Jan Olbrycht (Politiker)

Jan Marian Olbrycht (* 21. September 1952 in Rybnik) ist ein polnischer Politiker (AWS, PO) und Soziologe. Er war von 1999 bis 2002 Woiwodschaftsmarschall der Woiwodschaft Schlesien. Von 2004 bis 2024 gehörte er dem Europaparlament an.

Leben und Beruf

Olbyrcht studierte Soziologie an der Jagiellonen-Universität Krakau und schloss das Studium 1976 mit einem Magister ab. Anschließend lehrte er bis 1990 als Dozent an der Universität Schlesien, Außenstelle Cieszyn.[1] 1984 promovierte Jan Olbrycht in Soziologie und nahm 1985 eine Tätigkeit als Dozent an der Jagiellonen-Universität auf, welche er bis 1989 ausübte.[1]

Politik

Olbyrcht war Bürgermeister von Cieszyn von 1990 bis 1998.[1] 1999 bis 2002 war Jan Olbrycht Woiwodschaftsmarschall der Wojewodschaft Schlesien und von 1998 bis 2004 war er für die Akcja Wyborcza Solidarność (AWS) Abgeordneter im Woiwodschaftssejmik.[1] Dabei wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 auf der Liste Wspólnota Samorządowa Województwa Śląskiego gewählt.[2] Von 2002 bis 2004 war er Vorsitzender des politischen Rates der AWS. 2004 wechselte er in die Platforma Obywatelska (PO), in der er dem Nationalrat angehörte.

Olbrycht war von 2004 bis 2024 Abgeordneter im Europäischen Parlament. Dort war er Mitglied der christdemokratischen Fraktion der Europäischen Volkspartei, deren stellvertretender Vorsitzender er von 2019 bis 2024 war.[3] Er wurde bei den Europawahlen 2004,[4] 2009[5] und 2014[6] jeweils auf der Liste der PO gewählt. Bei der Wahl 2019 kandidierte er erfolgreich für das pro-europäische Wahlbündnis Koalicja Europejska, an dem sich die PO beteiligt hatte.[7] Bei der Europawahl 2024 kandidierte er nicht erneut.[8]

Ehrungen

Er wurde 2000 mit dem Ritterkreuz des Orden Polonia Restituta ausgezeichnet.[9] Für seine Verdienste im Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik wurde er 2005 mit dem Kaiser-Maximilian-Preis ausgezeichnet.[10]

Fußnoten

  1. a b c d Website von Jan Olbrycht, Curriculum Vitae, abgerufen am 8. Dezember 2013
  2. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. September 2025.
  3. „Notre présidence“ auf www.eppgroup.eu, abgerufen am 22. September 2025.
  4. Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9635.
  5. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. September 2025.
  6. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. September 2025.
  7. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 22. September 2025.
  8. „Po 20 latach pracy w PE Jan Olbrycht żegna się z mandatem europosła“ auf samorzad.pap.pl, abgerufen am 22. September 2025.
  9. Verleihnachricht in Monitor Polski 2001, Nr. 4, S. 118.
  10. Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises 2005, Stadt Innsbruck (PDF, 2 MB)