James R. Lewis
James R. Lewis (* 3. Mai 1936; † 9. Oktober 2020) war ein amerikanischer Evangelist, Geschäftsmann und ehemaliges republikanisches Mitglied der Wisconsin State Assembly, der nach einer Verurteilung wegen Meineids aus dem Amt entfernt wurde.[1]
Biographie und Lebensweg
James R. Lewis wurde in Milwaukee, Wisconsin, geboren. Er besuchte die Rufus King High School, die University of Wisconsin–Milwaukee und das Moody Bible Institute.
Seine berufliche Laufbahn begann er als Evangelist für die Billy Graham Evangelistic Association. Lewis heiratete und engagierte sich in den Organisationen Citizens for Decency Through Law und dem Christian Business Men's Committee, wo er als Regionaldirektor tätig war. Von 1972 bis 1974 lebte er in der Stadt Barton in Washington County.
Lewis ist ordinierter Pfarrer und gründete 1988 die Christian Bible Fellowship, eine regionale Missionsgesellschaft.
Politische Karriere (1972–1978)
Im Jahr 1972 wurde er mit 9.341 Stimmen zum Vertreter des neu geschaffenen 53. Wahlbezirks gewählt, der Teile der Counties Dodge, Fond du Lac und Washington umfasste. Er setzte sich dabei gegen den demokratischen Kandidaten Lehman Eichstadt durch, der 7.939 Stimmen erhielt.[2]
Bei den republikanischen Vorwahlen von 1974 stand er der Herausforderung durch Mary Panzer (der Tochter des ehemaligen Staatssenators Frank E. Panzer) gegenüber, die er nur knapp mit 1.830 zu 1.749 Stimmen für sich entscheiden konnte. Die anschließenden allgemeinen Wahlen gewann er jedoch mit einem deutlich größeren Vorsprung.[3]
Bei den Vorwahlen von 1976 sah er sich keiner Herausforderung gegenüber und wurde bei der Hauptwahl problemlos wiedergewählt.[4] Im Jahr 1978 erfolgte seine Wiederwahl, da er ohne Gegenkandidaten antrat.[5]
Kontroverse und Rücktritt
Lewis war an einer Kontroverse beteiligt, die in den späten 1970er Jahren begann. Er schloss sich einer Gruppe an, die versuchte, den ehemaligen NASA-Laserwissenschaftler Myron Muckerheide zu überzeugen, eine Laserwaffe zur Blendung von Personen zu entwickeln und diese an den guatemaltekischen Oberst Federico Fuentes zu verkaufen.[6] Ziel war es, auf diesem Weg Gelder für den Bau einer Laetrile-Fabrik in Südamerika zu beschaffen. Lewis war zu dieser Zeit ein prominenter Befürworter der Legalisierung und Herstellung von Laetrile in Wisconsin gewesen.[7][8]
Muckerheide kontaktierte daraufhin das FBI.[9] Die Laserwaffe wurde nie gebaut.[10] Im Jahr 1979 bekannte sich Lewis des Meineids für schuldig, weil er vor einer Grand Jury des Bundes, die das Vorhaben untersuchte, falsche Angaben gemacht hatte.[11] Lewis entschuldigte sich öffentlich und erklärte, er habe „... einen sehr, sehr schwerwiegenden Fehler gemacht und das bedauere [er] sehr.“[12] Sein republikanischer Parteikollege, Gouverneur Lee Dreyfus, lehnte es ab, ein Gnadengesuch für Lewis beim Präsidenten zu beantragen, obwohl er zitiert wurde, die sechsmonatige Haftstrafe sei zu hart.[13][12][8]
Aufgrund der entsprechenden Bestimmungen des Gesetzes von Wisconsin wurde Lewis infolge seiner Verurteilung aus seinem Amt entfernt.[14] Bei der anschließenden Sonderwahl wurde Mary Panzer zu seiner Nachfolgerin gewählt.
Karriere und Engagement
James R. Lewis arbeitete für das Familienunternehmen Sunseed Natural Foods in West Bend.[15] Darüber hinaus war er im Vorstand der Mid-American Health Organization tätig, einer regionalen Interessenvertretung für Reformhäuser und Verkäufer von Nahrungsergänzungsmitteln. Er fungierte als Präsident dieser Organisation von 2002 bis 2010.
Tod
Lewis verstarb am 9. Oktober 2020 in Wisconsin Dells.[16]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Lewis, James R. 1936. In: Dictionary of Wisconsin History. Wisconsin Historical Society, archiviert vom am 12. Juni 2011; abgerufen am 30. Oktober 2010 (englisch).
- ↑ Theobald, H. Rupert; Robbins, Patricia V., Editors. The state of Wisconsin 1973 blue book Madison, Wisconsin: Wisconsin Legislative Reference Bureau; p. 827
- ↑ Theobald, H. Rupert; Robbins, Patricia V., Editors. The state of Wisconsin 1975 blue book Madison, Wisconsin: Wisconsin Legislative Reference Bureau; pp. 803, 830
- ↑ Theobald, H. Rupert; Robbins, Patricia V., Editors. The state of Wisconsin 1977 blue book. Madison, Wisconsin: Wisconsin Legislative Reference Bureau; pp. 893, 915
- ↑ Theobald, H. Rupert; Robbins, Patricia V., Editors. The state of Wisconsin 1979–1980 blue book. Madison, Wisconsin: Wisconsin Legislative Reference Bureau; p. 925
- ↑ Results of the joint utilization of Laser integrated Experiments. (PDF) 1986, archiviert vom am 5. Oktober 2025; abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Odd Laser Scheme In: The Daily Union Democrat, 29. August 1979, S. 2. Abgerufen am 4. November 2010 (englisch).
- ↑ a b Dreyfus won't go to bat for Lewis In: The Milwaukee Journal, 24. November 1979, S. 6. Abgerufen am 1. November 2010 (englisch).
- ↑ Sharon Thatcher: On the Laser's Edge, The Conspiracy: Code Word Tikal. Hrsg.: Merrill Publishing Associates. 2007, ISBN 978-0-9795752-0-4 (englisch, 202 S.).
- ↑ In this episode, retired agent Tom Burg reviews his domestic terrorism case about a 1970s conspiracy to overthrow the U.S. government with laser weaponry. In: Jerri Williams. 29. Januar 2025, archiviert vom am 5. September 2025; abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ UPI. "Solon convicted of making, selling laser gun." Rome News-Tribune August 29, 1979; p. A-2.
- ↑ a b UPI. "Legislator pleads guilty to lying on laser gun plan." Bangor Daily News August 30, 1979; p.2
- ↑ [1] | Lewis v. Coursolle Broadcasting | Annotate this Case | 127 Wis. 2d 105 (1985) | 377 N.W.2d 166 | [2]
- ↑ Johnson, Raymond E. "5 vie to replace ousted legislator." Milwaukee Journal December 27, 1979; p. Accent North 6
- ↑ Sunseed Natural Foods, Inc. Archiviert vom am 4. März 2016; abgerufen am 29. Oktober 2013 (englisch).
- ↑ Judy Steffes: James Lewis, 84, of Wisconsin Dells formerly of the Town of Barton In: Washington County Insider, 22. Oktober 2020. Abgerufen am 26. Mai 2021 (englisch).