Joachim Gerdes

Joachim Gerdes (* 16. Juni 1964 in Kiel) ist ein deutscher Germanist und Linguist.

Leben

Nach dem Studium in Göttingen, Helsinki und Hamburg war Joachim Gerdes von 1993 bis 1994 Lektor für deutsche Sprache an der Handelshochschule Turku und an der Universität Helsinki. Von 1994 bis 1999 arbeitete er ebenfalls als Lektor für deutsche Sprache an der Universität Kiel, am Verein interDaF am Herder-Institut der Universität Leipzig sowie am University Studies Abroad Consortium an der Universität Lüneburg. Nach der Promotion zum Dr. phil. (1999) war er bis 2004 an den Universitäten Genua und Bologna als Lektor für deutsche Sprache tätig. Von 2004 bis 2018 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an den Germanistischen Instituten der Universitäten Cassino und Genua, wo er sich 2018 als assoziierter Professor habilitierte.

Seit 2018 ist er Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Genua. Im Jahr 2023 habilitierte er sich als ordentlicher Professor mit einer Monographie zur protestantisch-theologischen Fachsprache im 20. Jahrhundert.[1]

Forschung und Lehre

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Soziolinguistik, darunter Jugendsprachen[2], Fachsprachen und Ethnolekte, ferner kritische Semantik, Sprachwandel und Didaktik des Deutschen als Fremdsprache. Er ist Herausgeber der ersten deutschen Übersetzung des „Fürsten“[3] (Il Principe) von Niccolò Machiavelli.

Sein Vater war der evangelische Theologe Hayo Gerdes. Sein Großonkel zweiten Grades war der Ökonom und Sozialphilosoph Wilhelm Röpke.

Einzelnachweise

  1. Joachim Gerdes: Glaube, Wissenschaft, Sprache: Eine diachronische Studie zur protestantisch-theologischen Fachsprache im 20. Jahrhundert. De Gruyter, 2022, ISBN 978-3-11-077019-3, doi:10.1515/9783110770193.
  2. Joachim Gerdes: Arbeitsfelder der Jugendsprachforschung. 2013, ISBN 978-3-653-03185-0 (peterlang.com [abgerufen am 10. Januar 2026]).
  3. Textprobe - Der Fürst des Nicolo Machiavell. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (deutsch).