Jakob Horovitz
Jakob Horovitz (geboren 30. April 1873 in Lauenburg (Pommern); gestorben 16. Februar 1939 in Arnheim) war ein deutscher Rabbiner.
Leben
Jakob Horovitz war ein Sohn des orthodoxen Frankfurter Rabbiners Markus Horovitz (1844–1910) und der Auguste Ettlinger (1851–1919), unter seinen zehn Geschwistern waren der 1874 geborene Josef Horovitz, der Rechtsanwalt Abraham Horovitz (1880–1953)[1] und Therese Freimann.
Horovitz besuchte das Philanthropin in Frankfurt am Main und machte 1894 das Abitur am Friedrichsgymnasium in Kassel. Er studierte Philologie und Geschichte für drei Semester an der Universität Marburg bei Hermann Cohen und Paul Natorp, dann an der Berliner Universität, er wurde 1899 in Marburg mit einer Dissertation über Platon promoviert. Horovitz absolvierte eine Rabbinerausbildung am Berliner Rabbinerseminar.
Horovitz arbeitete als Rabbiner und Direktor der jüdischen Religionsschule der israelitischen Gemeinde in Frankfurt. Er engagierte sich in regionalen und überregionalen jüdischen Organisationen und war Vizepräsident des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbands. Er trat 1929 als Nicht-Zionist in die Jewish Agency ein.
Nach den Novemberpogromen 1938 wurde Horovitz im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Er floh in die Niederlande, wo er an den Haftfolgen starb.
Gedenken
Am 16. Mai 2025 wurden vor dem Haus Stauffenstraße 33 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig für Jakob Horowitz und seine Familie verlegt.[2]
Schriften (Auswahl)
- Der Toleranzgedanke in der deutschen Literatur zur Zeit Moses Mendelssohns. 1914
- Cheber 'ir. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1915
- Die Josephserzählung. Frankfurt a. M.: J. Kaufmann, 1921
- Goethe, Friedrich Delitzsch und das Zehnwort. Berlin: Philo-Verlag, 1925
- Geschichte des Sch'thijasteines. Frankfurt a. M.: J. Kauffmann, 1927
- Der Sabbat. Frankfurt, M.: Kauffmann, 1934
- Aus der Oxforder Handschrift des Josif Omez. Frankfurt, M.: J. Kauffmann, 1937
Literatur
- Horovitz, Jakob, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 317
- Horovitz, Jakob, in: Michael Brocke, Julius Carlebach (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 2: Die Rabbiner im deutschen Reich 1871–1945. Bearbeitet von Katrin Nele Jansen. München: de Gruyter, 2009, S. 291–293
- Horovitz, Jakob, in: Renate Heuer (Hrsg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 12, München: Saur 2008
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Horovitz, Abraham, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 317
- ↑ Martin Dill: Pressemitteilung. (PDF; 167 kB) Gedenken an die Frankfurter Rabbiner-Familie Horovitz. Initiative Stolpersteine Frankfurt am MAin e. V., S. 1, abgerufen am 21. Dezember 2025.