Jan von Brevern
Jan von Brevern (* 30. November 1975 in Norden, Ostfriesland) ist ein deutscher Kunsthistoriker.
Leben
Jan von Brevern wuchs in Frankfurt am Main auf und machte sein Abitur 1995 an der Ziehenschule. Nach dem Zivildienst in Hamburg studierte er ab 1997 zunächst in Hamburg und Neapel Physik und wandte sich 2000 dem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg und Berlin zu, das er 2005 mit dem Magister abschloss.
Von 2005 bis 2009 war er Assistent am Lehrstuhl für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich und Mitglied des Nationalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik „eikones“ an der Universität Basel. 2010 wurde er an der ETH Zürich über geologische Bilder im 19. Jahrhundert promoviert.[1][2]
Ab 2010 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin tätig. 2012/2013 war er „Volkswagen Foundation Fellow“ am Getty Research Institute in Los Angeles. Seit Februar 2023 ist er Heisenberg-Professor für Kunst- und Kulturgeschichte an der Fakultät Architektur & Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar.
Jan von Brevern ist mit der Übersetzerin Julia Szymanski verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Frankfurt am Main.
Forschung
Von Brevern forscht zur Fotografie- und Wissenschaftsgeschichte, zur Geschichte der Bildmedien seit dem 18. Jahrhundert, zur ästhetischen Theorie und der Kulturgeschichte der Natur. 2024 erschien seine Habilitationsschrift Das natürliche Kunstwerk bei Konstanz University Press, in der er der Frage nachgeht, wie sich die bürgerliche Sehnsucht nach Natürlichkeit im 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst äußerte. Daneben ist er auch essayistisch tätig und schreibt für Tageszeitungen und Zeitschriften, u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Merkur.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Monografien
- Blicke von Nirgendwo. Geologie in Bildern bei Ruskin, Viollet-le-Duc und Civiale, Wilhelm Fink Verlag, München 2012. ISBN 978-3-7705-5169-9
- Das natürliche Kunstwerk. Zur Ästhetisierung von Natürlichkeit im 18. Jahrhundert, Konstanz University Press, Göttingen 2024.
Herausgaben
- mit Anna Degler: Themenheft Distanz, 21: Inquiries into Art, History, and the Visual – Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur, Bd. 4, Nr. 3 (2023). doi:10.11588/xxi.2023.3
- mit Julian Blunk: Themenheft Digitale Genres, kritische berichte Bd. 53, Nr. 1 (2025). doi:10.11588/kb.2025.1
Aufsätze
- Resemblance After Photography, Representations 123 (2013), S. 1–22.
- The Eternal Child: On Expectations in the History of Photography, Getty Research Journal, No. 7 (2015), S. 67–80.
- Kunst am Flughafen, Merkur 828 (2018), S. 5–24.
- Kunst muss misslingen können, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Dez. 2019, S. 13.
- Distanzbedürfnisse. Abstandhalter im Museum, 21: Inquiries into Art, History, and the Visual – Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur, Bd. 4, Nr. 3 (2023), S. 429–464.
- Gärtnern in Havanna. Urban agriculture als Zukunftsmodell, Merkur 902 (2024), S. 1–15.
Auszeichnungen
- 2005: Förderpreis für die beste Abschlussarbeit 2004/2005 des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg
- 2007: Förderpreis „Kunstwissenschaft 2007“ der Alfred-Richterich-Stiftung und der Vereinigung der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker in der Schweiz.
- 2010: Erich-Stenger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.[3]
- 2011: Deubner-Preis des Deutschen Verbands für Kunstgeschichte.[4]
Weblinks
- Literatur von und über Jan von Brevern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage Jan von Breverns an der Bauhaus-Universität Weimar
Einzelnachweise
- ↑ 2012 als Buch veröffentlicht unter dem Titel Blicke von Nirgendwo. Geologie in Bildern bei Ruskin, Viollet-le-Duc und Civiale.
- ↑ Josef Imorde: Rezension zu „Blicke von Nirgendwo“. Am 20. März 2012 in: Arthist, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Preisträger des Forschungspreis Fotografiegeschichte der Deutschen Gesellschaft für Photographie, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Liste der Preisträge des Deubner-Preises, abgerufen am 16. November 2025.