Jane Erskine
Hon. Jane Plumer Erskine (* 9. Mai 1818 in London; † 30. März 1846 in Craigforth House in Stirling in Schottland) war eine britische Aristokratin, deren Porträt Teil der Schönheitengalerie König Ludwigs I. ist.
Abweichend von ihrem formalen Titel wird sie im Bezug zu ihrem Porträt auch als Lady Jane Erskine bezeichnet.[1][2][3]
Leben
Sie wurde am 9. Mai 1818 in London geboren. Sie entstammte dem schottischen Clan Erskine in der englischen Nebenlinie Erskine of Restormel Castle. Sie war die siebte und jüngste Tochter des David Erskine, 2. Baron Erskine, aus dessen Ehe mit Frances Cadwalader, Tochter des amerikanischen Generals John Cadwalader.[4]
Ihr Vater war von 1828 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1843 britischer Botschafter im Königreich Bayern in München am Hof von König Ludwig I.
Jane lebte mit ihrer Familie in München im Palais Barlow in der Brienner Straße 48, dem späteren Braunen Haus, sowie auf dem Landsitz der Familie Schloss Possenhofen am Starnberger See bis 1834.
Eine ihrer Schwestern war Mary Gräfin von Paumgarten, die Hermann Graf von Paumgarten in Ering im Jahr 1832 heiratete. Marys Tochter Gabrielle Antoinette Adele heiratete den Sohn von Karl Theodor von Venningen-Ullner und Jane Elizabeth Digby, bekannt als Jane Law, Baroness Ellenborough, deren Porträt ebenfalls Teil der Schönheitengalerie ist.
Der jüngste ihrer fünf Brüder war James Stuart, Freiherr von Erskine, der 1849 Wilhelmina Gräfin von Toerring-Minucci († 1880) in Pörnbach heiratete.
Jane heiratete am 29. August 1837 James Henry Callander (* 17. August 1804; † 31. Januar 1851), Laird von Craigforth in Stirlingshire und Ardkinglas in Argyllshire, der von 1832 bis 1835 Mitglied des britischen House of Commons war. Kurz nach der Hochzeit zog sie mit ihm nach Craigforth House in der Nähe von Stirling in Schottland. Sie hatten drei Töchter:
- Frances („Fanny“) Jane Callander;
- Mary Hermione Callander, ⚭ (1) Charles Sartoris, ⚭ (2) George Henry Dawkins;
- Janey Sevilla Callander (1846–1923), Theaterproduzentin, ⚭ 1869 Lord Archibald Campbell (1846–1913), Sohn des 8. Duke of Argyll.
Jane starb am 30. März 1846 in Craigforth House.
Porträt in der Schönheitengalerie
Anfang 1837 feierte Jane in München ihre Verlobung. Kurz darauf machte Königin Therese ihren Mann darauf aufmerksam, dass sich Jane für die Schönheitengalerie eigne. Sie überzeugte auch Jane davon, sich porträtieren zu lassen.[5]
Joseph Karl Stieler stellte das Gemälde bereits im März 1837 fertig. Im Juni 1837 wurde es bezahlt. Das Gemälde misst 72 × 57,9 cm.
Jane trägt auf dem Gemälde ein weißes Ballkleid, das verdeckt ist von einer Pelerine aus rosa Seidenstoff, mit Schwanenpelz besetzt. Am Hals trägt sie ein dunkles Samtband mit einem Schmuckstück. Ihre Haare sind links und rechts zu Zöpfen geflochten, die seitlich zu einer Locke drapiert sind. Die Haare werden von einem samtenen, schmuckbesetzten Stirnband gehalten. Im linken Zopf steckt eine Rose in der gleichen Farbe wie ihre Pelerine.
Heinrich Heine beschrieb Janes Gemälde so:
„Das holde Antlitz, das ein griechischer Bildhauer aus dem Dufte einer weißen Rose geformt zu haben schien, war so hingehaucht zart, so überselig edel, wie er es vielleicht als Jüngling in einer blühenden Frühlingsnacht geträumt. Die Augen freilich hatte kein Grieche erträumen können; ich aber sah sie und begriff sie, die romantischen Sirenen, die so zauberhaft die antike Herrlichkeit beleuchten.“
Literatur
- Cornelia Oelwein: Nicht nur schön… Die Lebensgeschichten der Damen aus der Schönheitengalerie König Ludwigs I. Volk Verlag, München 2021, ISBN 978-3-86222-354-1.
- Augusta von Oertzen: Die Schönheitengalerie König Ludwigs I. in der Münchner Residenz Hanfstaengl Verlag, München 1923.
Weblinks
- Hon. Jane Plumer Erskine auf thepeerage.com
- Jane Plumer (Erskine) Callander bei WikiTree
Einzelnachweise
- ↑ a b Cornelia Oelwein: Nicht nur schön... Die Lebensgeschichten der Damen aus der Schönheitengalerie König Ludwigs I. Volk Verlag, München 2021.
- ↑ Lady Jane Erskine im Onlineportal des Haus der Bayerischen Geschichte
- ↑ S. K. Ludovic: A King’s Gallery of Beauty. In: George Newnes (Hrsg.): The Strand Magazine. Nr. 133, London, Januar 1902, S. 20 (Digitalisat).
- ↑ Erskine, Baron (UK, 1806) bei Cracroft’s Peerage
- ↑ Flickr, https://www.flickr.com/photos/1way/713081862