Jean Schmitz (Architekt)

Johann Ludwig „Jean“ Schmitz (* 22. September 1852 in Köln; † 8. Februar 1937 in Brühl (Rheinland)) war ein deutscher Architekt, der vor allem für seine neuklassizistischen Bauwerke in der Region Köln bekannt ist.

Leben und Wirken

Jean Schmitz wurde als Sohn des Eisenbahnarbeiters Caspar Schmitz und seiner Ehefrau Anna, geb. Schiffers, in Köln geboren.

Schmitz studierte Architektur an den Technischen Hochschulen in Hannover, wo er unter anderem Schüler von Conrad Wilhelm Hase war. Er studierte zudem in München und war Meisterschüler von Friedrich von Schmidt an der Kunstakademie in Wien. Seit den frühen 1880er Jahren arbeitete Jean Schmitz als selbstständiger Architekt in Köln. Schmitz war Mitglied der „Vereinigung von Privatarchitekten in Köln a. Rh.“ sowie in der „Vereinigung Kölner Architekten“.

1887 heiratete Jean Schmitz in Köln die aus Hilden stammende Johanna Loosen.

Bauwerke

Als Architekt wirkte Jean Schmitz in Köln vor allem in den Bezirken der Altstadt, der Neustadt und in Zollstock. Von Schmitz stammten dabei zahlreiche Wohn-, Geschäfts- und Mehrfamilienhäuser, die sich heute zum Großteil nicht erhalten haben.

Für Wohneinheiten entwarf Schmitz häufiger Mehrfamilienhäuser, wie beispielsweise am Hansaring, 1887/88 (Nummern 69, 71, 73 und 75) oder in Zollstock um den Theophanoplatz, 1909/10 (Theophanostraße 20, 22, 24 und 26; Theophanoplatz 1, 3 und 5). Schmitz beteiligte sich zudem 1893 mit einem Entwurf an der Ausschreibung am Bau eines Hafengebäudes und eines Zollgebäudes am damaligen Kölner Rheinaufhafen. Für das gehobene Bürgertum entwarf Schmitz ebenfalls Wohngebäude, wie beispielsweise am Kaiser-Wilhelm-Ring, einer der Prachtstraßen Kölns Ende des 19. Jahrhunderts.

Jean Schmitz bediente sich bei seinen Entwürfen vorwiegend einem Neorenaissance-Stil mit klarer Fassadengliederung und Rustizierungen sowie Akzentuierungen durch Stuck- und Schmiede- beziehungsweise Metallarbeiten, wie Wetterfahnen.

Das Jean-Schmitz-Ensemble

Seit 1915 wohnte Jean Schmitz in Brühl. Dort hatte er bereits 1907/08 als Architekt ein Häuserensemble entworfen und errichtet, das bis heute als eines der architektonisch bedeutsamsten Ensembles der Stadt gilt. Das später sogenannte „Jean-Schmitz-Ensemble“ umfasste ursprünglich sechs Doppelhäuser an der Kreuzung Clemens-August-Straße und Goethestraße/Schillerstraße am Rande der Brühler Innenstadt.

Nachdem Jean Schmitz als Architekt bereits mehrere repräsentative Wohnhäuser an der Kaiserstraße erbaut hatte, schlug er für die Bebauung der Kreuzung bei der Brühler Baupolizei-Verwaltung eine Kolonie im englischen Landhausstil vor.

Die heute erhaltenen, teilweise rekonstruierten und renovierten fünf Doppelhäuser, zeigen sich als gedrungene, schlichte Wohngebäude, welche optisch insbesondere durch die weit herabgezogenen Krüppelwalmdächer, die Gauben und die Fensterläden definiert werden.

Das Ensemble steht heute unter Denkmalschutz.

Familie

Mit seiner Ehefrau hatte Jean Schmitz vier Kinder. Die Familie wohnte in Brühl in einem der Landhäuser des von ihm erbauten Ensembles (Clemens-August-Straße 49).

Sohn Hans Ludwig Kaspar Schmitz (* 11. August 1888 in Köln) wurde ebenfalls Architekt und war als solcher vorwiegend in den Kölner Statdtteilen Junkersdorf, Braunsfeld und Weiden tätig.

Literatur

  • Wolfram Hagspiel: (Johann Ludwig) Jean Schmitz und Hans (Ludwig Kaspar) Schmitz. In: ders.: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Bd. 1: A-G. Böhlau, Wien, Köln 2022 (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e.V.; 52), ISBN 978-3-412-52446-3, S. 320 und 323f.
  • Wilfried Hansmann e. a.: Stadt Brühl (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen, I. Rheinland, 7.3 Erftkreis), Gebr. Mann Verlag, Berlin 1977, ISBN 3-7861-3000-0.
  • Walter G. Müller: Das Jean-Schmitz-Ensemble in Brühl, in: Brühler Heimatbund (Hrsg.): Brühler Heimatblätter, Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3, 2009 (Online).