Jane B… wie Birkin
| Film | |
| Titel | Jane B… wie Birkin |
|---|---|
| Originaltitel | Jane B. par Agnès V. |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 1988 |
| Länge | 97 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Agnès Varda |
| Drehbuch | Agnès Varda |
| Musik | u. a. Serge Gainsbourg, Frédéric Chopin, Harry Manfredini |
| Kamera | Nurith Aviv, Pierre-Laurent Chénieux |
| Schnitt | Agnès Varda, Marie-Josée Audiard |
| Besetzung | |
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Jane B… wie Birkin ist ein französischer dokumentarisch-essayistischer Film von Agnès Varda, aus dem Jahr 1988. Der Originaltitel lautet Jane B. par Agnès V.; im deutschsprachigen Fernsehen lief der Film auch unter dem Titel Jane B... wie Birkin.[1] Der Film lief 1988 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin.[2]
Inhalt
Der Film ist als offenes Porträt von Jane Birkin angelegt: Gesprächspassagen, Beobachtungen und autobiografische Splitter werden mit inszenierten Miniaturen kombiniert, in denen Birkin verschiedene (imaginierte) Rollen annimmt. So entsteht weniger eine lineare Biografie als eine Collage „vieler Gesichter“, die zwischen öffentlicher Figur, privater Person und filmischer Fantasie wechselt.[1][3]
Entstehung und Kontext
Nach Darstellung des Deutschen Filmmuseums ging die Idee zu dem Porträtprojekt von Birkin aus; im Austausch mit Varda entwickelte sich daraus ein Film, der zugleich die Arbeitsbeziehung der beiden und das Umfeld (u. a. Birkins Familie) sichtbar macht.[4] In der Rezeption wird der Film außerdem häufig als Teil eines „Diptychons“ mit Vardas Spielfilm Die Zeit mit Julien (1988) gelesen, der aus demselben Arbeitszusammenhang hervorging bzw. im Film selbst gespiegelt wird.[4][5]
Einordnung ins Werk von Agnès Varda
Jane B. par Agnès V. steht in Vardas Werk für ihre konsequente Grenzarbeit zwischen Dokumentarischem, Essay und Fiktion: Das Porträt wird zum Dialog – und zum Porträtverfahren, das die Herstellungsbedingungen (Blick, Kamera, Gespräch, Inszenierung) mitausstellt. Damit knüpft der Film an Vardas breiteres Interesse an Selbstinszenierung, Selbstbild und „cinécriture“ (Filmen als Schreibweise) an, das in der Forschung zu Varda als zentrale ästhetische Kategorie beschrieben wird.[6][7]
Rezeption
In feministischen Filmanalysen wird der Film häufig als Gegenentwurf zu einem objektivierenden Star-Porträt verstanden: Birkin erscheint nicht als Objekt eines Blicks, sondern als vielfach gebrochene, performative Figur, deren Bild sich aus Gesprächen, Spiegelungen und Rollenproben zusammensetzt.[8] McFadden beschreibt die Struktur als reflexives Porträt, in dem formale Experimente und feministische Fragestellungen zusammengeführt werden, gerade weil das Filmporträt zugleich auch Vardas Position als Autorin und Gesprächspartnerin sichtbar macht.[9] Zeitgenössische wie spätere Kritiken betonen häufig den „elliptischen“ Zugriff: Das Porträt arbeite über Sprünge, Masken, Spiel und Intimität – und mache gerade daraus seinen Erkenntnisgewinn über Starbild und Privatperson.[10]
Weblinks
- Jane B… wie Birkin bei IMDb
- Berlinale-Archiv: Jane B. par Agnès V. (1988)
- Filmdienst: Jane B. par Agnès V.
- MUBI: Jane B… wie Birkin
Einzelnachweise
- ↑ a b Jane B. par Agnès V. Katholischer Filmdienst, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Jane B. par Agnes V. Berlinale, abgerufen am 11. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Criterion Collection: Jane B. par Agnès V.
- ↑ a b Lecture & Film zu Agnès Varda // Diskussion mit Prof. Vinzenz Hediger. In: DFF.FILM. Abgerufen am 11. Januar 2026 (deutsch).
- ↑ Varda, Agnès – Senses of Cinema. 11. Juli 2010, abgerufen am 11. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ ManchesterHive (Alison Smith u. a.): Kapitel zu „cinécriture“ in Agnès Varda
- ↑ https://libres.uncg.edu/ir/uncg/f/C_McFadden_Reflected_2011.pdf
- ↑ Mai: Feminism (2023): „Varda’s Radical Deconstructions of the Self“
- ↑ McFadden, Cybelle H.: Reflected Reflexivity in Jane B. par Agnès V. (PDF, 2011). libres.uncg.edu
- ↑ Reverse Shot (2016): Review zu Jane B. par Agnès V.