Jahnstraße 11a (Weimar)

Das Haus Jahnstraße 11a ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Das Haus Jahnstraße 11a ist das von dem Architekten Karl Dittmar, der es selbst erbaute.[1] Es entstand 1915/16 im Reformstil. Dittmar war als Mitarbeiter des Regierungsbauamtes an verschiedenen Staatsbauten beteiligt, für die er gelegentlich, wie bei der Erweiterung der Hauptwache auch die Entwürfe fertigte. Seine Auffassung von Architektur repräsentiert sein Wohnhaus beispielhaft. Das Walmdachhaus hat zwei Geschosse. Der verputzte Ziegelbau steht, um die Breite des Vorgartens von der Straße zurückgesetzt. Seine kubische Grundform wird durch verschiedene Anbauten wie Veranden an der Süd- und Westseite und dem Treppenhausrisaliten an der Nordseite bereichert. Das äußere Erscheinungsbild ist durch harmonische Material- und Farbkontraste gekennzeichnet. Diese zeigen sich an den Travertinbossen am Sockel, dem ockerfarbenen Verputz der Wandflächen, naturroten Dachziegeln und den hellen Schiefer an den Zwerchhäusern. Dekorative Details weist der Bau nur wenige auf. Dazu zählen die Sonnenuhr an der Südseite und das plastisch geschmückte Portal des Hauseingangs, dessen Schlussstein außer zwei kleinen Wappenschilden mit den Zunftzeichen der Architekten und damit des Bau- und Hausherrn – Lot, Zirkel, Hammer und das Baujahr 1916. Die Grundrissgestaltung mit großer Diele und Repräsentationsräumen im Parterre sowie den Privaträumen im Obergeschoss blieb weitgehend erhalten. Auch die bauzeitliche Ausstattung ist überliefert, wie u. a. die zweiläufige Holztreppe mit Stabgeländer, Parkettfußböden, Stuck- und Holzbalkendecken in den Haupträumen des Parterres. Der Vorgarten wird durch eine Mauer aus Ortbeton bzw. einem Lattenzaun begrenzt. An der Grundstückszufahrt ist ein Mosaikpflaster verlegt.[2]

Einzelnachweise

  1. Art. Dittmar, Karl, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 92.
  2. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 760.

Koordinaten: 50° 58′ 44,4″ N, 11° 18′ 55,3″ O