Jitrovník

Jitrovník
Jüttelsberg
Höhe 510 m n.m.
Lage Tschechien
Gebirge Šluknovská pahorkatina
Koordinaten 51° 0′ 6″ N, 14° 30′ 28″ O
Gestein Granodiorit
Erschließung Bau der Ausflugsgaststätte (heute Ruine) 1888; asphaltierter Fahrweg bis zur ehemaligen Gaststätte

Der Jitrovník (deutsch Jüttel(s)berg) ist ein 510 m n.m. hoher Granodioritberg im tschechischen Teil des Lausitzer Berglandes bei Šluknov in Nordböhmen.

Lage und Umgebung

Der Berg liegt etwas südlich ausgestellt der Kammlinie der dritten Bergkette des Lausitzer Berglandes. Südwestlich liegt der Stadtteil Království (Königswalde) von Šluknov, nördlich die Stadt Neusalza-Spremberg in Sachsen.

Am Nordosthang entspringt das Forellenflössel, im Süden wird er vom Koschelbach umflossen.

Über einen asphaltierten Fahrweg von Süden her, abgehend der Ortsverbindungsstraße Silnice III/2662 Šluknov-Jiříkov (Georgswalde), ist der Standort der ehemaligen Bergbaude, von der nur noch Grundmauern existieren, zu erreichen. Nördlich des Gipfels verläuft die tschechische Radroute Nr. 3043. Ein blau markierter Wanderweg verläuft in West-Ost-, ein gelb markierter in Nord-Süd-Richtung über den Berg.

Geschichte

Johann Vogel errichtete im Jahre 1888 unterhalb des Gipfels am östlichen Berghang eine Ausflugsgaststätte, die im Volksmund „Vogelbaude“ genannt wurde. Auf dem Gipfel entstand durch den Gebirgsverein für das nördlichste Böhmen ein 24 m hoher hölzerner Aussichtsturm. Der Turm fiel aber bereits 1903 wieder zusammen. Von 1962 bis 1990 befand sich in der ehemaligen Gaststätte ein Pionierlager der Firma ZPA Praha, die heute nur noch als Ruine besteht und mit Sträuchern zugewachsen ist. Seit dem 18. Mai 2002 finden alljährlich zu Pfingsten die Jüttelsberg-Treffen der Bürger der Fünfgemeinde (ein lockeres Bündnis aus Orten beidseits der deutsch-tschechischen Grenze) am Berg statt. Die Willenserklärung der Fünfgemeinde unterzeichneten dort seinerzeit die Bürgermeister der fünf Kommunen Neusalza-Spremberg (Günter Paulik), der damals noch selbständigen Gemeinde Friedersdorf (Spree) (Günter Hamisch) und Oppach (Karl-Heinz David) auf deutscher sowie Jiříkov (Michal Majak) und Šluknov (Milan Korinek) auf tschechischer Seite. Am 10. Mai 2008 wurden die Gemeinde Sohland (Spree) unter Bürgermeister Matthias Pilz und am 4. November 2011 die Doppelstadt Ebersbach-Neugersdorf unter Bürgermeisterin Verena Hergenröder Mitglieder des kommunalen Verbundes. Im Jahr 2015 führte die Fünfgemeinde im Rahmen ihrer Aktivitäten bereits das 14. Freundschaftstreffen auf dem Jüttelsberg durch.

Aussicht

Vom Berggipfel war aufgrund der Beforstung keine Aussicht möglich. Erst seit dem Absterben der hauptsächlich vorkommenden Fichte nach der Borkenkäferkalamität 2018 hat sich der Berggipfel gelichtet und es besteht Ausblick zwischen vereinzelt eingestreuten Laubbäumen hindurch. Vorher war eine Aussicht nur unterhalb der bewaldeten Kuppe gegeben. Diese reicht vom Elbsandsteingebirge und Lausitzer Gebirge zum Jeschken und zum Iser- und Riesengebirge. Nach Norden begrenzen die Bergkämme des Lausitzer Berglands in Sachsen den Horizont.