Jewish Voice for Peace

Die Jewish Voice for Peace (JVP) (deutsch: Jüdische Stimme für Frieden, hebräisch: קול יהודי לשלום, Kol Yehudi la-Shalom) ist eine US-amerikanische Aktivistenorganisation, die sich mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt befasst und sich als jüdisch, linksgerichtet und antizionistisch versteht.[1] Die Organisation wurde 1996 in Kalifornien gegründet.[2]

In ihrem Leitbild beschreibt sie sich als „eine vielfältige und demokratische Gemeinschaft von Aktivisten, die von der jüdischen ethischen Tradition des Tikun Olam[3] inspiriert ist, sich gemeinsam für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen, um die Bestrebungen von Israelis und Palästinensern nach Sicherheit und Selbstbestimmung zu unterstützen“ und sagt, sie „sucht ein Ende der israelischen Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ostjerusalems“.[4]

2015 schloss sich die Organisation der Boycott,-Divestment-and-Sanctions-Bewegung (BDS) an – eine palästinensische Bewegung, die darauf abzielt, Israel zu bewegen, das Völkerrecht einzuhalten, inspiriert von den Widerstandsbewegungen gegen die Apartheid in Südafrika.[2]

Im Jahr 2011 gab die Jewish Voice for Peace an, 600 beitragszahlende Mitglieder zu haben, im Jahr 2015 waren es laut Eigenangabe 9.000[5] und Anfang Februar 2024 mehr als 23.000.[6]

Mit dem Krieg in Israel und Gaza ab 2023 wurde für Jewish Voice for Peace das Prinzip „Not in my name“[3] (Nicht in meinem Namen) als Protestslogan bedeutend, wonach sie als Diasporajuden nicht gutheißen wollen, dass Israel als „jüdischer Staat“ in ihrem Namen Kriegsverbrechen begeht. Jewish Voice for Peace ist Teil einer progressiven jüdischen Bewegung in Nordamerika, die sich nicht nur von Israel, sondern auch von den bestehenden jüdischen Institutionen im Inland abwendet, um eigene Gemeinschaften, sogenannte „diasporist communites“, zu entwickeln.[7]

Commons: Jewish Voice for Peace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Antisemitismus-Vorwürfe gegen Bundestagsvizepräsidentin. In: Tagesschau. Abgerufen am 10. Januar 2025.
  2. a b Sienna Drew, Noach Phillips: The Story of JVP, a Divisively Jewish Voice for Peace. In: Moment Magazine. 5. August 2024, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b Not in my name – Commit to Justice, invest in freedom. Jewish Voice for Peace, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).
  4. Mission statement. Jewish Voice for Peace, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. August 2016; abgerufen am 11. April 2019 (englisch).
  5. Evan Serpick: Embracing Israel Boycott, Jewish Voice For Peace Insists on Its Jewish Identity In: The Forward, 28. März 2015. Abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch). 
  6. Ross Barkan: How the Israeli-Palestinian Conflict Drove a Wedge Into the Democratic Party In: New York Times, 7. Februar 2024. Abgerufen am 10. Januar 2025 (englisch). „Since October, Jewish Voice for Peace has expanded its online mailing list to more than 343,000 from 43,000 and now has more than 23,000 dues-paying members, according to Beth Miller, the political director of Jewish Voice for Peace Action.“ 
  7. Arielle Angel: We need new jewish institutions. In: Jewish Currents. 2025, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).