Jessie Mae Robinson

Jessie Mae Robinson (* 1. Oktober 1918 in Call, Texas, USA als Jessie Mae Booker; † 26. Oktober 1966 in Los Angeles, Kalifornien, USA) war eine US-amerikanische Musikerin (Piano, Gesang) und Songwriterin, zu deren Kompositionen viele R&B- und Pop-Hits der 1940er und 1950er Jahre gehörten, darunter Black Night (1951), I Went to Your Wedding (1952) und Let’s Have a Party (1957).

Biografie

Jessie Mae Booker wurde am 1. Oktober 1918 in Call (Texas) geboren, wuchs aber in Los Angeles auf.[1] In jungen Jahren war sie eine erfolgreiche Stepptänzerin, schrieb eine Zeitungskolumne, wurde Mitglied einer Schauspielergewerkschaft, wirkte an Musicals mit und begann, Melodien zu komponieren und Gedichte zu schreiben, und kam schließlich zum Songwriting. Sie bot ihre Songs Interpreten und Musikverlagen an. Ihr erster Erfolg war der Mellow Man Blues (auch bekannt als Mellow Mama Blues),[2] den Dinah Washington 1945 aufnahm.[3]

Robinson arbeitete größtenteils selbständig, da die Musikindustrie sie auf Blues und R&B beschränken wollte. Die Autodidaktin nahm ihre Kompositionen mit einem Tonbandgerät auf und ließ sie dann in Noten transkribieren.[3] Zu den R&B-Chart-Hits, die Robinson in den folgenden Jahren schrieb, gehörten In the Middle of the Night (1947), Roomin’ House Boogie (1949) und Tears, Tears, Tears (1951), allesamt Hits für Amos Milburn, Sneakin’ Around (1949) von Rudy Render, Blue Light Boogie (1950) von Louis Jordan (der auch Koautor war) sowie Black Night (1951) und Seven Long Days (1951) von Charles Browns (Koautor bei Seven Long Days).[4]

1952 nahm Damita Jo Robinsons Lied I Went to Your Wedding auf, das wenig später von Patti Page,[1] deren Version Platz eins der Popcharts erreichte,[5] und vom Country-Star Hank Snow gecovert wurde.[6] Der Erfolg des Liedes machte Robinson zu einer der wenigen schwarzen Songwriterinnen, die die Rassenschranke durchbrachen, und zu einem der ersten afroamerikanischen weiblichen Mitglieder der American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP).[7] Sie schrieb weitere Pop-Hits für Jo Stafford (Keep It a Secret, 1952)[8] und Frankie Laine (I’m Just a Poor Bachelor, 1953)[9] sowie Let’s Have a Party, das 1957 von Elvis Presley und 1960 von Wanda Jackson aufgenommen wurde.[1] Einer ihrer letzten Erfolge war The Other Woman, ein Chart-Hit für Sarah Vaughan im Jahr 1958, der später von Nina Simone, Jeff Buckley (in einem Outtake seines Albums Grace aus dem Jahr 1994) und Lana Del Rey (auf ihrem Album Ultraviolence aus dem Jahr 2014) aufgenommen wurde.[10][11]

Nachdem ihre Karriere als Songwriterin zu Ende gegangen war, gründete Robinson in den 1960er Jahren kleine Plattenlabels, allerdings mit wenig Erfolg.[1] Jessie Mae Robinson starb am 26. Oktober 1966 im Alter von 48 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c d Jessie Mae Robinson Biography by AllMusic. AllMusic (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  2. Mellow Mama Blues. Songfacts (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  3. a b c Meredith Ochs: The Woman Behind The Songs: Jessie Mae Robinson. NPR, 31. Januar 2019 (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  4. Jessie Mae Robinson. Second Hand Songs (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  5. Keith Caulfield: Patti Page: A Look at Her Billboard Chart History, from 1948 – 1982. Billboard, 2. Januar 2013 (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  6. I Went to Your Wedding by Hank Snow. Discogs, abgerufen am 2. November 2025
  7. Jessie Mae Robinson. Black Hollywood Education and Resource Center (BHERC) (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  8. Jo Stafford – Keep It a Secret. Discogs, abgerufen am 2. November 2025
  9. Frankie Laine – I’m Just a Poor Bachelor. Discogs, abgerufen am 2. November 2025
  10. The Other Woman by Sarah Vaughan. Second Hand Songs (englisch), abgerufen am 2. November 2025
  11. The Other Woman - Versions. Second Hand Songs (englisch), abgerufen am 2. November 2025