J. J. Phillips
J. J. Phillips ist eine US-amerikanische Schriftstellerin; ihr Debütroman Mojo Hand (1966) verknüpft die Blues-Kultur mit dem Orpheus-Mythos.[1][2] Seit den 2010er- und 2020er-Jahren erfährt das Buch eine breite Wiederentdeckung und Neubewertung.[2][3]
Leben
Phillips studierte am Immaculate Heart College und schloss sich 1962 als Erstsemester in Raleigh der Bürgerrechtsbewegung an, wo sie an einer Wählerregistrierungskampagne mitwirkte.[2] Bei einem CORE-Sit-in in einem Howard-Johnson’s-Restaurant wurde sie verhaftet und verbrachte 30 Tage im Gefängnis; im Januar 1963 wurde sie vom College verwiesen.[2] Aus der Auseinandersetzung mit dem Film Black Orpheus und ihrer Faszination für Herpetologie entwickelte sie die Idee zu Mojo Hand.[4] Im Jahr 1964 begann sie eine mehrjährige Beziehung mit dem Bluesmusiker Lightnin’ Hopkins.[2][4] Später arbeitete Phillips in der Manuskriptabteilung der Bancroft Library der University of California, Berkeley; in einem 2008 veröffentlichten Brief an das Jim Crow Museum erklärte sie, dass dortige Erfahrungen (inklusive der Konfrontation mit der Redewendung „nigger in the woodpile“) sie zu dem Gedicht Nigga in the Woodpile veranlassten.[5]
Wirken
Mojo Hand erschien 1966 bei Trident Press; 1985/1986 folgte eine überarbeitete Ausgabe als Mojo Hand: An Orphic Tale, 1987 eine britische Ausgabe.[2][1] Der Roman erzählt von der hellhäutigen San-Franciscanerin Eunice Prideaux, welche dem fiktiven Bluesmusiker Blacksnake Brown nach North Carolina folgt; die Kritik hob die Verbindung von Musik, Mythos und Sexualität hervor.[2][1] James A. Snead lobte 1986 in der Los Angeles Times die stilistische Ökonomie des Buches und die genau gezeichneten moralischen Ambivalenzen.[1] Der langjährige Village-Voice-Kolumnist Nat Hentoff nannte Mojo Hand 2015 „das am meisten vernachlässigte Buch, das ich kenne“.[6] 2024 beschrieb Sadie Stein den Roman in der New York Times als „genreüberschreitend, wild idiosynkratisch und erstaunlich“ und ordnete ihn als provozierendes Werk der US-Literaturgeschichte ein.[3] Neben dem Roman veröffentlichte Phillips den satirischen Band The Passion of Joan Paul II: A Pasquinade (1996) und Gedichte; als Mitherausgeberin verantwortete sie die Anthologie The Before Columbus Foundation Poetry Anthology: Selections from the American Book Awards, 1980–1990 (W. W. Norton, 1992).[7][8]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d 'Mojo Hand': Mojo Hand: An Orphic Tale by J. J. Phillips. In: Los Angeles Times. 20. April 1986, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f g Re-Covered: A Black Female Beat Novel from the Sixties. In: The Paris Review. 23. April 2020, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Two Books That Scandalized Readers. In: The New York Times. 17. Februar 2024, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Lightnin' Hopkins: His Life and Blues. In: Google Books (Chicago Review Press). 2010, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Nigga in the Woodpile. In: Jim Crow Museum, Ferris State University. 8. April 2008, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Neglected Books Revisited, Part 2. In: The American Scholar. 20. Juli 2015, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Jane (J.J.) Phillips. In: Poets & Writers – Directory of Writers. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ The Before Columbus Foundation Poetry Anthology: Selections from the American Book Awards, 1980–1990. In: W. W. Norton & Company. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).