Joachim Goerdeler
Joachim Goerdeler (* 12. September 1912 in Magdeburg; † 1. August 2007) war ein deutscher Chemiker und Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Joachim Goerdeler, Sohn von Rose Goerdeler, geborener Müller, und des Mediziners Gustav Goerderler, wuchs in Danzig auf. Er studierte Chemie an den Universitäten von Marburg und Tübingen, an der TH Danzig und an der Universität Leipzig, wo er 1940 bei Burckhardt Helferich mit der Arbeit Über die β-d-Glucosidase im Schneckenemulsin zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Er war Soldat im Zweiten Weltkrieg und kam nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 kurzzeitig in Haft. Im Juni 1945 wurde er vor der sowjetischen Besetzung Thüringens und Sachsens von US-amerikanischen Truppen nach Westdeutschland evakuiert. An der Universität Bonn wurde er erneut Mitarbeiter von Helfferich und habilitierte sich dort 1952 mit einer Schrift Über Synthese und Reaktionen der 5-Amino-1,2,4-thiodiazole. Er begann dort im selben Jahr seine Lehrtätigkeit als Dozent und wurde in Bonn 1959 zum außerplanmäßigen Professor, 1963 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor und 1966 zum Abteilungsvorsteher des Chemischen Instituts ernannt. Er gehörte im Studienjahr 1966/67 dem Senat der Universität an.
Sein Arbeitsgebiet war insbesondere die Chemie von Heterocyclen, darunter hauptsächlich die Stoffgruppe der 1,2,4-Thiadiazole und deren Anwendung in der industriellen Produktion von Azofarbstoffen. Weitere Forschungsgebiete waren Single-Bond-No-Bond-Isomerien und (Thio)-Acylheterokumulene als Synthesebausteine. Er war Autor von mehr als 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Joachim Goerdeler war ab 1940 verheiratet mit Oda Goerdeler, geborener Oehlrich.
Literatur
- Nachruf in der Chronik der Universität Bonn 2006-2007, S. 56–57.
- Goerderler, Joachim. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 387.