Jacobus Kimedoncius
Jacobus Kimedoncius oder Jakob Kimedoncius (auch Jakob tho Kymmendonck, Jakob Kimmendonck oder Jakob Kimedontius; * 1554 in Kampen (Niederlande); † 26. November 1596 in Heidelberg) war ein reformierter Theologe, Geistlicher und Hochschullehrer.
Leben
Kimedoncius Herkunft ist weitgehend unbekannt. Er absolvierte das Düsseldorfer Gymnasium unter Johannes Monheim. 1568 wurde er an der Universität Heidelberg immatrikuliert. Dort widmete sich insbesondere dem Studium der Theologie, das er 1576 mit der Promotion zum Doktor der Theologie abschloss. Von 1573 bis 1577 war er außerdem Substitut des Leiters des Sapienzkollegs von Zacharias Ursinus. Durch den lutherischen Kurfürsten Ludwig VI. von der Pfalz wurde er als reformierter Theologe aus seinem Amt entlassen. Anschließend ging er als Pfarrer in Frankenthal. Dort blieb er etwa ein Jahr bis 1578.
Kimedoncius kam im Herbst 1578 nach Gent. Dort wurde er Pfarrer an der reformierten Stadtkirche sowie Lehrer der Philosophie und des Neuen Testaments an der von ihm selbst gründeten Schule. Im Achtzigjährigen Krieg musste er 1584 aus Gent vor den Spaniern fliehen. Er kam zunächst nach Vlissingen und wurde 1585 Prediger in Middelburg. Bei der Nationalsynode von ’s-Gravenhage 1586 wurde er zu deren Präses, 1587 wurde er von südholländischen Synode zum Mitglied der Kommission für die Revision der Bibelübersetzung gewählt.
Kimedoncius kam 1589 als Professor der Dogmatik an die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg zurück, rückte 1592 auf die zweite Professur auf und erhielt 1594 den Titel eines Kirchenrats. 1590, 1592 und 1595 war er Dekan der Theologischen Fakultät, 1593 sowie 1596 Vizerektor der Universität und 1591 stand er der Universität als Rektor vor.
Werke (Auswahl)
- Theses de S. Scripturae Utilitate, Smesmann, Heidelberg 1590.
- Theses de Universalitate Redemtionis Et Gratiae Per Christum, Smesmann, Heidelberg 1591.
- De redemtione generis humani libri tres, Heidelberg 1592.
- Oratio lugubris memoriae illustrissimi Principis Joannis Casimiri Comitis Palatini ad Rhenum ... conscripta, Smesmann, Heidelberg 1592.
- Synopsis de Redemtione et Praedestinatione, Heidelberg 1593.
- Brevis repetitio ex verbo Dei doctrinae catholicae ecclesiarum Palatinatus, Harnis, Heidelberg 1593.
- Theses De Persona Christi, Smesmann, Heidelberg 1595.
Literatur
- Julius August Wagenmann: Kimedoncius, Jakob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 740 f.
- van Schelven: Kimedonicus, Jacobus. In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 4. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 835–836 (niederländisch, knaw.nl – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1918, unveränderter Nachdruck).
- J. F. Gerhard Goeters: Kimedoncius (tho Kymmendonck), Jakob. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 608–609 (deutsche-biographie.de).
- Kimedoncius (Kimmendonck), Jakob. In: Dagmar Drüll (Hrsg.): Heidelberger Gelehrtenlexikon 1386–1651. Springer, Heidelberg 2002, ISBN 978-3-642-62826-9, S. 72 f.
- Nam Kyu Lee: Die Prädestinationslehre der Heidelberger Theologen 1583–1622: Georg Sohn (1551–1589), Herman Rennecherus (1550–?), Jacob Kimedoncius (1554–1596), Daniel Tossanus (1541–1602). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-647-56870-6.