Jüdischer Friedhof Osthofen
Der Jüdische Friedhof Osthofen ist ein historischer Friedhof in der Ortsgemeinde Osthofen im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz.
Geografische Lage
Der jüdische Friedhof liegt etwa 500 Meter nördlich der Gemeinde an der Mettenheimer Straße (= L 439).
Beschreibung
Der Friedhof ist 1588 m² groß. Er wurde 1831 angelegt; die erste Beisetzung fand wahrscheinlich 1833 statt.[1]
1843 wird eine Begräbnisverordnung erlassen, sie gilt „auch für neun andere Gemeinden, welche ihre Toten hier beerdigen“.[2]
Der Friedhof wurde bis in die 1930er-Jahre belegt. 1937 wurde er an die Gemeinde Osthofen verkauft; später wurden hier russische Kriegsgefangene bestattet.[3] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand ein Soldat der USA den Friedhof zerstört vor - die Mauern waren zum Teil zerstört, Grabsteine waren umgestürzt worden.[4] Dieser Zustand hielt auch danach noch mindestens ein Jahr an.[5]
1993 war der Zugang mit einem Maschendrahtzaun abgesperrt; 1994 war das Tor erneuert worden.[6]
Erhalten sind etwa 20 Grabsteine. Die Anlage ist als Denkmalzone ein Kulturdenkmal aufgrund des rheinlandpfälzischen Denkmalschutzgesetzes.
Im Jahr 2017 wurde eine Gedenktafel am Friedhofseingang angebracht.[7]
Alter Friedhof
Ein noch älterer jüdischer Friedhof befand sich an der Ecke Stärkmühlweg / Hasengasse. Wie lange er genutzt und wann er abgeräumt wurde, ist nicht bekannt. „Die israelitische Gemeinde wollte unbedingt den alten Friedhof im Ort ... behalten, was jedoch aus seuchenpolizeilichen Gründen abgelehnt wurde.“[8]
Das Grundstück befindet sich heute in Privateigentum. Ein Grabstein ist erhalten. Er wurde vor einiger Zeit bei Grabarbeiten auf dem Grundstück gefunden und in die Grundstücksmauer eingearbeitet.
Siehe auch
Weblinks
- Jüdischer Friedhof Osthofen bei Alemannia Judaica (mit 20 Fotos)
- Jüdischer Friedhof Osthofen beim Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
- Jüdischer Friedhof Osthofen auf osthofen.de, abgerufen am 8. Mai 2022
Einzelnachweise
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 41.
- ↑ Bert Wechseler: Osthofener Annalen, in: Stadtverwaltung Osthofen (Hg.), 1200 Jahre Osthofen auf den Spuren der Vergangenheit, Osthofen 1984, S. 150–215, hier S. 176.
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 41.
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 41.
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 42.
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 42.
- ↑ Gabriele Hannah, Martina Graf, Hans Dieter Graf: Der jüdische Friedhof in Osthofen - „Mögen die hier Bestatteten für alle Zeiten ungestört ruhen“, in: dies., Die Juden vom Altrhein. Biografische Dokumentationen von den Anfängen bis zum Holocaust und dem Weiterleben in der Emigration, Mainz 2018, ISBN 978-3-961760-20-6, S. 42.
- ↑ Bert Wechseler: Osthofener Annalen, in: Stadtverwaltung Osthofen (Hg.), 1200 Jahre Osthofen auf den Spuren der Vergangenheit, Osthofen 1984, S. 150–215, hier S. 170.
Koordinaten: 49° 42′ 42,5″ N, 8° 19′ 13,8″ O