Jarosław Matwiejuk

Jarosław Matwiejuk (* 24. Januar 1968 in Białystok) ist ein polnischer Politiker und Jurist. Er war von 2007 bis 2011 Abgeordneter des Sejm in der VI. Wahlperiode.

Akademischer Werdegang

Matwiejuk studierte Rechtswissenschaften an der Universität Warschau (Filiale in Białystok) und promovierte 1999 an der Universität Białystok. Später habilitierte er sich. Er lehrt als Professor an der juristischen Fakultät der Universität Białystok.[1] Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen bei Verfassungsrecht und Religionsrecht. 2005 war er Prodekan der Fakultät. 2019 wurde er zum Prorektor der Universität Białystok ernannt. 2020 wurde er für weitere vier Jahre in dem Amt bestätigt.[2]

Politik

Bei der ersten vollständig freien Sejmwahl 1991 kandidierte Matwiejuk auf der Liste des Komitet Wyborczy Prawosławnych. Das einzige Mandat für diese Liste der orthodoxen Minderheit in Polen fiel jedoch an Eugeniusz Czykwin.[3] Bei der Parlamentswahl 1997 kandidierte er für das ebenfalls von Czykwin organisierte Wahlkomitee Stowarzyszenie Słowiańskiej Mniejszości Narodowe der orthodoxen Minderheit in der damaligen Woiwodschaft Białystok, das jedoch trotz 5,2 % der Stimmen im gleichnamigen Wahlkreis keinen Kandidaten in den Sejm bringen konnte.[4]

Bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 und 2002 (für den Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD))[5] wurde Matwiejuk in den Stadtrat von Białystok gewählt. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 wurde er auf der Liste des Wahlbündnisses Lewica i Demokraci (LiD) zum Abgeordneten des Sejmik der Woiwodschaft Podlachien gewählt.[6]

Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde er über die Liste der LiD (als Parteiloser auf Vorschlag des SLD) mit 20.770 Stimmen für den Wahlkreis Białystok in den Sejm gewählt.[7] Er war Mitglied der Sejm-Kommissionen für Verwaltung und Inneres sowie für die Prüfung von Abgeordnetenprojekten zur Änderung der polnischen Verfassung. Am 22. April 2008 wurde er Mitglied der neu gegründeten Fraktion Lewica. Bei der Parlamentswahl 2011 verpasste er trotz Wahlkreisspitzenkandidatur auf der SLD-Liste die Wiederwahl, da Eugeniusz Czykwin mit mehr als 500 Stimmen Vorsprung an ihm vorbei gewählt wurde.[8]

Bei der Parlamentswahl 2015 trat Matwiejuk als Parteiloser auf der Liste der Polskie Stronnictwo Ludowe (PSL) an, erlangte jedoch kein Mandat.[9]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Jarosław Matwiejuk. In: prawo.uwb.edu.pl. Abgerufen am 1. Juli 2025.
  2. Prorektorzy Uniwersytetu w Białymstoku na kadencję 2020-2024 powołani In: uwb.edu.pl. (Memento vom 4. Juli 2020 im Internet Archive)
  3. Ergebnis in Monitor Polski, 1991, Nr. 41, S. 476.
  4. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  5. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  6. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  7. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  8. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  9. Wybory do Sejmu i Senatu Rzeczypospolitej Polskiej 2015. In: parlament2015.pkw.gov.pl. Abgerufen am 1. Juli 2025.
  10. Postanowienie Prezydenta Rzeczypospolitej Polskiej z dnia 22 listopada 2001 r. o nadaniu orderów i odznaczeń. In: Monitor Polski. Nr. 8, 2002, Poz. 140 (PDF).