Jüdischer Friedhof Altengronau
Der Jüdische Friedhof Altengronau ist ein jüdischer Friedhof nahe Altengronau im Main-Kinzig-Kreis (Hessen). Er wurde 1661 eingerichtet und diente mehreren Gemeinden als Begräbnisplatz, darunter auch einigen aus dem benachbarten Bayern. Der Friedhof befindet sich auf dem Berg südöstlich der Ortslage von Altengronau im Wald und hat eine Größe von 88,87 ar. Er beherbergt etwa 1500 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1691 und 1937.
Anlage
Die Gestaltung der Grabsteine (Mazewa) erfolgte bis in das 19. Jahrhundert einheitlich in der Grundform von aufrecht stehenden, behauenen und nach oben gewölbten Grabstelen aus Sandstein, verziert mit Symbolen wie den segnenden Händen der Kohanim, der Levitenkanne oder dem Lebensbaum.
Das im Jahr 1856 errichtete Taharahaus beherbergt einen Stein für die rituelle Leichenwaschung und den Raum der Chewra Kadischa (Beerdigungsbrüderschaft).
Der von einer Mauer umgebene Friedhof darf außer an jüdischen Feiertagen betreten werden. Er ist auf einem Forstweg erreichbar. Ein Hinweisschild zeigt auf einen überwachsenen steilen Fußpfad im Wald, der früher den einzigen Zugang vom Dorf bildete.
Literatur
- Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang – Untergang – Neubeginn. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1971, ISBN 3-797-30213-4.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Hrsg.: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 1992.
Weblinks
- Jüdischer Friedhof Altengronau bei Alemannia Judaica (mit vielen Fotos)
- Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Altengronau bei Alemannia Judaica
- Der Judenfriedhof in Altengronau, veröffentlicht in „Bergwinkel-Bote - Heimatkalender 2006“, herausgegeben vom Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises, S. 37–43
- Der jüdische Friedhof von Altengronau beim Haus der Bayerischen Geschichte
- Grabstätten im Jüdischer Friedhof Altengronau. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Koordinaten: 50° 14′ 46,5″ N, 9° 37′ 26,7″ O