Jens Sønderup
Jens Sønderup (* 2. Februar 1894 in Sønderupgaard, Nørre Vium; † 23. März 1978) war ein dänischer Politiker der Venstre, der unter anderem zwischen 1935 und 1960 Mitglied des Folketing sowie 1947 Minister für Arbeit und Soziales, von 1950 bis 1951 Kirchenminister und zwischen 1951 und 1953 Landwirtschaftsminister war.
Leben
Jens Sønderup, Sohn des Bauern Svend Sønderup (1870–1933) und von Marie Rahbek (1874–1951), absolvierte nach dem Besuch der Grundschule von 1913 bis 1914 die Hadsten Højskole, zwischen 1917 und 1918 die Askov Højskole sowie eine Berufsausbildung in praktischer Landwirtschaft und arbeitete anschließend auf dem elterlichen Bauernhof Sønderupgaard, den er 1941 übernahm. Er begann sein politisches Engagement als Mitgründer der Liberalen Jugend (Venstres Ungdom) in Skjern, deren Vorsitzender er zwischen 1919 und 1925 war. Zudem war er Vorsitzender der Liberalen Partei (Venstre) in Nørre Vium und gehörte von 1930 bis 1934 dem Ortsrat (Menighedsråd) von Nørre Vium sowie zwischen 1933 und 1937 dem Gemeinderat (Sogneråd) von Nørre Vium-Herborg als Mitglied an.
Bei der Folketingswahl am 22. Oktober 1935 wurde Sønderup für die Venstre erstmals zum Mitglied des Folketing gewählt und vertrat in der damaligen Zweiten Kammer des Reichstages (Rigsdag) bis zur Folketingswahl am 15. November 1960 den Wahlkreis „Ringkøbing Amtskreds“. Er war des Weiteren von 1940 bis 1951 Mitglied des staatlichen Ausschusses für Bodenrecht (Statens Jordlovsudvalg)[1] und engagierte sich zudem zwischen 1942 und 1951 als Vorsitzender der Kommission zur Landverteilung für Ringkøbing Amt sowie von 1943 bis 1949 als Vorsitzender des Jütländischen Bauernverbandes (Jydsk Husmandsforening). 1945 wurde er stellvertretender Vorsitzender der Venstre-Fraktion im Reichstag (Rigsdag) beziehungsweise Bildung des Einkammerparlaments 1953 im Folketing. In der Regierung Kristensen übernahm er am 24. April 1947 von seinem Parteifreund Søren Peter Larsen den Posten des Ministers für Arbeit und Soziales (Arbejds- og socialminister) und bekleidete diesen bis zum 11. November 1947.[2] Daneben war er zwischen 1948 und 1951 Vorsitzender der Kommission zur Landverteilung für Ribe Amt und 1948 Mitglied der Verfassungskommission (Forfatningskommissionen).
In der Regierung Eriksen übernahm Jens Sønderup vom 30. Oktober 1950 bis zu seiner Ablösung durch Carl Hermansen[3] von der Socialdemokraterne am 13. September 1951 zunächst das Amt als Kirchenminister. Im Zuge einer Regierungsumbildung war er daraufhin als Nachfolger von Henrik Hauch[4] zwischen dem 13. September 1951 und dem 30. September 1953 Landwirtschaftsminister (Landbrugsminister).[5] Daneben war er 1951 abermals Mitglied der Verfassungskommission, 1953 Mitglied des Repräsentantenrats der Nationalbank (Danmarks Nationalbank) sowie von 1954 bis 1960 Mitglied des Ausschusses für Außenpolitik (Det Udenrigspolitiske Nævn).[6]
Nachdem Sønderup sein Folketingsmandat 1960 aufgegeben hatte, widmete er sich ganz der Bewirtschaftung seines großen landwirtschaftlichen Betriebes. Im Februar 1968 wurde er Urheber des Begriffs „rote Söldner“ (Røde lejesvende), Er verwendete ihn für vier namentlich genannte Journalisten (Ole Andreasen, Lasse Budtz, Helge Lorenzen, Jakob Nielsen) in einem Leserbrief im Ausspruch: „Sollte die Baunsgaard-Regierung von den roten Söldnern des Fernsehens niedergestochen und vernichtet werden?“ (Skal regeringen Baunsgaard dolkes og ødelægges af fjernsynets røde lejesvende?). Der Journalistenverband (Dansk Journalistforbund) reichte im Namen der Journalisten eine Verleumdungsklage ein. Jens Sønderup verlor den Prozess und musste die Prozesskosten der Gegenpartei tragen. Er war seit dem 10. Februar 1942 mit der Stationsschwester Anna Jensen (1898–?), Tochter des Landwirts Andreas Peder Jensen (1857–1946) und Oline Hansen (1864–1927), verheiratet.
Literatur
- G. Fog-Petersen: Vor regering og rigsdag, 1938
- Tage Kaarsted: De danske ministerier 1929–53, 1977.
Weblinks
- Jens Sønderup (V). In: Folketing. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- Tage Kaarsted: Jens Sønderup (arbejdsminister). In: Dansk Biografisk Leksikon. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- Jens Sønderup. In: gravsted.dk. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
Einzelnachweise
- ↑ Michael Hertz: Statens Jordlovsudvalg. In: Den Store Danske Encyklopædi. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- ↑ Regeringen Knud Kristensen. In: Statsministeriet: Regeringer siden 1848. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- ↑ Helge Larsen: Carl Hermansen. In: Dansk Biografisk Leksikon. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- ↑ Erik Helmer Pedersen: H. Hauch. In: Dansk Biografisk Leksikon. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- ↑ Regeringen Erik Eriksen. In: Statsministeriet: Regeringer siden 1848. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).
- ↑ Flemming Juul Christiansen, Erik Damgaard: Det Udenrigspolitiske Nævn. In: Den Store Danske Encyklopædi. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (dänisch).