abgelöst, den Steffens wiederum ab dem 11. Spieltag ablöste. In der Folge erzielten die Jenaer in den verbliebenen sieben Hinrundenspielen sechs Siege und ein Unentschieden bei einem Torverhältnis von 21:2. Die Rückrunde starteten die Thüringer mit zwei mageren Unentschieden, gewannen dann aber sieben Spiele in Folge, bis sie beim ärgsten Aufstiegskonkurrenten, Steffens ehemaligen Verein FC Sachen Leipzig mit 3:1 verloren. Knackpunkt war aber am 30. Spieltag die Niederlage vor heimischer Kulisse gegen den OFC Neugersdorf, durch die am Ende Carl Zeiss einen Punkt hinter den Leipzigern auf dem zweiten Tabellenplatz einkam. Dennoch planten die Thüringer in der Folgesaison erneut mit Steffens. Und die Hinrunde ließ sich vielversprechend an. Mit 14 Siegen und 4 Unentschieden war man neben den Mannschaften aus Plauen, Magdeburg und Halle der Aufstiegskandidat. Die Rückrunde begann jedoch mit einem Unentschieden in Neugersdorf. Als nach sechs Spielen letztlich nur drei Siege und drei Unentschieden zu Buche standen, sah sich die Jenaer Vereinsführung genötigt, Steffens am 6. März 2004 zu entlassen. Interimsnachfolger Thomas Vogel konnte jedoch auch nicht den Aufstieg realisieren, nicht zuletzt durch eine Niederlage in Plauen wurde man wieder nur Zweiter, diesmal hinter den Vogtländern.

Zurück nach Sachsen

Danach zog es Steffens wieder nach Sachsen, wo der SV 1919 Grimma, Oberligakonkurrent von Jena, ihn zu Saisonbeginn 2004/05 als neuen Trainer vorstellte. In der ersten Saison erreichten die Muldestädter einen 10. Tabellenplatz in einer Oberligastaffel, die mit dem FC Carl Zeiss Jena, dem FC Sachsen Leipzig, dem 1. FC Magdeburg oder auch dem FSV Zwickau bekannte Traditionsvereine aufwies. In der Folgesaison konnte Steffens jedoch mit seiner Mannschaft nicht an diese Leistung anknüpfen und bewegte sich immer in latenter Abstiegsgefahr. Allerdings hing dies auch mit Steffens Gesundheit zusammen. Er bekam im November 2005 ein neues Hüftgelenk und fiel damit als Trainer längere Zeit aus. Letztlich führte die sportliche Entwicklung der Mannschaft nach dem 25. Spieltag am 24. März 2006 zu Steffens Entlassung. Der SV 1919 Grimma stieg dennoch ab.

Die nächste Aufgabe ließ nicht lange auf sich warten. Zum Saisonbeginn 2006/207 stellte der damalige Oberligist FC Eilenburg Steffens als neuen Trainer vor. Der erst zwei Jahre vorher in die Oberliga aufgestiegene Verein aus Nordsachsen hatte nach zwei zwölften Plätzen ambitioniertere Pläne und sah in Steffens den richtigen Mann. Mit Platz drei zum Ende der Saison ließen die Eilenburger dann auch aufhorchen, ließen sie doch Teams wie Sachsen Leipzig, den HFC oder den FSV Zwickau hinter sich. In der Saison 2007/08 war jedoch nach dem 27. Spieltag Schluss. Obwohl der Klassenerhalt längst in trockenen Tüchern war, gingen Steffens und der FC Eilenburg nach einer 0:2-Niederlage in Halle ab dem 18. Mai 2008 getrennte Wege.

Nochmals Thüringen

Die nächste Trainerstation ließ dann einige Zeit auf sich warten. Erst im Oktober 2009 kam für Steffens das richtige Angebot. Oberligist 1. FC Gera 03, in der Vorsaison auf einem überraschend guten vierten Tabellenplatz gelandet, hatte nach 8 Spieltagen erst 4 Punkte auf dem Konto. So verpflichteten die Thüringer Steffens zum 7. Oktober 2009, in der Hoffnung, den Tabellenkeller zu verlassen. Doch dieses Unterfangen erwies sich schwieriger als gedacht. Erst am 13. Spieltag gab es gegen Tabellenschlusslicht Schott Jena den ersten Sieg, insgesamt konnte Steffens mit den Geraern noch 5 Siege feiern und dreimal Unentschieden spielen. Dies reichte letztendlich sogar zum Relegationsplatz 14, um gegen den Tabellenvierzehnten der Nordstaffel um den Oberligaverbleib zu spielen. Letztendlich war dies Makulatur, da Hansa Rostock seine Reservemannschaft schließlich aus der Regionalliga in die Oberliga zurückzog, und somit auch Gera in die Landesliga absteigen musste. Vor diesem Hintergrund und wegen erheblicher finanzieller Schwierigkeiten beendete Steffens zum 30. Juni 2010 die Zusammenarbeit mit den Ostthüringern. Wochen zuvor hatte aber schon ein sächsischer Traditionsverein Steffens Verpflichtung bekannt gegeben.

