Jennifer Nez Denetdale

Jennifer Nez Denetdale ist eine US-amerikanische Historikerin und Professorin für American Studies an der University of New Mexico. Sie ist die erste Angehörige der Diné (Navajo), die einen Doktortitel in Geschichte erwarb.[1]

Herkunft und Ausbildung

Denetdale wuchs gemeinsam mit drei Schwestern und einem Bruder in Tohatchi, New Mexico, auf. Ihre Eltern hatten beide die Stewart Indian School, ein staatlich geführtes Internat für indigene Kinder und Jugendliche in Carson City, Nevada (USA) besucht. Ziel dieser Schulen war es, die Kinder von ihren Familien und kulturellen Traditionen zu trennen, um sie zu assimilieren. Sie gehört dem Navajo-Clan Zia (Weaver Clan) und dem Salt People Clan an. Ihr Großvater mütterlicherseits entstammt dem Red House Clan, ihr Großvater väterlicherseits dem Water-Running-Together Clan.[2] Sie ist eine Urururenkelin von Manuelito.

Denetdale erwarb ihren M.A. in Englisch an der Northern Arizona University (NAU). Später promovierte sie 1999 in Geschichte an derselben Universität.[3][4]

Jennifer Nez Denetdale ist Professorin für American Studies und Direktorin des Institute for American Research an der University of New Mexico,[1] sowie der Navajo Nation Human Rights Commission. Sie engagiert sich zudem für Studierende, die ein Studium der indigenen Studiengänge anstreben, sowie für Navajo-Frauen und für die LGBTQ+-Gemeinschaft.

Forschungsschwerpunkte

Zu ihren Forschungsschwerpunkte gehören die Geschichte und Kultur der Navajo, die Auswirkungen von Kolonialisierung und Dekolonisierung[5] sowie Fragen von Rassismus, Geschlecht und sozialer Ungleichheit.[1] So kuratierte sie 2024 eine Ausstellung des Maxwell-Museums of Anthropology, Albuquerque, über die Konsequenzen des von John Collier in den 1930er Jahren betriebenen Programms zur Verminderung des Viehbestandes der Navajo, festgehalten vom Fotografen Milton Snow.[6]

Werke (Auswahl)

  • Mit Peter Iverson: The Navajo (Indians of North America: Heritage Edition). Chelsea House, 2005. ISBN 978-0791085950. (englisch)
  • The Long Walk: The Forced Exile of the Navajo. Chelsea House, 2007. ISBN 978-0-791093443. (colorincolorado.org)
  • Reclaiming Diné History: The Legacies of Navajo Chief Manuelito and Juanita. University of Arizona Press 2007. ISBN 978-0-816526604
  • Mit Nick Estes et al.: Red Nation Rising From Bordertown Violence to Native Liberation. PM Press 2021. ISBN 978-1-629639062
  • Jennifer Nez Denetdale: Indigenous Leadership and Gender in the 21st Century. (YouTube) Vortrag, 23. Mai 2017.

Film und TV

(Quelle: IMDb[7]) Denetdale war an verschiedenen Ausstrahlungen beteiligt:

  • 2012: Connect Folge 107 (#1.7, Talkshow)
  • 2016: Unspoken: America's Native American Boarding Schools. (Fernsehfilm)
  • 2018: Moroni for President (Dokumentarfilm)

Einzelnachweise

  1. a b c Jennifer Nez Denetdale. In: University of New Mexico. Abgerufen am 12. September 2025.
  2. Nation to Nation: 09 Bad Acts / Bad Paper - Jennifer Nez Denetdale. (YouTube) In: SmithsonianNMAI. 23. September 2014, abgerufen am 31. Januar 2020 (englisch).
  3. Jennifer Nez Denetdale. Archiviert vom Original am 28. Juni 2010; (englisch).
  4. American Studies at UNM. (englisch).
  5. Chantal Marie Norrgard: Seasons of Change: Treaty Rights, Labor, and the Historical Memory of Work Among Lake Superior Ojibwe, 1870--1942. 2008, ISBN 978-0-549-81007-0, S. 34– (englisch, google.de).
  6. Jennifer Denetdale, Lillia McEnaney (Kuratoren): Nothing Left for Me: Federal Policy and the Photography of Milton Snow in Diné Bikéyah. Pressemappe zur Ausstellung des Maxwell-Museums of Anthropology, Albuquerque, 2024.
  7. Jennifer Nez Denetdale bei IMDb