Jakob Keller (Theologe)

Jakob Keller (auch Jacob Keller; Pseudonym: Berchtoldo à Ravchenstein; * 1568 in Säckingen; † 23. Februar 1631 in München) war ein deutscher Jesuit.

Leben

Keller hatte schon vor seinem Eintritt in den Jesuitenorden Theologie und Philosophie studiert. Am 8. Januar 1589 trat er im Jesuitenkolleg Luzern in den Orden ein, die Ordensgelübde legte er am 13. Januar 1591 im Jesuitenkolleg St. Salvator Augsburg ab. Anschließend lehrte er an verschiedenen Jesuitenschulen Philosophie und Theologie. Seine Priesterweihe erhielt er 1600 in Eichstätt.

Keller lehrte über mehrere Jahre als Professor der Philosophie und der Theologie an der Universität Ingolstadt. 1606 kam er als Rektor an das Jesuitenkolleg Regensburg. Kurz darauf, 1607, übernahm er das Rektorat des Jesuitenkollegs München. Mit Ausnahme der Zeit zwischen 1623 und 1627 blieb er bis zu seinem Tod Rektor des Kollegs in München.

Keller war einflussreicher Berater des Herzogs und Kurfürsten Maximilian I. von Bayern sowie seines Bruders Herzog Albrecht VI. von Bayern-Leuchtenberg und wird als einer der einflussreichsten deutschsprachigen Jesuiten seiner Zeit eingeordnet. Er gilt als Förderer der Dramatiker Jacob Balde und Jakob Bidermann.

Keller wurde sowohl als Polemiker als auch als Dramatiker bekannt.

Werke (Auswahl)

  • Philippica In Anonymvm Praedicantem Calvinistam, Qvi Societatem Iesv Mendaciis, Convitiis, calumniis, iniuriis onerauit in famoso libro quem inscribit, Angermaier, Ingolstadt 1607.
  • Tyrannicidivm Sev Scitvm Catholicorum De Tyranni Internecione, Henricus, München 1611.
  • Catholisch Pabstumb. Das ist: Grundtlicher augenscheinlicher Beweiß, daß allein die Römische Päbstische Lehr gut, alt, catholisch und apostolisch seye, 2 Bände, Henricus, München 1614.
  • Ludovicus quartus imperator defensus Bzovius iniuriarum postulatus, 3 Bände, Henricus, München 1618–1619.
  • Constantinus Peregrinus castigatus seu Relectio itineris quadrimestris Bvquoi, unter dem Pseudonym Berchtoldo à Ravchenstein, Brügge 1621.
  • Litura seu castigatio cancelleriae Hispanicae, Haussreich, München 1623.
  • Cancellariae Anhaltinae, Pars Secunda, 1624.

Literatur