Jesus goes to Hollywood

Film
Titel Jesus goes to Hollywood
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 60 Minuten
Stab
Regie Norbert Busè
Drehbuch Norbert Busè
Produktion Norbert Busè, Corinna Dästner
Kamera René Gorski
Schnitt Norbert Busè
Besetzung
Martin Scorsese, Mel Gibson, Paul Verhoeven, Mehdi Dehbi, Willem Dafoe, Marie-Therese Mäder

Jesus goes to Hollywood ist ein Dokumentarfilm von Norbert Busè, produziert von Doklab und Studio.TV.Film, der am 25. Dezember 2024 in arte und am 13. April 2025 im SRF ausgestrahlt wurde.[1]

Handlung

Norbert Busè untersucht in seiner Dokumentation „Jesus Goes to Hollywood“, wie das Kino seit seinen Anfängen das Bild Jesu geprägt hat – und wie sehr diese Darstellungen von kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten beeinflusst sind. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass mit dem Aufkommen des Films die Deutung religiöser Motive nicht mehr allein in kirchlichen Händen lag: Die Passionsgeschichte und die Figur Jesu wurden in bewegten Bildern immer wieder neu „angeeignet“, aktualisiert und für sehr unterschiedliche Erzählabsichten eingesetzt – bis hin zur Idee, Jesus sei im Kino zu einer Art „Star“ geworden.[2]

Im Verlauf zeichnet der Film eine Reise durch mehrere Jahrzehnte Filmgeschichte nach und betont, wie viele „Gesichter“ Jesus im Kino annimmt: von volksfrommen, traditionsnahen Formen über große Blockbuster-Inszenierungen bis zu Arbeiten, die stärker zeitkritisch lesen oder die Jesusfigur als Projektionsfläche für Gegenwartsfragen nutzen. Ein wiederkehrendes Motiv ist dabei auch die Bildtradition des Genres – etwa die Nutzung realer Schauplätze, die in unterschiedlichen Produktionen als „Heiliges Land“ fungieren. Als Beispiel wird die süditalienische Stadt Matera herausgestellt, die sowohl für Pier Paolo Pasolini Evangelienverfilmung als auch für Mel GibsonsDie Passion Christi“ als Kulisse diente; solche Gegenüberstellungen dienen der Dokumentation dazu, ästhetische Entscheidungen (Bildsprache, Ausstattung, Inszenierungsstil) und ihre Wirkung zu vergleichen. Als wiederkehrendes Motiv wird gezeigt, wie Drehorte und Bildtraditionen das Genre prägen: So dient die süditalienische Stadt Matera in verschiedenen Produktionen als Kulisse für das „Heilige Land“, etwa bei Pier Paolo Pasolini und Mel Gibson.[3]

Einen Schwerpunkt bilden zudem Kontroversen und Skandale, die immer wieder um filmische Jesus-Deutungen entstanden sind. Die Dokumentation erinnert dabei unter anderem an die Auseinandersetzungen um Martin ScorseseDie letzte Versuchung Christi“ (1988) und Mel Gibsons „Die Passion Christi“ (2004) und fragt, ob diese Reaktionen tatsächlich vor allem auf „neue“ Interpretationen jenseits kirchlicher Dogmen zurückgehen – oder ob Konflikte um Jesusdarstellungen von Beginn an zum Genre gehören, weil sie religiöse Vorstellungen, gesellschaftliche Normen und künstlerische Freiheit berühren. Zugleich stellt der Film die weiterführende Frage, ob (und inwiefern) das Kino die Jesusfigur überhaupt von der Idee des Göttlichen lösen wollte.

Zum Schluss öffnet die Dokumentation den Blick auf die Gegenwart und auf neu diskutierte oder angekündigte Projekte: Nicht der „eine“ endgültige Jesusfilm steht im Zentrum, sondern die These, dass sich die Jesusfigur in der Filmgeschichte mit den Veränderungen der Welt mitwandelt, aber als Erzählfigur nicht verschwindet – und dass gerade diese dauernde Neuinterpretation erklärt, warum Jesusstoffe im Kino immer wieder neu entstehen.[3][4][5][6][7]

Veröffentlichung

TV-Premiere in Deutschland war am 25. Dezember 2024 auf arte.

Rezeption

Die ausführlichste und zugleich am klarsten wertende Besprechung stammt aus einem von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) verbreiteten Text, veröffentlicht bei der Evangelischen Zeitung: Dort wird „Jesus Goes to Hollywood“ vor allem als „materialreicher“ und „kurzweiliger“ Parcours durch die Kinogeschichte der Jesus-Darstellungen eingeordnet und positiv hervorgehoben, dass der Film nachvollziehbar zeige, wie das Kino Jesusbilder aus kirchlichen Deutungsrahmen herauslöst und in populäre Formen überführt, zugleich aber auch die Mechanik der Bildproduktion sichtbar mache – etwa über wiederkehrende Kulissen wie Matera sowie über handwerkliche Aspekte wie Kostüm und Ausstattung.[8] Kritisch merkt der Beitrag an, Busè streife Spiritualität und theologische Fragen eher und konzentriere sich stärker auf äußere, visuelle Bausteine; zwar würden Gegenwartsfragen (etwa nach neuen, diversen Jesusbildern) angerissen, aber nicht vertieft.[9] Insgesamt überwiegt im KNA-Text das positive Urteil: Der Film sei vielseitig, gut gefüllt und unterhaltsam.[10]

Einzelnachweise

  1. Jesus Goes To Hollywood. In: Filmdienst. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  2. Jesus Goes To Hollywood – TV-Programm. In: Filmdienst. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  3. a b Manfred Riepe: Arte-Doku rekapituliert Jesus-Darstellungen im populären Kino. In: Evangelische Zeitung. 22. Dezember 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.
  4. Karl Gedlicka: "Die Königin und der Leibarzt", "Dune", "101 Dalmatiner": TV-Tipps für den Christtag. In: Der Standard. 25. Dezember 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.
  5. Christian Walther: Gewalt geht, Sex nicht: Das Kreuz mit dem Jesus-Film. In: SRF. 18. April 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.
  6. Jesus Goes To Hollywood. In: www.wunschliste.de. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  7. Jesus Goes To Hollywood. In: www.fernsehserien.de. Abgerufen am 11. Januar 2026.
  8. https://evangelische-zeitung.de/arte-doku-rekapituliert-jesus-darstellungen-im-populaeren-kino
  9. https://evangelische-zeitung.de/arte-doku-rekapituliert-jesus-darstellungen-im-populaeren-kino
  10. https://evangelische-zeitung.de/arte-doku-rekapituliert-jesus-darstellungen-im-populaeren-kino