Jürgen Zartmann

Jürgen Zartmann (* 28. Januar 1941 in Darmstadt) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.[1]

Leben

Herkunft

Jürgen Zartmann wurde in Darmstadt geboren und wuchs in Leipzig auf. Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule war er zunächst einige Jahre lang als Straßenbahnfahrer tätig.

Karriere

Nach dem Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig spielte Zartmann ab 1963 zunächst am Landestheater in Halle, am Staatstheater in Schwerin oder am Nationaltheater in Weimar.[2]

Zartmann wurde Ende der 1960er-Jahre für das Fernsehen der DDR entdeckt und spielte dort seine erste große Hauptrolle, den Kommunisten Artur Becker in der gleichnamigen Verfilmung im Jahr 1971. Danach wechselte er zum Schauspielerensemble des Deutschen Fernsehfunks (DFF).[3] Bekannt wurde er vor allem durch Fernsehfilme wie beispielsweise als Mädchenschwarm an der Seite von Angelika Waller in der Romanze Rotfuchs (1973) oder in der Rolle des Bootsmannes Reinhardt in der Serie Zur See (1977). Es folgten Rollen wie der adrette Prinz in Die zertanzten Schuhe oder die Fernsehserien Archiv des Todes (1980) und Front ohne Gnade (1984), wo er jeweils die Heldenfigur spielte und enorme Popularität genoss. Von 1981 bis 1991 gehörte er als Oberleutnant Manfred Bergmann zum Ermittlerteam in der Reihe Polizeiruf 110.[4] Er wirkte auch in einigen DEFA-Spielfilmen mit, wie beispielsweise Nelken in Aspik.[5][6] 1986 spielte er den Navigator/Bordfunker einer Iljuschin Il-62 der Interflug in der Serie Treffpunkt Flughafen.[7]

Mit kleineren Nebenrollen startete er nach der Wende seine gesamtdeutsche Karriere. 1992 war er für einige Folgen als Regisseur bei der Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten aktiv.

Im Jahr 1994 wurde ihm die Rolle des Christoph von Anstetten in der ARD-Vorabendserie Verbotene Liebe angeboten, die er dann von Januar 1995 (Folge 1) bis Dezember 2000 (Folge 1411) spielte.[8] In dieser Rolle war er Patriarch einer adeligen Familie, Geschäftsmann bzw. Chef eines Großkonzerns, heiratete zweimal, hatte mehrere Kinder sowie auch zahlreiche Affären mit verschiedenen Frauen und starb letztendlich an den Folgen einer Schussverletzung.[9]

Ab 2008 war Zartmann mit seinem Soloprogramm Der Feuermann, wobei Holger Böhme die Regie führte, unterwegs.

Insgesamt wirkte Zartmann von 1967 bis 2012 in über 90 Film-und-Fernsehproduktionen mit.[10][11]

Als Synchronsprecher

Zartmann war zeitweise auch als Synchronsprecher tätig und lieh dabei unter anderem Timothy Dalton oder Jon Voight seine Stimme.[12]

Privates

Zartmann lebt seit 1985 in Stahnsdorf und ist in zweiter Ehe verheiratet.[13] Er hat drei Kinder aus seiner ersten Ehe. Der Popsänger Zartmann ist sein Enkel.[14]

Filmografie (Auswahl)

Hörspiele

Einzelnachweise

  1. Jürgen Zartmann. In: schauspielervideos.de. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  2. Jürgen Zartmann. In: kino&co. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  3. Jürgen Zartmann - deutscher Schauspieler. In: DDR.center. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  4. Filmografie Jürgen Zartmann. In: fernsehserien.de. 18. Januar 2012, abgerufen am 20. Juli 2024.
  5. Jürgen Zartmann. In: Filmmakers. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  6. Zartmann, Jürgen. 10. Februar 2013, abgerufen am 20. Juli 2024.
  7. Jürgen Zartmann. In: TV Wunschliste. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  8. "Verbotene Liebe" - B.Z. – Die Stimme Berlins. 13. November 2000, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  9. Christoph von Anstetten. In: Fandom „Verbotene Liebe“. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  10. Jürgen Zartmann in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 20. Juli 2024.
  11. Jürgen Zartmann. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 20. Juli 2024.
  12. Jürgen Zartmann. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 20. Juli 2024.
  13. „Bei Zartmann ist es immer voll“. In: Märkische Allgemeine Zeitung. 19. April 2016, abgerufen am 20. Juli 2024.
  14. imfernsehen GmbH & Co KG: Berlin Sounds Inside Staffel 2, Folge 3: Zartmann. 11. November 2025, abgerufen am 12. November 2025.