Jacques-Marie-Adrien-Césaire Mathieu

Jacques-Marie-Adrien-Césaire Mathieu (* 20. Januar 1796 in Paris, Erste Französische Republik; † 9. März 1875 in Besançon, Dritte Französische Republik) war ein französischer römisch-katholischer Geistlicher und Kardinal. Er war von 1839 bis zu seinem Tod Erzbischof von Besançon.

Leben

Jacques-Marie-Adrien-Césaire Mathieu wurde während der Zeit der Französischen Revolution in Paris geboren. Er war Sohn von Antoine Mathieu (1760–1828), geboren in Marseille, aber aus einer in Genua und Livorno ansässigen Kaufmannsfamilie, die sich in Lyon niederließ, und Etiennette Hugonne Montalan (1757–1835), aus einer Lyoner Seidenhändlerfamilie, in deren Betrieb ihr Ehemann arbeitete. Seine Eltern ließen sich 1789 in Paris nieder, wo sein Vater als Handelsvertreter für Seide tätig war.

Mathieus Bruder wurde ein angesehener Kapitän der französischen Marine. Mathieu studierte Jura und arbeitete ab April 1817 für einen Anwalt, wo er die Immobilien der Familie Montmorency verwaltete.[1]

1819 trat Mathieu in das Priesterseminar Saint-Sulpice ein und wurde am 1. Juni 1822 zum Priester geweiht. 1823 wurde er Sekretär von Charles-Louis Salmon de Chatellier, Bischof von Évreux, der ihn zum Generalvikar und Superior des Diözesanseminars ernannte. 1828 wurde er zum Titularkanoniker von Paris erhoben und 1829 zum Leiter des Rechtsamtes des Erzbistums Paris ernannt.[2]

Am 4. Oktober 1832 wurde er zum Bischof von Langres gewählt und am 17. Dezember 1832 von Papst Gregor XVI. bestätigt. Am 10. Februar 1833 weihte Hyacinthe-Louis de Quélen, Erzbischof von Paris, ihn in der Karmeliterkirche in der Rue de Vaugirard in Paris zum Erzbischof. Mitkonsekratoren waren Pierre-Marie Cottret, Bischof von Meaux, und Marie-Joseph de Prilly, Bischof von Châlons.

Am 12. Juli 1834 wurde er zum Erzbischof von Besançon gewählt und am 30. September 1834 durch den Papst bestätigt. In dieser Funktion setzte er sich besonders für die kirchliche Erneuerung, die Priesterausbildung sowie für den Ausbau kirchlicher Bildungseinrichtungen ein. Er galt als loyaler Unterstützer des Papsttums in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Frankreich. Am 14. Februar 1843 wurde er Päpstlicher Thronassistent.

Papst Pius IX. erhob Mathieu im Konsistorium vom 22. Juni 1863 zum Kardinalpriester. Ihm wurde die Titelkirche San Silvestro in Capite in Rom verliehen. Als Kardinal nahm er an den Beratungen der römischen Kurie teil, hielt sich jedoch überwiegend in seinem Erzbistum auf. Er war Konzilsvater beim Ersten Vatikanischen Konzil.

Jacques-Marie-Adrien-Césaire Mathieu starb am 9. März 1875 in Besançon nach mehr als 35 Jahren als Erzbischof. Er wurde in seiner Bischofsstadt beigesetzt.

Literatur

  • Philippe Levillain (Hrsg.): Dictionnaire historique de la papauté. Fayard, Paris 1994.
Commons: Jacques-Marie-Adrien-Césaire Mathieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mathieu, Jacques Marie Adrien Cesaire from the McClintock and Strong Biblical Cyclopedia. Abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  2. The Cardinals of the Holy Roman Church - Biographical Dictionary - Consistory of September 30, 1850. Abgerufen am 9. Januar 2026.