J. Siegfried Dammrath
J. Siegfried Dammrath (* 24. Oktober 1928 in Duisburg; † 15. Mai 2016 in Düsseldorf-Kaiserswerth[1]) war ein deutscher Bildhauer und Lyriker.
Leben
J. Siegfried Dammrath wurde am 24. Oktober 1928 in der preußischen Stadt Duisburg geboren. Als Jugendlicher kämpfte Dammrath ab 1944 als Luftwaffenhelfer im Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1950 begann er eine Lehre zum Steinmetz, die er 1952 abschloss. Zwischen 1952 und 1958 absolvierte Dammrath ein Lehramts-Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf. Hier wurde er von den Bildhauern Zoltan Székessy und Ewald Mataré, vom Glasmaler Georg Meistermann und vom Grafiker Bruno Goller ausgebildet. Bereits 1957 bezog Dammrath ein Atelier im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth. In Düsseldorf arbeitete er zeit seines Lebens. Zuletzt war er in einem Atelier in Kalkum tätig. Dammrath verstand das Atelier auch als Institution, in der er Gesellen, Lehrlinge und Schüler ausbildete.
Als erste selbstständige Arbeit Dammraths kann die Fassadengestaltung der Duisburger Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz gelten. Die Fassade wurde allerdings bereits nach sieben Jahren wieder entfernt, weil sie, nach Dammrath selbst, „nicht katholisch genug war“. Ab 1969 immatrikulierte sich Dammrath für weitere Studiengänge an den Universitäten Düsseldorf, Köln und Heidelberg. Neben den Fächern Geschichte, Medizin, Anatomie, Germanistik und italienischer Philologie belegte er Seminare in Philosophie, sodass er 1971 als Doktorand in diesem Fach in der Presse auftauchte. Der Spiegel berichtete 1971 von einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Dammrath und der Jüdischen Gemeinde Duisburg, wegen der Dammrath einige Tage in Beugehaft in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf verbrachte.[2]
Während des Zweitstudiums gründete Dammrath in Düsseldorf die „Aktion Kreative Universität“. Zeitgleich fand in seinem Atelier regelmäßig die „Jour Fixe“ statt, zu der er Gäste aus allen Gesellschaftsschichten einlud. In den Jahren 1985 und 1988 erhielt er zwei Stipendien von der Universität Amsterdam. Auf diese Zeit datieren auch die ersten Gedichtbände, die sich mit philosophischen Themen befassten. Im Jahr 1995 wurde Dammrath vom Anna-Achmatowa-Kreis und der Zeitschrift „Zvedza“ ins russische St. Petersburg eingeladen. J. Siegfried Dammrath starb am 15. Mai 2016 im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth.[3]
Werke (Auswahl)
J. Siegfried Dammrath schuf vor allem Werke als Bildhauer. So gehen Steinbildwerke, Steinreliefs, Altargestühle und Grabsteine, Bronzereliefs und andere Metallskulpturen auf ihn zurück. Immer wieder sind auch Kunstwerke im öffentlichen Raum entstanden. Nachweisbar sind Kirchenfassaden, Glasmalereien in öffentlichen Gebäuden und Lithografien im Rheinland, am Niederrhein und im Ruhrgebiet, wobei ein Schwerpunkt auf Dammraths Geburtsort Duisburg liegt. Er selbst schrieb über seine Kunst: „Für mich heißt ‚Kunst machen‘ ‚Chaos ordnen‘ und Mitteilhaben an der Vollendung der Schöpfung, niemals aber Zerstörung und Verneinung.“[4]
Ab den 1980er schuf Dammrath außerdem eine Vielzahl an Gedichtbänden. Besondere Bedeutung haben die philosophischen Gedichte, zu denen mehrere Hochschullehrer Vorworte und Analysen beitrugen.[5] Insgesamt erschienen zwölf Lyrikbände von Dammrath. Daneben schuf er zusammen mit der Fotografin Petra Kammann-Kuhlen auch Bildbände, in denen er den Niederrhein und den Düsseldorfer Norden inszenierte.
Kunstwerke im öffentlichen Raum
- 1956, Kreuzigungsgruppe, Duisburg-Huckingen
- 1958, Fassadengestaltung Liebfrauenkirche, Duisburg (1965 entfernt)
- 1960, Quarzschieferrelief, Steinbart-Gymnasium Duisburg
Bücher
- Irdisches Zeugnis göttliches Gleichnis. Gedichte. Düsseldorf 1960.
- Ein paar fabelhafte Geschichten. Prosagedichte. Kommentar von Prof. Alexander von Bormann, Vorwort von Prof. Jochen Hörisch. Mannheim 1981.
- Niederrhein bei Kaiserswerth. Lyrik zur Feier 800 Jahre Kaiserswerth am Rhein. Düsseldorf 1981.
- Endlos zerreißt der Schleier die Leere. Philosophische Gedichte. Vorwort und Interpretation von Prof. Karen Gloy. Heidelberg und Luzern 1983.
- Das Unendliche und das Endliche. Philosophische Gedichte interpretiert von Karen Gloy. Düsseldorf 1983.
- Dein Engel. Engelgedichte. Amsterdam 1986.
- Lüstengedichte. Düsseldorf-Kaiserswerth 2000.
Literatur
- Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Trauer-RP: J. Siegfried Dammrath, abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Spiegel-Archiv: Turm der Trauer, Der Spiegel (50/1971), abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6. S. 312 f.
- ↑ Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6. S. 215.
- ↑ Feuilleton-Frankfurt: Siegfried Dammrath, abgerufen am 29. November 2025.