James W. Messerschmidt
James W. Messerschmidt (* 21. Januar 1951[1]) ist ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe. Er ist emeritierter Professor der University of Southern Maine.[2] In seiner wissenschaftlichen Arbeit verknüpfte er Kriminalitätstheorie und Geschlechtersoziologie.
Werdegang
Messerschmidt machte 1973 das Bachelor-Examen an der Portland State University, den Master-Abschluss 1976 an der San Diego State University und wurde 1979 mit dem Hauptfach Soziologie an der Universität Stockholm zum Ph.D. promoviert. Seine erste Wirkungsstätte als Hochschullehrer war von 1979 bis 1986 die Morehead State University, 1986 ging er als Associate Professor an die University of Southern Maine, wo er 1994 zum Professor und 2018 zum Distinguished University Professor befördert wurde. Seine Emeritierung erfolgte 2020.[3]
Laut dem deutschen Kriminologen Christian Wickert steht in Messerschmidts Buch Crime as Structured Action und dessen folgenden Forschungen die These im Zentrum, dass kriminelles Verhalten eine Strategie zur Herstellung von Männlichkeit sein kann, wenn gesellschaftlich akzeptierte Wege zur hegemonialen Männlichkeit versperrt sind. Messerschmidt habe eine Theorie entwickelt, die sowohl strukturell als auch interaktionistisch argumentiert: Kriminalität sei kein rein individuelles Handeln, sondern Ausdruck sozialer Bedingungen und Ungleichheiten.[4]
Schriften (Auswahl)
- Nine lives. Adolescent masculinities, the body, and violence. Westview Press, Boulder 2000, ISBN 978-0-813-36666-1.
- Hegemonic masculinities and camouflaged politics. Unmasking the Bush dynasty and its war against Iraq. Paradigm Publishers, Boulder 2010, ISBN 978-1-594-51817-1.
- Crime as structured action. Doing masculinities, race, class, sexuality, and crime. 2. Auflage, Rowman & Littlefield, Lanham 2014, ISBN 978-1-442-22540-4
- Masculinities in the making. From the local to the global. Rowman & Littlefield, Lanham 2016, ISBN 978-1-442-23292-1.
- Hegemonic masculinity. Formulation, reformulation, and amplification. Rowman et Littlefield, Lanham 2018, ISBN 978-1-538-11403-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Geburtstag gemäß LCCN.
- ↑ University of Southern Maine: James W. Messerschmidt
- ↑ University of Southern Maine, Curriculum Vitae: James W. Messerschmidt
- ↑ Christian Wickert: James W. Messerschmidt – Crime as Structured Action (1993). In: SozTheo, Schlüsselwerke der Kriminologie, abgerufen am 26. Dezember 2025.