Der Kreis schließt sich

Dort, wo Steffens mit dem Fußballspielen begonnen hatte, endete auch seine Trainerkarriere, in Leipzig-Probstheida. Aus den Trümmern des bekannten DDR-Fußballklubs 1. FC Lok Leipzig und seinem fußballerischen Nachfolger VfB Leipzig hatte sich 2003 eine neue Loksche gegründet. Aus den Niederungen des Amateurfußballs mittlerweile emporgestiegen, spielte Lok Leipzig in der damals fünftklassigen Oberliga. In der kurzen Amtszeit von Joachim Steffens lief allerdings sowohl für ihn als auch für den Verein vieles schief. Von 15 Hinrundenspielen konnten wetterbedingt nur 10 Spiele absolviert werden, in diesen Spielen erzielte Lok nur magere acht Punkte. Zudem erlitt Steffens bereits im Sommer 2010 eine Lungenentzündung, durch die Herz-Rhythmus-Störungen auftraten. Daraufhin wurde er noch vor Weihnachten 2010 am Herzen operiert, sein Vertrag bei Lok zum 31. Dezember 2010 aufgelöst. Nach diesem Eingriff kam Steffens auf ärztliches Anraten hin nicht mehr ins Trainergeschäft zurück.

Trainerbilanz

Club/Verein Zeitraum Saison Funktion Spielklasse Platzierung
TSG Chemie Markkleeberg II 1984–1985 Bezirksliga Leipzig 1984/85 Trainer Bezirksliga (III) 8.
BSG Chemie Böhlen II 1985–1987 Bezirksliga Leipzig 1985/86 Trainer Bezirksliga (III) 6.
Bezirksliga Leipzig 1986/87 3.
BSG Chemie Böhlen 7/1987 – 12/1987 DDR-Liga 1987/88 Co-Trainer DDR-Liga (II) 13.
1/1988 – 6/1988 Trainer
7/1988 – 12/1989 DDR-Liga 1988/89 Co-Trainer 7.
7/1988 – 12/1989 DDR-Liga 1989/90 Co-Trainer 1.
1/1990 – 5/1990 Trainer
FC Sachsen Leipzig 6/1990 – 4/1994 NOFV-Oberliga 1990/91 Co-Trainer DDR-Oberliga (I) 12.
Oberliga Nordost 1991/92 Oberliga (III) 5.
Oberliga Nordost 1992/93 1.
Oberliga Nordost 1993/94 4.
Oberliga Nordost 1993/94 Trainer
4/1994 – 6/1996 Regionalliga Nordost 1994/95 Regionalliga (III) 2.
Regionalliga Nordost 1995/96 6.
VfB Leipzig 7/1996 – 9/1999 2. Bundesliga 1996/97 Co-Trainer 2. Fußball-Bundesliga (II) 8.
2. Bundesliga 1997/98 15.
Regionalliga Nordost 1998/99 Regionalliga (II|) 2.
Regionalliga Nordost 1999/00 9.
8/1999 – 7/2001 Trainer
Oberliga Nordost 2000/01 Oberliga (IV) 2.
VfB Leipzig Amateure 7/1997 – 9/1999 Sachsenliga 1997/98 Trainer Verbandsliga (V) 1.
Oberliga Nordost 1998/99 Oberliga (IV) 2.
Oberliga Nordost 1999/2000 Oberliga (IV) 2.
1. FC Magdeburg 11/2001 – 6/2002 Regionalliga Nord 2001/02 Trainer Regionalliga (III) 12.
FC Carl Zeiss Jena 10/2002 – 3/2004 Oberliga Nordost 2002/03 Trainer Oberliga (IV) 2.
Oberliga Nordost 2003/04 2.
SV 1919 Grimma 7/2004 – 3/2006 Oberliga Nordost 2004/05 Trainer Oberliga (IV) 10.
Oberliga Nordost 2005/06 15.
FC Eilenburg 7/2006 – 5/2008 Oberliga Nordost 2006/07 Trainer Oberliga (IV) 3.
Oberliga Nordost 2007/08 12.
1. FC Gera 03 10/2009 – 6/2010 Oberliga Nordost 2009/10 Trainer Oberliga (V) 14.
1. FC Lok Leipzig 7/2010 – 12/2010 Oberliga Nordost 2010/11 Trainer Oberliga (V) 15. (8)

Literatur

  • DSFS AG Nordost (Hrsg.): DDR-Chronik 1949–1991, DDR-Fußball in Daten, Fakten und Zahlen. Band 8: Teil 2: Spieler ABC der Oberliga und Liga S. 344 und Teil 3 Trainer-ABC S. 400. Berlin 2008.