João Zeferino da Costa
João Zeferino da Costa (* 25. August 1840 in Rio de Janeiro; † 24. August 1915 ebenda) war ein brasilianischer Maler und Kunstlehrer.[1]
Leben
João Zeferino da Costa wurde 1840 in Rio de Janeiro geboren. Ab 1857 studierte er an der Academia Imperial de Belas Artes in Rio de Janeiro, wo er sich insbesondere der Historienmalerei widmete und Schüler von Victor Meirelles war. Bereits während seiner Studienzeit erhielt er mehrfach Auszeichnungen, darunter 1860 eine Große Goldmedaille für das Gemälde Daniel na Cova dos Leões. 1868 gewann er nach einem Wettbewerb ein Reisestipendium für Europa. Ab 1869 setzte er seine Ausbildung an der Accademia di San Luca in Rom fort, wo er Historien- und Dekorationsmalerei bei Cesare Mariani studierte. Im Jahr 1870 verlängerte Kaiser Pedro II. das Stipendium. In den Wettbewerben der Akademie erhielt Zeferino da Costa als ausländischer Student 1870 den Preis für Aktmalerei und 1871 den Preis für Komposition. Nach weiteren Studienreisen durch Europa kehrte er 1877 nach Rio de Janeiro zurück.[2][3]
An der Academia Imperial de Belas Artes, die ab 1889 als Escola Nacional de Belas Artes firmierte, wurde er Professor für Historienmalerei und übernahm 1881 den entsprechenden Lehrstuhl. Ab 1878 lehrte er zusätzlich Landschaftsmalerei. Als Reaktion auf die konservative Ausrichtung der Institution gründete er gemeinsam mit Schülern ein freies Atelier nach dem Vorbild der Pariser Académie Julian.[2][3]
Im Jahr 1878 beauftragte Kaiser Pedro II. ihn mit der künstlerischen Gestaltung der Kirche Nossa Senhora da Candelária in Rio de Janeiro. Für die vorbereitenden Studien hielt er sich ab 1879 erneut in Rom auf. Die Ausführung der Arbeiten erfolgte zwischen 1880 und 1883 mit Unterstützung von Schülern. 1890 wurde er stellvertretender Direktor der Escola Nacional de Belas Artes und übernahm den Lehrstuhl für Zeichnen nach dem lebenden Modell. Er setzte sich für eine Modernisierung der künstlerischen Ausbildung ein und unterstützte progressive studentische Bewegungen. 1897 wurde er Ehrenmitglied der Schule. Ab etwa 1913 schränkten Lähmungserscheinungen an den Händen seine malerische Tätigkeit stark ein. João Zeferino da Costa starb am 24. August 1915 in Rio de Janeiro.[2][3]
Werk
João Zeferino da Costa begann unter dem Einfluss von Victor Meirelles mit traditionell akademischer Historienmalerei, die vorwiegend religiöse Themen behandelte. Er entwickelte einen romantischen Stil, der sich durch besondere Detailtreue auszeichnet. Während seines Aufenthalts in Rom schloss er sich unter dem prägenden Einfluss von Cesare Mariani einer akademisch-naturalistischen Strömung an und widmete sich intensiv anatomischen Studien. Seine Figuren orientieren sich an einem klassisch-idealen Menschenbild.[2]
Charakteristisch für sein Werk sind ein klarer, ausgewogener Bildaufbau, ein wirkungsvolles Helldunkel und sehr ausdrucksstarke Physiognomien. Grundsätzlich arbeitete er auf der Basis sorgfältig ausgeführter Skizzen und Zeichnungen in Kohle oder Rötel. Neben religiösen Sujets behandelte er auch profane Themen in moralisierenden Genreszenen, in denen bürgerliche Tugenden thematisiert werden.[2]
Ein wichtiger Teil seines Œuvres ist die monumentale Ausmalung der Kirche Nossa Senhora da Candelária in Rio de Janeiro. Er gestaltete dort unter anderem die Kuppel, die Hauptkapelle, den Chor und das Mittelschiff mit umfangreichen Bildprogrammen. Diese Arbeiten gelten als Höhepunkt seines Schaffens und brachten ihm höchste Anerkennung ein. Aufgrund dieses Werks wird er als bedeutendster Nachfolger von Victor Meirelles und Pedro Américo in der brasilianischen Malerei des 19. Jahrhunderts angesehen. Durch seine langjährige Lehrtätigkeit übte er zudem nachhaltigen Einfluss auf die nächste Künstlergeneration aus.[2]
Literatur
- Roberto Acquarone: A pintura no Brasil, Rio de Janeiro 1950, S. ?.
- José Roberto Teixeira Leite: A pintura no Brasil, Rio de Janeiro 1988, S. ?.
- Waldemar Zanini (Hrsg.): História geral da arte no Brasil, São Paulo 1983, S. ?.
- José Castagno: Latin American Artists. Signatures and Monograms, Lanham, Maryland 1997, S. ?.
- Fernando Ayala: Dicionário de artistas brasileiros, Rio de Janeiro 1997, S. ?.
- Claudio Vidal Neto Fernandes: Os caminhos da arte. O ensino artístico na Academia Imperial de Belas Artes, Rio de Janeiro 2001, S. ?.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006, S. ?.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Instituto Itaú Cultural: Zeferino da Costa. Abgerufen am 21. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006.
- ↑ a b c [https://web.archive.org/web/20050414013146/http://www.pitoresco.com/laudelino/zeferino/joao_zeferino.htm Jos� Zeferino da Costa.] Archiviert vom am 14. April 2005; abgerufen am 21. Dezember 2025.