Jahnstraße 22 (Weimar)

Das Mietshaus Jahnstraße 22 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Zur Bauzeit hieß die Jahnstraße Wildenbruchstraße.[1] Das 1908/09 von dem Bürgerschullehrer Otto Spangenberg errichtete Mietshaus ist dem Reformstil zuzurechnen. Der Entwurf hierzu kam von Rudolf Zapfe. Das zweigeschossige verputzte Gebäude hat einen Natursteinsockel und ein ausgebautes Dachgeschoss. Es ist mit seiner Schmalseite zur Straße hin ausgerichtet. Keller- und Erdgeschoss wurden aus Tuff- bzw. Backstein, die Obergeschosse aus Holzfachwerk mit gemauerter Vorlage gefügt, Das hohe Mansarddach mit Biberschwänzen bzw. Doppelfalzziegeln gedeckt. Die kubische Grundform des Baukörpers wird von mehreren An- und Aufbauten bereichert. An der Straßenseite tritt nach Süden aus der Mittelachse ein breiter Risalit mit Zwerchhaus und Giebeldreieck hervor. Ein Vorbau an dessen südlicher Achse – im Parterre mit polygonalem, im Obergeschoss mit flach gerundeten Grundriss – lockert das Fassadenbild ebenso wie die zurückgesetzte rechte Gebäudeachse auf. An der um ein Vollgeschoss erhöhten Süd- und Ostseite setzt sich die Traufe als Fußwalm fort. Das Treppenhaus befindet sich an der Nordseite. Das Eingangsportal ist beinahe der einzig erwähnenswerte Dekor, wenn man von der Gestaltung Fenster des Treppenhauses und den Fensterläden der Straßenseite einmal absieht. Die bauzeitliche Ausstattung blieb erhalten und besteht aus Außen- und Innentüren, den Parkett- und Dielenfußböden, der zweiläufigen Treppe mit Stabgeländer und Wendepodest.[2] In diesem Hause wohnte der großherzogliche Hofkapellmeister Peter Raabe.[3]

Einzelnachweise

  1. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, ISBN 978-3-939399-49-0, S. 83.
  2. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 760 f.
  3. Wer ist's?, Band 6, 1912, S. 1250.

Koordinaten: 50° 58′ 39,9″ N, 11° 18′ 54,4″ O