Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht
Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht (geboren 18. Juni 1865 in Breda; gestorben 2. Oktober 1918 in Amsterdam) war eine niederländische Pionierin der psychiatrischen Krankenpflege und Frauenrechtlerin.
Leben
Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht wurde am 18. Juni 1865 in Breda geboren. Sie war die Tochter von Eduard Leonard Henri van Lanschot Hubrecht und Alexandrina Regina Blom van Assendelft.[1] Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, ihre Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte sie vermutlich in der Schweiz, im Krankenhaus von Lausanne.[2]
Nosokómos
In Erscheinung trat Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht, als sie 1904 und 1905 die Sekretärin von Nosokómos, dem niederländischen Verband für Krankenschwestern wurde. Der Verband war 1900 als Gegenstück zum 1893 gegründeten Niederländischen Verband für Krankenpflege ins Leben gerufen, der hauptsächlich von Ärzten geführt wurde. Nosokómos entwickelte sich zu einer einflussreichen und kritischen Organisation. Unter ihrer Führung wurden mehrere Initiativen ins Leben gerufen. Es wurde eine Zeitschrift gegründet, ebenso wie eine zentrale Stelle für private Krankenpflege und ein Pensionsfonds. Auch als ihre Amtszeit als Sekretärin beendet war, schrieb sie weiter bis 1912 für die Zeitschrift. Nach dem Vorbild ausländischer Programme setzte sie sich für private Ausbildungskurse ein. Diese waren jedoch teuer und nur wenige Krankenschwestern konnten sie sich leisten. Van Lanschot Hubrecht wurde zwischen 1912 und 1915 viermal zur Präsidentin von Nosokómos gewählt. In der Zeit ihrer Präsidentschaft engagierte sie sich vor allem für eine staatliche Ausbildung und staatliche Prüfungen für Krankenschwestern.
Internationaler Krankenpflegeverband
Der Internationale Krankenpflegeverband (ICN) wurde 1899 gegründet und die Niederlande waren sehr daran interessiert, ebenfalls Mitglied in dem Verband zu werden. Sowohl Nosokómos als auch der Niederländische Krankenpflegeverband entsandten eine Delegation. Dabei wurde Nosokómos von Van Lanschot Hubrecht als eine der Delegierten vertreten. Der Internationale Krankenpflegeverband wählte Nosokómos als niederländische Vertreterin, da Nosokómos von Krankenschwestern selbst geleitet wurden.[2]
Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht war nun auch international in die Verbandsarbeit eingebunden. Sie wurde 1909 zur Sekretärin des ICN gewählt, unter dem Vorsitz von Isabel Hampton Robb. Nachdem Hampton Robb 1910 gestorben war, übernahm Van Lanschot Hubrecht den Vorsitz.[2]
Frauenwahlrecht
Sie war nicht nur in der Krankenpflege tätig und setzte sich für die Belange von Krankenschwestern ein, sondern trat auch für das Frauenwahlrecht ein. Dabei stand sie an der Seite von Aletta Jacobs und reiste mit ihr durch das Land und hielt Vorträge. Dabei ist sie auf Fotos aus der Zeit durch ihre Größe leicht erkennbar. Sie engagierte sich während des Ersten Weltkriegs für den Frieden. Sie vertrat die radikale Ansicht, dass Ärzte und Krankenschwestern geschlossen die Arbeit verweigern sollten, um den Krieg schneller zu beenden. Diese radikale Haltung stieß weder bei Ärzten noch bei vielen Krankenschwestern auf Zustimmung.[2]
Jeanne Caroline van Lanschot Hubrecht starb am 2. Oktober 1918 im Emma-Kinderkrankenhaus in Amsterdam, vermutlich an der Spanischen Grippe.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Genealogische bronnen. In: breda.nl. stadsarchief.breda.nl, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e Jeanne van Lanschot-Hubrecht - Museum voor de Verpleegkunde. In: museumvoordeverpleegkunde.nl. Abgerufen am 28. Dezember 2025 (niederländisch).