Jakobine Bascelier

Jakobine Bascelier († 25. Januar 1630 in Béziers), auch bekannt als die „Rose von Béziers“, war eine Angehörige des Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Über ihr Leben berichten vor allem franziskanische Quellen des 19. Jahrhunderts, die sie als Mystikerin darstellen.

Leben

Jakobine Bascelier war die Tochter des Gerichtspräsidenten von Béziers. In den überlieferten Darstellungen wird sie als schön und geistreich beschrieben. In ihrer Jugend galt sie demnach als eitel und stolz; zahlreiche Edelmänner sollen um sie geworben haben, doch sie habe alle Bewerber zurückgewiesen.[1]

Im Alter von 25 Jahren kam sie erstmals mit dem Dritten Orden der Franziskaner in Berührung. Ein Prediger des Kapuzinerklosters in Béziers beeindruckte sie durch seine Worte über Buße und Heil. Diese Predigt führte laut den Quellen zu einer inneren Bewegung und einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrem bisherigen Leben.[2] Ein weiteres prägendes Erlebnis sei die Begegnung mit einem Kapuzinermönch gewesen, dessen einfaches Leben sie berührt habe. Von da an besuchte sie regelmäßig die Messe und suchte geistlichen Rat bei den Kapuzinern.[3]

Vor der Aufnahme in den Orden wurde sie von den Kapuzinern auf die Probe gestellt: Sie sollte den weltlichen Verlockungen widerstehen und sich stattdessen dem Gebet, dem Fasten und der Lektüre geistlicher Bücher widmen.[3]

Nach den Darstellungen erlebte sie am Pfingstsonntag eine Erleuchtung und bat anschließend um Aufnahme in den Orden.[3] Am 25. Januar 1589 wurde sie mit Zustimmung der Kapuziner und des Bischofs offiziell in den Dritten Orden aufgenommen.[4] Am Vorabend habe sie noch einen letzten Ball im Palast ihres Vaters veranstaltet, bevor sie in der Nacht das Kloster betrat, wo sie das Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit ablegte und das Büßerkleid annahm.

Die Quellen schildern, dass Bascelier ein von Askese geprägtes Leben führte. Praktiken wie Selbstgeißelung, Gebet und Fasten werden erwähnt.[5] In den Darstellungen heißt es, andere Frauen und Mädchen hätten bei ihr Rat im christlichen Leben gesucht. Darüber hinaus wird ihr Engagement in der Nächstenliebe hervorgehoben.[5]

Bascelier starb am 25. Januar 1630, dem Jahrestag ihrer Aufnahme in den Orden.[6]

Überlieferung

Die wichtigsten Darstellungen ihres Lebens finden sich in spirituellen Schriften des 19. Jahrhunderts. Diese Quellen betonen ihre Schönheit, ihre asketische Lebensweise und ihre Vorbildfunktion für andere Frauen. Ob die Berichte historische Tatsachen wiedergeben oder eher legendarischen Charakter haben, ist unklar.

Literatur

  • Norbert Stock, Franz Ser. Tischler: Hausbuch für die Mitglieder des dritten Ordens des heiligen Vaters Franziskus. Teil 1, Matthias Mittermüller, Salzburg, 1886, S. 761–769.
  • Augustin Maria Ilg: Geist des hl. Franziskus Seraphikus. Kranzfelder'sche Buchhandlung, Augsburg, 1876, S. 131–141.

Einzelnachweise

  1. Stock/Tischler 1886, S. 762.
  2. Stock/Tischler 1886, S. 763.
  3. a b c Stock/Tischler 1886, S. 765.
  4. Stock/Tischler 1886, S. 766.
  5. a b Stock/Tischler 1886, S. 768.
  6. Stock/Tischler 1886, S. 769.