Jan z Příbrami

Jan z Příbrami (auch Jan Příbram oder Jan z Příbramě, deutsch: Johann von Pibrans; * um 1387; † 20. Dezember 1448) war ein tschechischer Priester, Theologe der Hussiten und Schriftsteller.

Leben

1408 nahm Jan z Příbrami an der Versammlung der böhmischen Nation der Karls-Universität teil. 1409 erlangte er den akademischen Grad eines Baccalaureus und 1413 den eines Magister Artium. 1414 ist er einer der Zeugen der Erklärung von Jan z Jesenice über die widerrechtliche Verurteilung des Jan Hus (Repetitio pro defensione causae M. Ioannis Hus). 1420 war Jan z Příbrami Dekan der Artistenfakultät.[1]

Nach der Hinrichtung von Hus trat Jan z Příbrami in der hussitischen Bewegung nach anfänglichem Radikalismus als Sprecher des gemäßigten Flügels in Prag auf. Im Februar 1421 wurden er und Jakobellus von Mies von den Taboriten zu ihrem eucharistischen Streit mit den Pikarden befragt. Im Juni legte eine Priestersynode unter dem Vorsitz von Jan z Příbrami, Jakobellus, Prokop von Pilsen, und Jan Želivský mit der Annahme der Vier Prager Artikel den Grundstein für die utraquistische Lehre.[1]

Beim Treffen der Prager Meister und der Priester aus Tábor in Konopiště 1423 und in Prag 1424 trat er energisch gegen die Taboriten auf. 1426 zerstritt er sich mit Petr Payn und bezeichnete die Lehre des John Wyclif als ketzerisch. Dies teilte die Prager Meister, die zum Teil befürchteten, dass die Lehre des Jan Hus ebenfalls als ketzerisch gelten könnte.

Jan z Příbrami wurde vor allem politisch von Zygmond Korybut gestützt. Nach dessen Vertreibung aus Böhmen 1427 wurde Jan z Příbrami aus Prag verbannt. Danach hielt er sich in Žatec auf; 1429 durfte er nach Prag zurückkehren.

1437 war er Mitglied der böhmischen Delegation beim Konzil von Basel, das mit den Basler Kompaktaten den Hussiten in Böhmen den Laienkelch erlaubte (Utraquisten). 1439 wurde er zusammen mit Prokop von Pilsen zum Verwalter der böhmischen Utraquisten gewählt.[1] Vergeblich bemühte er sich beim Papst um die Ernennung des Bischofs Jan Rokycana zum Erzbischof von Prag.

Werke

  • Contra artikolos Picardorum – Verurteilung von 76 Artikeln der Taboriten
  • De ritibus missae – Traktat, der die kirchliche Zeremonien gegen Taboriten verteidigt
  • De professione fidei et errorum revocatione
  • Knihy o zarmoucení velkých církve svaté i každě duše věrné, 1429
  • Život kněží Táborských
  • Apologie
  • Postilla
  • Malý traktát o válce
  • O podmínkách spravedlivé války
  • Proti pikartským článkům

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Jan z Příbrami. Abgerufen am 21. Oktober 2025.