Jeanne-Ursule Léo

Jeanne-Ursule Léo (getauft als Jeanne-Ursule-Joséphine am 13. Oktober 1738; heimatberechtigt in Pruntrut; † 21. März 1820 ebenda) war eine Oberin der Ursulinen im Fürstbistum Basel.

Leben und Wirken

Jeanne-Ursule Léo war die Tochter der Marie-Jeanne Ruelmann und des Jean-Antoine Léo, der als Sekretär dem Basler Fürstbischof Josef Wilhelm Rinck von Baldenstein diente. Sie wurde Mitglied der Ursulinengemeinschaft von Anne de Xainctonge ohne eine Klausur, trat 1757 in das Kloster Delsberg ein und legte drei Jahre später ihre Profess ab.[1]

Léo übernahm dort von 1770 bis 1773 und von 1776 bis 1793 das Amt der Oberin. Das Domkapitel und die Bürger von Delsberg hatten die Gründung des Hauses bekämpft. Die materielle Grundlage der Gemeinschaft war prekär und ab 1786 stand das Haus wegen der teuren Lebenshaltungskosten vor dem Ruin. Léo liess das Haus reparieren und suchte eine einträgliche Arbeit für die Gemeinschaft. Sie eröffnete 1787 ein Waisenhaus, das bis 1792 bestand. Im Jahr 1791 nahm sie Mitschwestern auf, die aus Clerval emigriert waren. Als das Kloster bei der Angliederung der Raurakischen Republik an Frankreich aufgehoben wurde, wurden die Ursulinen 1793 aus ihrem Haus in Delsberg vertrieben.[1] Das Gebäude wurde von der Armee beschlagnahmt.[2]

Literatur

Belege

  1. a b Marie-Anne Heimo: Jeanne-Ursule Léo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Januar 2008.
  2. Philippe Hebeisen: Léo, Jeanne-Ursule (1738–1820). In: Dictionnaire du Jura. Französisch, abgerufen am 6. Januar 2026.