Jędrzychowice (Wschowa)

Jędrzychowice
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Jędrzychowice
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Wschowa
Gmina: Szlichtyngowa
Geographische Lage: 51° 44′ N, 16° 17′ O
Einwohner: 632
Postleitzahl: 67-407
Telefonvorwahl: (+48) 65
Kfz-Kennzeichen: FWS

Jędrzychowice (deutsch Heyersdorf) ist eine Ortschaft in der Stadt- und Landgemeinde Szlichtyngowa im Powiat Wschowski der Woiwodschaft Lebus in Polen.

Lage

Jędrzychowice liegt unmittelbar an der Grenze zwischen den beiden Landschaften Großpolen und Schlesien und befindet sich im Südosten der Woiwodschaft Lebus.

Die Entfernung zwischen Jędrzychowice und Szlichtyngowa (Schlichtingsheim) beträgt 4 Kilometer.[1] Die Kreisstadt Wschowa (Fraustadt) ist etwa 8 Kilometer entfernt.

Geschichte

Der Ort existierte schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts und wurde im Jahr 1307 als Heynemannisdorf erstmals erwähnt. Er lag zu dieser Zeit im piastischen Herzogtum Glogau, wo er Sitz einer eigenen Pfarrei im Erzbistum Breslau war. Die lateinische Bezeichnung des Ortes Henrici villa stammt aus dem Jahr 1318.[2]

Der Ort lag im Mittelalter an der Grenze zwischen dem Herzogtum Glogau und dem Königreich Polen. Im Jahr 1343 eroberte der polnische König Kasimir III. das Fraustädter Land, zu dem auch Heyersdorf gehörte. Der Ort Heyersdorf, der im Laufe der Jahrhunderte unter polnischer Herrschaft Jandrzychowicze, Jadrychowycze und Andrzychowycze[2] hieß, verblieb bis 1793 bei Polen und kam in Folge der Zweiten Polnischen Teilung zum Königreich Preußen und wurde Teil des Kreises Fraustadt innerhalb der Provinz Südpreußen.[3]

Durch den Frieden von Tilsit im Jahr 1807 kam Heyersdorf mit dem restlichen Kreis Fraustadt zum Herzogtum Warschau und wurde somit wieder polnisch. Nach dem Wiener Kongress kam der Kreis am 15. Mai 1815 erneut zu Preußen und wurde der Provinz Posen zugeteilt.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Großteil der Provinz Posen der neuentstandenen Republik Polen zugeschlagen. Heyersdorf verblieb mit dem restlichen, überwiegend deutschsprachigen Teil der Provinz beim Deutschen Reich und gehörte von 1922 bis 1938 zur Grenzmark Posen-Westpreußen, von 1938 bis 1941 zur Provinz Schlesien und von 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 zur Provinz Niederschlesien.

Mit der Ziehung der Oder-Neiße-Grenze nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam Heyersdorf 1945 mit dem östlich der Oder-Neiße-Linie liegenden Teil Schlesiens zu Polen. Die deutsche Bevölkerung des Ortes wurde daraufhin vertrieben und es kam zur Ansiedlung von Polen. In der Folge erhielt der Ort seinen heutigen Namen Jędrzychowice.

Einwohnerzahlen

Einwohner Jahr
566[4] 1885
332[5] 1910
313[4] 1925
823[4] 1933
845[4] 1939

Einzelnachweise

  1. Wieś Jędrzychowice w liczbach (mapy, GUS, nieruchomości, regon, kod pocztowy, atrakcje, wypadki drogowe, kierunkowy, edukacja, demografia). In: polskawliczbach.pl, abgerufen am 3. Januar 2026.
  2. a b Chmielewski, Stefan 1988 S. 95–96.
  3. Carl Joseph Huebner: Historisch statistisch topographische Beschreibung von Südpreußen (etc.). Dyk, 1798, S. 26.
  4. a b c d Deutsche Verwaltungsgeschichte Schlesien, Kreis Fraustadt. Abgerufen am 3. Januar 2026
  5. Landkreis Fraustadt In: Gemeindeverzeichnis 1900. Abgerufen am 3. Januar 2026