Jakob Kocher
Jakob Kocher (* 11. Dezember 1818 in Ferndorf; † 12. Januar 1875 in Haspe) war ein deutscher Eisenhütten-Ingenieur. Er war Gründer des Technischen Vereins für Eisenhüttenwesen, dem späteren Verein Deutscher Eisenhüttenleute und dem heutigen Stahlinstitut VDEh.
Leben
Jakob Kocher war ein Sohn des Lehrers, Geometers, Schöffen und Bürgermeisters von Ferndorf Johann Kocher (1769–1835) und seiner Frau Anna (1776–1832), geborene Heimel. Nach dem Besuch des Gewerbeinstituts Berlin war er bei der Gutehoffnungshütte in Oberhausen sowie bei der Hermannshütte in Hörde tätig. Im Jahr 1848 wechselte Kocher zum gerade neu erbauten Puddel- und Walzwerks Lehrkind, Falkenroth & Compagnie nach Haspe, wo er die Leitung übernahm. In den Folgejahren modernisierte er das Werk, für das er 1856 zum Direktor mit Verantwortung für das gesamte Werk ernannt wurde. In der ersten Hälfte der 1860er-Jahre trat er als Kommanditist in die neugebildete Firma Falkenroth, Kocher & Co. ein.
Zusammen mit Leopold Hoesch und Reiner Daelen gründete Jakob Kocher 1860 den Technischen Verein für Eisenhüttenwesen in Düsseldorf.[1] Dort war er mehrere Jahre Schriftführer. Mit dem Beitritt des Technischen Vereins für Eisenhüttenwesen als Zweigverein zum Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Jahr 1861 wurde Kocher VDI-Mitglied (Mitgliedsnummer 473).[2] Dem VDI und dem Zweigverein gehörte er bis zu seinem Tod an.[3]
Jakob Kocher war mit Caroline, geborene Wilmsmann (1830–1890), verheiratet.
Literatur
- Günter Bauhoff: Kocher, Jakob. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 281–282 (deutsche-biographie.de).
Einzelnachweise
- ↑ Lars U. Scholl: Der Ingenieur in Ausbildung, Beruf und Gesellschaft 1856 bis 1881. In: Karl-Heinz Ludwig (Hrsg.): Technik, Ingenieure und Gesellschaft – Geschichte des Vereins Deutscher Ingenieure 1856–1981. VDI-Verlag, Düsseldorf 1981, ISBN 3-18-400510-0, S. 51.
- ↑ Angelegenheiten des Vereines. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 6, Nr. 2, 3, 4, 1862, S. 75.
- ↑ Angelegenheiten des Vereines. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 19, Nr. 2, Februar 1875, S. 112.