Jakob Theodor Plitt

Jakob Theodor Plitt (* 4. April 1815 in Königsfeld im Schwarzwald; † 27. Mai 1886 in Dossenheim) war ein deutscher lutherischer Theologe und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Jakob Theodor Plitt begann 1834 sein Studium der Evangelischen Theologie, zuerst am Seminar Herrnhut, dann an der Universität Berlin und der Universität Heidelberg. Von 1837 bis 1840 arbeitete er als Lehrer am Erziehungs-Institut in Neuwied und von 1840 bis 1842 am Knaben-Institut Gnadau. Im Jahre 1842 übernahm er eine Pfarrstelle in Karlsruhe; 1853 wurde er Stadtpfarrer an der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Außerdem unterrichtete er am dortigen Predigerseminar und war Universitätsprediger. Nach der Lizenziatsprüfung und der Habilitation 1854 an der Universität Heidelberg wurde er 1855 außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg. Im Wintersemester 1860/61 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Bonn. 1866 übernahm er die Pfarrstelle in Dossenheim.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die evangelischen Conferenzen, gehalten zu London vom 19. August bis 2. September 1846. Karlsruhe 1846.
  • (mit Karl Mann): Der evangelische Bund. Die zu Liverpool und London gehaltenen Conferenzen über christliche Vereinigung. Basel 1847 (Nachdruck: Nabu Pr., o. O. 2010, ISBN 978-1-271-09072-3.).
  • Skizzen aus einer Reise nach dem Heiligen Land. Braun, Karlsruhe 1853.
  • De Cyrilli Hierosolymitani orationibus quae exstant catechiticis. Mohr, Heidelberg 1855.
  • (mit K. H. Rau): Die christliche Armenpflege. Brönner, Frankfurt 1855.
  • Vergleichung der neuen und der bisherigen Gottesdienstordnung in der evangelischen Kirche Badens zur richtigen Beurtheilung der ersteren der evang. Gemeinde in Heidelberg. Mohr, Heidelberg 1859.
  • De compositione Evangeliorum synopticorum. Georgi, Bonn 1860.
  • Glaube, Liebe, Hoffnung. Fünf Predigten, nicht als Selbstvertheidigung, sondern als Bezeugung seines Glaubens. Riebner, Wiesbaden 1866.
  • Die Pastoralbriefe, praktisch ausgelegt. Schultze, Berlin 1872.
  • Katechismus-Unterricht. Nach dem Katechismus für die evangelisch-protestantische Kirche im Großherzogtum Baden. Schauenburg, Lahr 1883.
  • Die erste Evangelienreihe (= Die Perikopen und Lektionen der evangelisch-protestantischen Kirche im Großherzogtum Baden. Für die Gemeinde kurz erläutert, Bd. 1). Groos, Heidelberg 1886.

Literatur

  • Nicholas M. Railton: Pietismus und Revolution. Der badische Pfarrer Jakob Theodor Plitt (1815–1886) und seine Beziehung nach England. Hrsg. von Gerhard Schwinge (= Sonderveröffentlichungen des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Landeskirche in Baden, Bd. 8). Verlag Regionalkultur, Heidelberg/Ubstadt-Weiher 2012, ISBN 978-3-89735-730-3.

Einzelnachweise

  1. Plitt, Jakob Theodor. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 2: 1803–1932. Springer, Berlin u. a. 1986, S. 206, ISBN 3-540-15856-1.