Jay Gard
Jay Gard (* 1984 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Leben
Aufgewachsen in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) erlebte Jay Gard seine frühe Kindheit in den ausgehenden Jahren der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Seine Mutter war Textilgestalterin, sein Vater Motorraddesigner. Gard studierte zunächst Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design (Burg Giebichenstein) in Halle/Saale. Von 2006 bis 2008 arbeitete er in New York im Studio des US-amerikanischen Künstlers Tom Sachs sowie anschließend in Berlin für Thomas Demand. 2008 setzte er sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in der Klasse für Installation und Raum bei Joachim Blank fort. 2010 gründete er das Label „VEGA-Leipzig“, für das er verschiedene Design-Objekte entwarf und realisierte. Seit 2012 lebt und arbeitet Gard in Berlin. Dort ko-kuratiert er seit 2022 den Projektraum BcmA. Berlin.[1][2]
Werk
Gard untersucht Form und Ornament als Grundelemente visueller Kultur. Aus Details der gebauten Umwelt, etwa Profilen von Leisten, Stuckmotiven oder dem f-förmigen Schallloch eines Streichinstruments, entwickelt er eigenständige Skulpturen durch Vergrößerung, Freistellung und Rekombination. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Raster und industriell gefertigte Träger mit gestisch wirkenden Linien und farbtheoretischen Setzungen; wiederkehrend ist die Analyse historischer Vorlagen bis in die Farbpaletten, etwa bei Sanssouci. Seit den 2020er Jahren verschiebt sich der anfänglich geometrische Zugriff zu offeneren, barock anmutenden Schwüngen. Häufige Werkstoffe sind Aluminium, Sperrholz und Keramik; die Materialien werden zügig verarbeitet, Schweißnähte, Verschraubungen, Schnittkanten und Farbspritzer bleiben sichtbar und prägen die Erscheinung der Werke. Trotz der designnahen Präzision zeigen die Arbeiten ihre Herstellung und machen die Hand des Autors lesbar.[3]
Seine Arbeiten wurden unter anderem im Haus am Lützowplatz in Berlin (2020)[4], im Jonas Mekas Visual Arts Center in Vilnius (2017) und im Museum Gunzenhauser in Chemnitz (2019)[5] präsentiert. Mit der Skulptur Sanssouci realisierte er 2023 ein fünf Meter hohes Werk für den Vorplatz der Investitionsbank des Landes Brandenburg[6]. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 entstand die monumentale Arbeit Plywood.[7] Im selben Jahr präsentierte er die großformatige Skulptur Baroque Schnörkel im Pilane Skulpturenpark auf der schwedischen Insel Tjörn.[8]
Einzelausstellungen (Auswahl)
- 2025: On Life, the Universe and Everything Else (mit Wolfgang Flad), A Pick Gallery, Turin, IT
- 2024: Anything is Everything, Galerie Grölle, Wuppertal, DE
- 2024: Ornament als Versprechen (mit Jan Tichy), Galerie Kornfeld, Berlin, DE
- 2023: Ornaments from Earth, FS.ART, Tettnang, DE
- 2021: Circles, Grimmwelt, Kassel, DE
- 2020: We Built This City, Haus am Lützowplatz, Berlin, DE
- 2019: Gabriele, Museum Gunzenhauser, Chemnitz, DE
- 2018: Colors, Gether Contemporary, Copenhagen, DK
- 2017: Zeichen unter Zeichen, SEXAUER, Berlin, DE
- 2017: It’s the Frame Not the Painting, Jonas Mekas Visual Arts Center, Vilnius, LT
- 2016: making things makes us human, Gether Contemporary, Kopenhagen, DK
- 2015: Wrong History, SEXAUER, Berlin, DE
- 2015: Jay Gard, Galerie Oelfrüh Cabinet, Hamburg, DE
- 2014: Everybody‘s Moving, Galerie B2, Leipzig, DE
