Iwięcino
| Iwięcino | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Koszaliński | |
| Gmina: | Sianów | |
| Geographische Lage: | 54° 18′ N, 16° 17′ O | |
| Einwohner: | 327 (2011[1]) | |
Iwięcino (bis 1945 Eventin) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Landgemeinde (Gmina) Sianów im Powiat Koszaliński.
Geographische Lage
Der Ort liegt in Hinterpommern, südlich des Jezioro Bukowo (Buckower See), etwa 27 Kilometer westsüdwestlich von Sławno und 16 Kilometer südsüdwestlich von Darłowo, auf einer Höhe von 15 Metern über dem Meeresspiegel. Das flache Gelände fällt allmählich nach Norden zum Jezioro Bukowo auf etwas über Meereshöhe ab. In den östlich des Dorfes gelegenen Feldern sind einige Hügel, deren höchste Erhebung 28 Meter erreicht. Die Gemarkung des Dorfs wird vom Bach Iwinka (Bordelbach) durchflossen, der bei Wiekowice entspringt und der im Westen und im Süden zum Teil die natürliche Ortsgrenze bildet. Im Norden grenzt das Dorf an den Jezioro Bukowo.
Nachbargemeinden von Iwięcino sind: im Osten die schon zur Gmina Darłowo (Rügenwalde) gehörende Gemeinde Gleźnowo (Steinort) sowie Bielkowo (Beelkow), im Süden Wierciszewo (Wandhagen) und im Westen Rzepkowo (Repkow).
Geschichte
Der Siedlungsart nach war das heutige Iwięcino ursprünglich ein Angerdorf. Diese Dorfform ist dadurch gekennzeichnet, dass zahlreiche Einzelhöfe in der Feldmark liegen. Die meisten Höfe waren in Form von Vierkanthöfen angelegt. Die Gebäude hatten Spitzdächer, die in früheren Zeiten mit Reet vom Buckower See abgedeckt gewesen waren. Später wurden die Reetdächer durch Ziegeldächer ersetzt.
Iwięcino (bis 1945 Eventin, auch Eventhin, früher Geventhin) genannte Dorf gehört zu den ältesten Dorfanlagen der Region. Im Jahre 1278 leisten die Bauern den Zehnten an das Kloster Buckow. Im Jahre 1290 bittet Herzog Mestwin II. von Pommerellen Papst Nikolaus IV. um die Bestätigung der Besitzungen des Klosters, wobei auch die Zehntleistung aus „Geventhin“ erwähnt wird.
Die Reformation von 1535 in Pommern kam nur zögerlich nach Eventin. Die Grundherrin der benachbarten Domäne Repkow, Katharina von Bulgrin (ihr waren einige Eventiner Bauern dienstpflichtig), besuchte regelmäßig die Eventiner Dorfkirche, blieb aber der vorreformatorischen Lehre vorerst treu. In der Mitte des 16. Jahrhunderts kommt Eventin mit den anderen Abteidörfern des Klosters Buckow zum Rügenwalder Amt.
Um das Jahr 1784 hatte das Dorf einen Prediger, einen Küster, 16 Bauern, einen Pfarrbauernhof, zwei Landkossäten, fünf Büdner, ein Predigerwitwenhaus und einen Hirtenkaten[2]. 1818 lebten hier 304 Menschen. Die Zahl der Einwohner stieg 1887 auf 687 und sank dann aber wieder bis 1939 auf 541 ab.
Um 1935 hatte Eventin unter anderem einen Gasthof, eine Spar- und Darlehnskasse, einen Gemischtwarenladen, eine Mühle, zwei Schmieden, einen Sattler, zwei Stellmacher, drei Tischler und eine Töpferei.[3]
Im Jahr 1945 war Eventin eine Landgemeinde im Landkreis Schlawe in der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Eventin war Sitz des Amtsbezirks Eventin.
Am 5. März 1945 besetzte die Rote Armee das Eventin. Im Herbst wurde der Ort Teil Polens und in Iwięcino eingeführt.
