Jane Sbarborough

Jane Sbarborough, auch Sbarabara (* 1842 in Niederkanada, Provinz Kanada; † 1925 in Wandsworth, London), war eine britische Suffragette.[1] Sbarborough war eines der ersten Mitglieder der ersten East End London-Niederlassung der Women’s Social and Political Union.[2] Zusammen mit Annie Kenney und Adelaide Knight gehörte sie zu den von der Presse so bezeichneten Canning Town Three.[3]

Leben

Sbarborough wurde in Kanada geboren. Sie arbeitete als Näherin in London und heiratete den italienischen Reeder Fortunato Sbarborough, der im Londoner East End lebte, das für seine schlechten Lebensbedingungen bekannt war.[1]

1906 schloss sie sich als eine der ersten Frauen der von den ebenfalls der Arbeiterschicht entstammenden Annie Kenney und Minnie Baldock gegründeten und anfänglich im Untergrund operierenden ersten Londoner Zweigstelle der Women’s Social and Political Union (WPSU) an. Die Zweigstelle lag in Canning Town und die in Manchester angesiedelte WSPU hielt in der Canning Town Public Hall ihre Londoner Treffen ab.[1]

Die militante Kampagne der WSPU gewann 1906 an Fahrt, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf den Mitgliedern des liberalen Kabinetts lag. Die zu dem Zeitpunkt bereits über 60-jährige Sbarborough befand sich in einer Gruppe von Frauen, die im Juni das Haus des Schatzkanzlers H. H. Asquith stürmten, nachdem dieser eine Delegation nicht hatte empfangen wollen. Teile wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung inhaftiert. Sbarborough hatte die Bediensteten des Finanzministers aufgesucht und sie hinterfragt, warum sie die Verhaftungen bejubelten. In ihrer Anhörung wurde sie später mit den Worten zitiert, dass sowohl Frauen als auch Männer, die in Armut im East End lebten, das Wahlrecht bräuchten, um die Benachteiligung zu ändern, unter der sie bis dahin unter der Herrschaft der Männer in der Politik gelitten hätten. Sie wurde zu sechs Wochen Haft im Holloway Prison verurteilt, wie auch Annie Kenney, Theresa Billington, Adelaide Knight. Minnie Baldock berichtete 1907 von ihrem Besuch bei Sbarborough im Holloway Prison. Die gefangenen Suffragetten standen untereinander durch Zeichen und Flüstern in Kontakt, aber Sbarborough empfand die Gefängniszelle dennoch als einen Ort der Ruhe. In den Annalen des Canning-Town-Zweiges wurde vermerkt, dass eine große Menschenmenge im Hyde Park die Freilassung der Gefangenen feierte und Reden gehalten wurden, unter anderem von Christabel Pankhurst.[2]

Sbarborough sprach im Juni 1907 auf Wunsch von Louise Eates beim Kensington-Zweig der WSPU, mit Baldock bei einer Veranstaltung in Knightsbridge und traf sich möglicherweise im August mit Baldock in einem Haus in Kensington mit Emmeline Pankhurst.[2]

Über ihr weiteres Leben ist nichts weiter überliefert. Sbarborough starb 1925 in Wandsworth.

Einzelnachweise

  1. a b c Sarah Jackson: Suffragettes are not only white middle class women throwing stones. The Guardian, 12. Oktober 2015, abgerufen am 1. November 2025.
  2. a b c Diane Atkinson: Rise Up, Women!: The Remarkable Lives of the Suffragettes. Bloomsbury, London 2018, ISBN 978-1-4088-4404-5, S. 46, 72.
  3. Caitlin Davies: From prison to parliament: Suffragettes & Holloway. In: Blog. Museum of London, 27. März 2018, abgerufen am 1. November 2025.