- 2013: Jay Gard, SEXAUER, Berlin, DE
- 2013: The Jay Gard Picture Collection, We make it, Berlin, DE
- 2011: Fun House, Universal Cube, Leipzig, DE
- 2008: Double Gard, Half Gallery, New York, US
Gruppenausstellungen (Auswahl)
- 2025: Pilane Skulpturenpark, Schweden, SE
- 2025: Schlossgut Schwante Skulpturenpark, Oberkrämer, DE
- 2025: Hofskulptur, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
- 2024 Purple Path Skulpturenpark, Chemnitz-Olbernhau, DE
- 2024 Spektrale Skulpturenpark, TU-Wildau, DE
- 2024 Intersections, AishoNanzuka, Hongkong, HKG
- 2023 Body Language, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
- 2023 Curator’s Choice II, FS.ART, Berlin, DE
- 2022 New Positions, Gether Contemporary, Copenhagen, DK
- 2021 Gods and Monsters, Kunstverein Montez, Frankfurt, DE
- 2020 Skulpturenpark, Schlossgut Schwante”, Oberkrämer, DE
- 2019 Habitat, JGM Gallery, London, United Kingdom, GB
- 2019 Sculpture Garden, Galerie Lisa Kandelhofer, Vienna, Austria, AT
- 2019 Museumseröffnung, Bauhaus Museum, Dessau, DE
- 2018: Ein Turm der Unmoeglichkeiten, König Galerie, Berlin, DE
- 2018: Melting Point, Kunst und Denker, Düsseldorf, DE
- 2017: Nah und Fern, Skulpturen Triennale Bingen, Bingen am Rhein, DE
- 2017: SMALL – an exploration of miniature, Sexauer, Berlin, DE
- 2016: Signale der Moderne, Stiftung Bauhaus Dessau, Dessau, DE
- 2015: Spring Exhibition, Museum Charlottenborg, Kopenhagen, DK
- 2014: Booster – Kunst Sound Maschine, Museum Marta Herford, Herford, Herford, DE
- 2012: Neuzugänge zeitgenössischer Kunst im Kunstfonds, Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Berlin, DE
- 2010: Pavillon X, Galerie Jakopice, Ljubljana, SLO
- 2009: Décohérence, Sortie d‘Artistes, Rennes, FR
- 2008: Wore, Jack The Pelican Presents, New York, US
Weblinks
- www.jaygard.de
- Museum Gunzenhauser: "Gabriele" (2019), Ausstellungsseite – Kunstsammlungen Chemnitz
- Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 – Purple Path: "Plywood" von Jay Gard
- Pilane Skulpturenpark: Werkseite "Baroque Schnörkel" (2025)
- Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB): Pressemitteilung zur Skulptur "Sanssouci" (2022)
- Kulturwerk des bbk berlin: Künstlerdatenbank-Profil
- Haus am Lützowplatz (IG-Metall-Haus): "We Built This City" (2020), Ausstellungsseite
- Verlag Lubok: Monografie "Jay Gard – Form & Farbe" (2019) (Shop/Info mit Leseprobe)
- Spiegelberger Stiftung: Unikat XVII – Katalog zu Arbeiten von Jay Gard (2023)
Einzelnachweise
- ↑ Berlin con mucho arte (BcmArte) About us. In: arts project space. Abgerufen am 7. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Paolo Bianchi, Frédéric Bußmann, Marthe Krüger and Simone Müller (szim): Jay Gard - Form & Farbe. Lubok, Leipzig 2019, ISBN 978-3-945111-52-9, S. 216.
- ↑ Unikat XVII. In: PArt Foundation. Abgerufen am 7. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ Ausstellung im IG Metall Haus : Haus am Lützowplatz. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Jay Gard. Gabriele. In: Kunstsammlungen Chemnitz. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Kalkulierter Kontrast: Neue Skulptur auf dem ILB-Vorplatz in Potsdam. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 7. Oktober 2025]).
- ↑ Chemnitz 2025: Jay Gard: Plywood. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Jay Gard - Skulptur i Pilane 2025. Abgerufen am 7. Oktober 2025.