Der Ort ist heute Teil der Gmina Sianów im Powiat Koszaliński.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 304 | Kirchdorf und Windmühle, in königlichem Besitz[4] |
| 1852 | 574 | [5] |
| 1864 | 618 | [6] |
| 1867 | 667 | [7] |
| 1871 | 610 | ausnahmslos Evangelische[7] |
| 1887 | 687 | |
| 1910 | 618 | am 1. Dezember[8][9] |
| 1925 | 658 | darunter 657 Evangelische und eine katholische Person[10] |
| 1933 | 548 | [11] |
| 1939 | 541 | [11] |
| 2011 | 327 | [1] |
Amtsbezirk Eventin
Eventin bildete bis 1945 zusammen mit den Gemeinden Abtshagen (heute polnisch: Dobiesław), Beelkow (Bielkowo), Wandhagen (Wierciszewo) und Wieck (Wiekowice) den Amtsbezirk Eventin im Landkreis Schlawe i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin.
Standesamt Eventin
Alle im Amtsbezirk zusammengeschlossenen Gemeinden bis auf Abtshagen gehörten bis 1945 zum Standesamtsbereich Eventin. Noch vorhandene Standesamtsregister aus dieser Zeit werden heute im Standesamt Sianów (Zanow) und im Staatsarchiv Koszalin (Köslin) aufbewahrt.
Kirche
Dorfkirche
Die Dorfkirche Iwięcino ist ein roter Backsteinbau aus gotischer Zeit. Auf einer Anhöhe gelegen, war sie eine der ältesten und schönsten Kirchen des Kreises, die im 14. Jahrhundert vom Kloster Buckow aus angelegt worden war. Das Gotteshaus enthält eine wertvolle Innenausstattung.[12]
- Ehemalige evangelische Pfarrkirche Eventin
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Turm mit Haupteingang an der Westseite (Aufnahme 2008)
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Südseite mit Nebeneingang (Aufnahme 2008)
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Ostseite (Aufnahme 2008)
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Grundriss des Kirchengebäudes
Schule
Bereits im Jahre 1784 gab es in Eventin eine Schule. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde an der Stelle des vorigen ein neues Schulhaus errichtet, das zweiklassig und mit Lehrerwohnungen ausgestattet war. Es gab bis 1945 zwei Lehrer, die je etwa 50 Kinder unterrichteten. Die Namen der letzten deutschen Schulmeister sind Herbert Knoop und Georg Geier.
Verkehr
Das Dorf erreicht man über die Wojewodschaftsstraße 203 die – auch „Küstenstraße“ genannt – von Koszalin überDarłowo nach Ustka führt. Bis zu Sławno sind es 30 Kilometer, bis zum Kreissitz Koszalin lediglich 18 Kilometer. Bahnstation ist das sieben Kilometer entfernte Skibno (Schübben) an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk.
Söhne und Töchter des Ortes
- Joachim Puttkammer (* 1942), deutscher Pastor, Theologe und Schriftsteller
Weblinks
- Amtsbezirk Eventin (Territorial.de)
- Die Gemeinde Eventin im ehemaligen Kreis Schlawe in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
Einzelnachweise
- ↑ a b Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 859, Nr. 9. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
- ↑ Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1011 (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 356, Ziffer 1507.
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 151.
- ↑ Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin (9. Kreis Schlawe). Berlin 1866, S. 10, Nr. 57.
- ↑ a b Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und ihre Bevölkerung (VIII. Kreis Schlawe). Berlin 1873, S. 132–133, Nr. 34.
- ↑ Eventin, Kreis Schlawe, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Eventin)
- ↑ Kreis Schlawe - gemeindeverzeichnis.de (U. Schubert, 2021)
- ↑ Die Gemeinde Eventin im ehemaligen Kreis Schlawe in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) ( des vom 16. Juli 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ a b Michael Rademacher: Schlawe. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Ludwig Böttger: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungs-Bezirks Köslin. Band 1, Heft 3, Kreis Schlawe, Stettin 1892, S. 26–30 (Google Books).