Jindřich Zahradník
Jindřich Zahradník (* 4. Juli 1916 in Böhmisch Trübau, Bezirk Landskron; † Juni 1992) war ein tschechoslowakischer Politiker der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSČ), der unter anderem von 1971 bis 1981 Stellvertretender Ministerpräsident war.
Leben
Jindřich Zahradník absolvierte ein Ingenieurstudium an der Technischen Universität Prag und arbeitete nach dessen Abschluss als Ingenieur in Ministerien, als Bauleiter beim Bau der Ostslowakischen Stahlwerke in Košice sowie als Mitarbeiter des Vorsitzenden der Staatlichen Kommission für Management und Organisation (Státní komise pro řízení a organizaci), Ota Šik.[1] In der Regierung Lubomír Štrougal I fungierte er vom 28. Januar 1970 bis zum 1. Januar 1971 zunächst im Range eines Ministers als Vorsitzender des Ausschusses für Industrie (Ministr - Předseda Výboru pro průmysl). Nach einem Grubenunglück im Steinkohlenrevier Ostrava-Karvina im April 1970 bildete die Regierung unter seinem Vorsitz eine Kommission zur Untersuchung der Explosionsursachen und zur Koordinierung der Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen.[2] Er wurde daraufhin am 1. Januar 1971 einer der Stellvertretenden Ministerpräsidenten (Místopředseda vlády). Er bekleidete dieses Amt vom 9. Dezember 1971 bis zum 11. November 1976 auch in der Regierung Lubomír Štrougal II sowie zwischen dem 11. November 1976 und dem 17. Juni 1981 in der Regierung Lubomír Štrougal III.[3][4][5][6] Im Oktober 1977 wurde er zudem Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie.
1971 wurde Zahradník erstmals Mitglied der Bundesversammlung (Federální shromáždění) und war in den Legislaturperioden 1971 bis 1976, 1976 bis 1981 sowie 1981 bis 1986 der Kammer des Volkes (Sněmovna lidu) und daraufhin zwischen 1986 und 1989 der Kammer der Nationen (Sněmovna národů) an.[7] Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war er zwischen 1981 und 1987 Vorsitzender des Zentralrates der Genossenschaften (Ústřední rada družstev).
Weblinks
- Zahradník, Jindrich. rulers.org, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
- Zahradník, Jindrich (S. 29, 35, 84). CIA: Directory of Czechoslovak Officials. A Reference Aid (July 1988), abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Sik, Ota. rulers.org, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ „Tragisches Unglück in ČSSR-Bergwerk“, in: Neues Deutschland vom 5. April 1970
- ↑ Oldřich Černík III/Lubomír Štrougal I. Vláda České Republiky, abgerufen am 29. Dezember 2025 (tschechisch).
- ↑ Lubomír Štrougal II. Vláda České Republiky, abgerufen am 29. Dezember 2025 (tschechisch).
- ↑ Lubomír Štrougal III. Vláda České Republiky, abgerufen am 29. Dezember 2025 (tschechisch).
- ↑ „Präsident Svoboda ernannte neue Regierung der ČSSR. Dr. Lubomir Strougal wurde wieder Ministerpräsident“, in: Neues Deutschland vom 10. Dezember 1971
- ↑ Ing. Jindřich Zahradník. Parlamentu České Republiky, abgerufen am 29. Dezember 2025 (tschechisch).