Jasleen Kaur
Jasleen Kaur (* 1986 in Glasgow) ist eine schottische Künstlerin, die 2024 den Turner Prize für ihre Installation Alter Altar erhielt.[1] Ihre Kunst verbindet Alltagsobjekte, Skulptur und Klang mit Bezügen zur Sikh-Gemeinde Glasgows und wurde von der Jury für die Zusammenführung persönlicher, politischer und spiritueller Elemente gelobt.[2] In ihrer Dankesrede vor der Tate Britain unterstützte sie Proteste, rief zu einem Waffenstillstand in Gaza auf und forderte die Loslösung der Tate von Geldgebern mit Israel-Verbindungen.[3]
Leben
Kaur wurde 1986 in Glasgow geboren und wuchs im Stadtteil Pollokshields in einer Sikh-Familie auf.[4] Sie studierte Silberschmieden und Schmuck an der Glasgow School of Art und schloss dort 2008 ab.[5] Anschließend setzte sie ihre Ausbildung am Royal College of Art in London fort.[6]
Wirken
Kaurs Arbeiten thematisieren, wie kulturelles Gedächtnis in Dingen und Ritualen eingeschrieben ist, und nutzen Improvisation sowie politische Mystik, um Traditionen und überlieferte Mythen zu hinterfragen.[4] Die für den Preis maßgebliche Einzelausstellung Alter Altar wurde 2023 im Tramway in Glasgow gezeigt und 2024 im Rahmen der Turner-Prize-Schau in der Tate Britain neu eingerichtet.[2] Zentral sind ein roter Ford Escort, der mit einer übergroßen Häkeldecke bedeckt ist, ein großflächiger Teppich, ein Himmel aus Acryl mit Alltagsobjekten sowie Klangspuren mit Handglocken, Sufi-Gesängen, Harmonium und Popmusik.[7] Die Jury würdigte die bedachte Art, in der Kaur das Persönliche, Politische und Spirituelle verwebt, und sprach von einer visuellen wie akustischen Erfahrung, die Solidarität und Freude nahelege.[2] Der Turner Prize war 2024 mit 25.000 Pfund dotiert, das Preisjahr war der 40. Geburtstag der Auszeichnung; neben Kaur waren Claudette Johnson, Pio Abad und Delaine Le Bas nominiert.[1] Kommentare betonten sowohl das Ineinandergreifen von Persönlichem, Politischem und Spirituellem als auch die große Aufmerksamkeit für Kaurs Stellungnahmen zu Gaza; zugleich wurde die Entscheidung als respektabel, aber wenig provokant eingeordnet.[8][9] In ihrer Rede sowie in Anknüpfung an einen offenen Brief forderte Kaur die Tate auf, Verbindungen zu Geldgebern mit Israel-Bezügen zu beenden und einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen.[3][2] Zeitgleich berichteten Medien von pro-palästinensischen Protesten vor der Tate Britain und einer starken Polizeipräsenz, der Kaur öffentlich ihre Solidarität aussprach.[10]
Einzelnachweise
- ↑ a b Jasleen Kaur wins the Turner prize 2024. In: The Guardian. 3. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Jasleen Kaur wins 2024 Turner Prize for show evoking the joy and power of coming together. In: The Art Newspaper. 3. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Wichtigste britische Kunstauszeichnung: Schottische Sikh-Künstlerin Jasleen Kaur gewinnt Turner Prize. In: Der Spiegel. 4. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ a b Jasleen Kaur – Alter Altar. In: Tramway. 31. März 2023, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Turner Prize announces seventh Glasgow School of Art graduate as winner. In: Glasgow School of Art Media Centre. 3. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ On my radar: Jasleen Kaur’s cultural highlights. In: The Guardian. 28. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Turner Prize goes to Jasleen Kaur. In: DW. 4. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ The political eclipses the personal in Jasleen Kaur’s Turner Prize win. In: The Conversation. 5. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Turner Prize 2024: Schockt nicht mehr. In: DIE ZEIT. 4. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Protesters Gathered Outside Tate Britain as Jasleen Kaur Won the Turner Prize. In: Artnet News. 4. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).