Jörg Wagner (Journalist)

Jörg Wagner (* 22. März 1959 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Medienjournalist.

Leben und Wirken

Wagners Eltern arbeiteten beim Rundfunk der DDR, der Vater als Jurist, die Mutter als Redakteurin im Kinderfunk. Von 1969 bis 1977 war er Mitglied im Ensemble der Sprecherkinder des Rundfunks der DDR und las in Hörspiel-Reihen wie: Unsere Klasse 4b, Ole Bole erzählt, Kinderradio Knirpsenstadt, Was ist denn heut bei Findigs los?, Neumann, zweimal klingeln und diversen Einzel-Hörspielen: z. B. Pause für Wanzka, Französisch Fakultativ.

Von Mai 1981 bis August 1982 war Wagner freier Mitarbeiter beim Jugendradio DT64, Redakteur und Autor von Beiträgen u. a. Musikportäts über The Teens aus Westberlin, Precious Wilson (Eruption), Jim Kahr, Roger Chapman, Reform, Edgar Froese (Tangerine Dream).

Wagner studierte von 1982 bis 1987 Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Nach dem Studium war er von 1987 bis 1993 beim Jugendradio DT64 und dessen Nachfolger Sputnik als Moderator, Redakteur und Chef vom Dienst tätig. Er moderierte dort den „DT64-Morgenrock“, die „DT64-Hörerpostsendung“ und „DTdirekt“.

Seit 1993 ist Wagner als freier Journalist u. a. für öffentlich-rechtliche Hörfunksender der ARD: BR, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Berlin bzw. Deutschlandfunk Kultur, hr, mdr, NDR, ORB/SFB, rbb, SR, SWR, WDR sowie für die Deutsche Welle tätig.

Seit 1995 arbeitet Wagner überwiegend auf dem Gebiet des Medienjournalismus. Von 1995 bis zum August 1997 moderierte er auf Radio Brandenburg das Journal nach 10 – Medien. Nach dem Sendestart von Radio Eins als Nachfolger von Radio Brandenburg am 29. August 1997 gestaltete und moderierte er dort das wöchentliche Medienmagazin Der Apparat. Im März 2000 wurde die Sendung in radioeins-Medienmagazin umbenannt. Wagners letzte Sendung im Medienmagazin fand am 27. Dezember 2025 live vor Publikum statt.[1][2] Im Januar 2026 startete er seinen eigenen Podcast Die Medienhölle mit Phillip Nitzsche.[3]

Wagner ist Mentor Tilo Jungs und begleitete den Aufstieg dessen Formats Jung & Naiv.[4]

Auszeichnungen

Literatur

  • Heinz Berggruen u. a.: Dem späteren Wissen voraus : Prominente über ihre Studienzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Panama Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-938714-03-4, S. 103.
  • Heiko Hilker, Alexander Pehlemann, Andreas Ulrich, Jörg Wagner (Hg.): Power von der Eastside! : Jugendradio DT64: Massenmedium und Massenbewegung. Ventil Verlag, Mainz 2024, ISBN 978-3-95575-231-6, S. 382.
Commons: Jörg Wagner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Anne Fromm: Zum Abschied des Moderators Jörg Wagner: Der lebende Rundfunkauftrag. In: Die Tageszeitung. 22. Dezember 2025 (taz.de [abgerufen am 29. Dezember 2025]).
  2. Medienmagazin live: Die letzte Sendung mit Jörg Wagner. Radio Eins, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  3. Stefan Niggemeier: rbb-Medienmagazin: „Lass mal den Wagner machen“. In: Übermedien. 22. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026.
  4. Jörg Wagner über Medienjournalismus, Medienpolitik & seine Karriere - Jung & Naiv: Folge 801. In: YouTube. Jung & Naiv, 6. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026 (deutsch, u. a. 9. Minute f.).